Sanfte Töne, klare Linien, viel Raum und Licht: Mitten in der quirligen Metropole Mailand hat sich ein junges Paar seinen lässigen Wohntraum geschaffen.

Kleine Cafés, hübsche Läden, Jugendstilfassaden und ein buntes künstlerisches Flair prägen das Mailänder Viertel Porta Venezia. Dort, im ersten Stock eines Hauses aus der vorletzten Jahrhundertwende, liegt die Wohnung von Clara Groppio und Andrea De Vivo. Mitten in der Lebendigkeit des Stadtteils haben sie einen Ort der Ruhe geschaffen. Gemeinsam mit den Architektinnen Guia Bartolozzi und Clara Bona verwandelten sie ein in die Jahre gekommenes Altbauapartment in ein Zuhause, das wie ein feiner Dialog zwischen damals und heute wirkt.

Die Familie mit dem Baby auf dem Arm neben dem Kamin

Clara Groppio und Andrea De Vivo haben sich auf den ersten Blick in ihre Altbauwohnung verliebt und verwandelten sie in einen Ort der Ruhe und Klarheit.

© Giulia Maretti

„Wir lieben beide den Stil des frühen 20. Jahrhunderts: die hohen Decken und Fenster, die französischen Balkone, den klaren, rechteckigen Grundriss.“ – Clara Groppio

Cognacfarbenes Sofa, dahinter ein Esstisch und großes Bücherregal

Sofa, Esstisch und Stühle „Leggera“ (Cassina) stehen parallel zum Regal und gliedern den Raum.

© Giulia Maretti

Originale Türen, Fensterrahmen und Stuckblenden wurden freigelegt und neu gefasst. Ein durchgehender matter Harzboden verbindet die Räume wie ein ruhiger Faden. Nur im Wohnbereich trifft er auf italienisches Fischgrätparkett, das mit einer feinen Harzlasur in die neue Materialwelt farblich integriert wurde. Farben bringen eine wohnliche Atmosphäre: helle warme Nuancen im Wohnbereich, ein sanftes Grün im Schlafzimmer und ein Aubergineton in der Küche.

Eine Glastür zwischen Wohn- und Essbereich und dem Flur

Die Verbindungstür mit Glaselementen öffnet den Raum zum Esszimmer hin. Die Decke im Flur harmoniert mit der Farbe des Küchenbodens.

© Giulia Maretti

Langer Flur mit auberginenfarbener Decke

Der Aubergineton an der Decke und an der Wand im Hintergrund hält das Raumgefüge zusammen.

© Giulia Maretti

Edelstahlküche mit auberginenfarbener wand und rundem Esstisch

Die Rückwand der maßgefertigten Küchenzeile aus gebürstetem Stahl ist eine Nuance dunkler als der Boden – zu Schneeweiß ein toller Effekt.

© Giulia Maretti

Die Decken und Böden greifen diese Töne auf. „Wir wollten keine weiße Wohnung“, sagt Clara. „Die Farbigkeit gibt Struktur und Ruhe, ohne dass wir viel dekorieren müssen.“ Mit der Geburt von Tochter Ada wurde Ordnung noch wichtiger. „Wenn die Wohnung ruhig ist, bin ich es auch“, sagt Andrea.

Schlafzimmer im Anschnitt mit grüner Wand und einer Wandnische mit Deko

Das im Wandton gestrichene Nischenregal ersetzt den Nachttisch, bietet viel Platz und lässt den Boden frei.

© Giulia Maretti

Ansicht des Waschbeckens und Anschnitt der Dusche mit asymmetrischem Spiegel und grüner Wand

Sattes Grün im Gästebad und das matte Rot im Flur sorgen für Spannung.

© Giulia Maretti

Kinderzimmer mit rundem Teppich, Babybett und einem Sessel

Auch das Zimmer von Baby Ada mit Bett „Sleepi“ (Stokke), Leuchte „Petite Volière“ (Mathieu Challières) und Teppich von Ferm Living verströmt warme Leichtigkeit.

© Giulia Maretti

Statt auf Solitärmöbel setzte das Paar hauptsächlich auf maßgefertigte Einbaulösungen. Nur das große Regal im Esszimmer haben sie vom Vorbesitzer übernommen. „Es gehört einfach zu dieser Wohnung und gliedert den Raum“, sagt Clara. Ihr Prinzip im Alltag: Weniger ist sichtbar, aber alles im Gebrauch, „es muss auch funktionieren, wenn Ada krabbelt“.

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