Aus Furcht vor den Auswirkungen eines der vermutlich schwersten Winterstürme seit Jahren in den USA haben ein Dutzend Bundesstaaten den Notstand ausgerufen. Die Maßnahme gelte ganz oder teilweise für New York, Texas, Georgia, South Carolina, North Carolina, Virginia, Maryland, Louisiana, Arkansas, Tennessee, Alabama, Mississippi und Missouri, wie die Gouverneure der jeweiligen Bundesstaaten mitteilten.
Heimatschutzministerin Kristi Noem sprach am Freitag im Onlinedienst X von einem „historischen Wintersturm“. Er könnte nach ihren Angaben am Wochenende mehr als 230 Millionen US-Bürgerinnen und -Bürger in 34 Bundesstaaten betreffen.
Die schlimmsten Wintertage seit 40 Jahren drohen
Der Nationale Wetterdienst (NWS) sagt für das Wochenende verbreitet starken Schneefall, Schneeregen und gefrierenden Regen in weiten Teilen der USA voraus. Die akute Unwetterlage soll bis mindestens Montag anhalten, gefolgt von einer Frostperiode und „katastrophalem“ Glatteis.
„Das ist eine gefährliche Kombination aus viel Schnee und extrem niedrigen Temperaturen“, sagte New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul. Mit der Ausrufung des Notstands können die US-Bundesstaaten – falls notwendig – deutlich schneller Hilfsgelder und Personal mobilisieren. Zahlreiche Veranstaltungen wurden für die kommenden Tage landesweit bereits vorsorglich abgesagt.
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„Die kommenden zehn Wintertage werden in den Vereinigten Staaten die schlimmsten seit 40 Jahren sein“, warnte der Meteorologe Ryan Maue im Onlinedienst X. Die Behörden erwarten massive Verkehrsbeeinträchtigungen und Stromausfälle durch extrem niedrige Temperaturen sowie starke Windböen. Schnee soll selbst in südlichen Bundesstaaten wie Texas und Louisiana fallen.
Begleitet von heftigen Schneefällen und eisigen Winden werde sich der herannahende Sturm über eine Entfernung von rund 3.000 Kilometern von New Mexico im Südwesten aus über das Wochenende bis nach Maine im Nordosten ausbreiten, warnte der Wetterdienst. Medien sprachen von einem „Monstersturm“.
Viele Stromausfälle befürchtet
Mehr als 1500 Flüge wurden für das Wochenende laut dem Trackingdienst Flightaware vorsorglich gestrichen. Den Passagieren werde angeboten, kostenlos umzubuchen. Sicherheitshalber hätten auch zahlreiche Schulen für Freitag den Unterricht abgesagt.
Auch die Lufthansa hat für Samstag zahlreiche Flüge von und nach Nordamerika gestrichen. Am Sonntag sind nach Angaben einer Sprecherin noch Verbindungen nach Washington, New York, Boston, Philadelphia und Charlotte betroffen. An zahlreichen weiteren Flughäfen im Westen, Süden und Norden des Kontinents sei am Sonntag nur noch mit vereinzelten Verspätungen zu rechnen. Die betroffenen Fluggäste würden über die Ausfälle und alternative Reisemöglichkeiten informiert.
Befürchtet wird auch, dass es zu massiven Stromausfällen kommt, etwa durch umknickende Bäume oder weil die oberirdischen Leitungen durch das Gewicht von Blitzeis brechen könnten.
Für rund 160 Millionen Einwohner gelten Wetterwarnungen oder besondere Hinweise. Die Behörden riefen die Menschen auf, ihre Wohnungen möglichst nicht zu verlassen und das Auto stehenzulassen. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul warnte, die erwartete Kälte könne „absolut tödlich“ sein. In Teilen von Minnesota und North Dakota könnten die Temperaturen laut Wetterdienst auf minus 45 Grad Celsius (minus 50 Grad Fahrenheit) fallen.
Trump hinterfragt globale Erwärmung
Heimatschutzministerin Noem erklärte, die Katastrophenschutzbehörde Fema habe vorgesorgt und „30 Stromgeneratoren, 250.000 Mahlzeiten, 400.000 Liter Wasser sowie Decken, Babynahrung und andere notwendige Güter“ besorgt. Noem war im Juli nach verheerenden Überschwemmungen in Texas mit mindestens 120 Todesopfern in die Kritik geraten, weil sie Kürzungen bei der Fema veranlasst hatte.
US-Präsident Donald Trump nutzte die Wettervorhersage für eine erneute Spitze gegen Klimaexperten. „Könnten die Umweltaktivisten bitte erklären — WAS IST EIGENTLICH AUS DER GLOBALEN ERWÄRMUNG GEWORDEN???“, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Klimawandel bedeutet allerdings keineswegs, dass es keine Kälteeinbrüche oder Winterstürme mehr gibt, sondern, dass die Temperaturen im langfristigen Mittel zunehmen. Im Zuge des Klimawandels steigt Experten zufolge zudem die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen. Dazu zählen auch Stürme und heftiger Niederschlag.