Nach einer gefährlichen Körperverletzung beim BVB-Fanmarsch ermittelt die Dortmunder Polizei. © Carsten Rehder/dpa

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Nach dem Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und St. Pauli vom Samstag (17. Januar) ist es offenbar zu einem heftigen Angriff auf einen Gästefan gekommen. Laut einer Pressemitteilung der Polizei Dortmund schlugen und traten gegen 18 Uhr, knapp eine Stunde nach Abpfiff der Partie, mehrere Personen auf einen 45-jährigen St.-Pauli-Anhänger ein.

Ein Streit oder ähnliches sei dem nicht vorausgegangen, informiert Steffen Korthoff von der Pressestelle der Polizei Dortmund. „Der Geschädigte hat offenbar einfach den falschen Fanschal getragen.“ Die Polizei wertet die Tat als gefährliche Körperverletzung, da die Angreifer ihr Opfer „mit dem beschuhten Fuß“ traten – nach deutschem Strafrecht gilt eine Körperverletzung als gefährlich, wenn dabei ein Gegenstand zum Einsatz kommt.

Tat aus Gruppe heraus

Wie viele Täter beteiligt waren, kann Pressesprecher Korthoff bei einer Anfrage am Freitagvormittag (23. Januar) noch nicht sagen. Der Grund: das unübersichtliche Umfeld der Tat. Der Angriff sei durch „mehrere Anhänger der aktiven Fanszene“ aus der Menschenmasse einer rund 500 bis 600 Personen starken Gruppe, die sich gemeinsam auf den Heimweg machte, geschehen. „Natürlich war der Großteil dieser Fans am Angriff nicht beteiligt“, betont Steffen Korthoff.

Nach dem Angriff flohen die Tatverdächtigen laut Polizei-Pressemitteilung vom Tatort, dem Bereich der BVB-Fanwelt auf der Strobelallee, in Richtung Theodor-Fliedner-Heim. Der verletzte St.-Pauli-Fan wurde erst von Rettungskräften vor Ort und anschließend stationär in einem Krankenhaus behandelt.

Vage Täterbeschreibung

Die Polizei sucht nun Zeugen und hat eine Personenbeschreibung der Tatverdächtigen veröffentlicht: Es handle sich um Männer Anfang 20 „europäischen Phänotyps“ mit blonden, lockigen Haaren. Sie sollen ungefähr 1,80 Meter groß und muskulös beziehungsweise kräftig gebaut sein. Sie hätten schwarze Hosen und schwarze Kapuzenpullover getragen und ansonsten keine Auffälligkeiten wie Bärte, Brillen oder Tattoos.

Ob der Polizei Videomaterial der Tat durch Überwachungskameras oder Bodycams von Einsatzkräften vorliegt, wollte der Pressesprecher „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht verraten. Wer Hinweise hat, kann sich unter der Telefonnummer 0231/132-7441 bei der Dortmunder Polizei melden.