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Berlin – Auf dem Asphalt im Berliner Stadtteil Lichtenberg liegt am frühen Samstagmorgen ein Fake-Penis. Polizisten hatten das Gemächt zum Umschnallen, mit dem Urinproben gefälscht werden können, offenbar in einem BMW entdeckt. Der Fahrer hatte kurz zuvor einen Unfall gebaut. Mindestens zwei Insassen des Mietwagens flüchteten nach dem Crash.

Um vier Uhr in der Nacht war der Fahrer des silbergrauen BMW 520 auf der Frankfurter Allee mit einem Transporter zusammengekracht. Die Insassen hatten offensichtlich etwas zu verbergen, flüchteten sofort aus dem Unfallwagen. Laut Berliner Polizei konnte ein Mann kurz darauf gestellt werden. Bei ihm soll es sich um den Beifahrer handeln.

Die Insassen des BMW 520 flüchteten nach dem Unfall

Die Insassen des BMW 520 flüchteten nach dem Unfall

Foto: John Boutin

Umschnall-Penis für Urinproben-Betrug

Nach BILD-Informationen entdeckten die Ermittler bei der Durchsuchung des BMWs dann den Umschnall-Penis. Solche nachgestellten Geschlechtsteile sind im Internet bestellbar und werden immer wieder auch dazu genutzt, bei polizeilichen Urinprobe-Abgaben zu betrügen. Diese Proben werden beispielsweise angeordnet, wenn ein Verdächtiger unter Drogeneinfluss Auto gefahren sein soll. Der Kautschuk-Penis wird um die Hüfte geschnallt. In einem kleinen Beutel, der am Oberschenkel hängt, kann zuvor fremder Urin eingefüllt werden. Der läuft dann laut Hersteller bei leichtem Druck auf die Penis-Attrappe aus ihr heraus. In der Vergangenheit flogen Verdächtige mit dem nachgestellten Gemächt bei Kontrollen allerdings auf.

Die Polizei konnte den Fund des Fake-Penis im BMW am Morgen zunächst noch nicht bestätigen.

Polizisten konnten einen der Insassen des Unfallwagens stellen

Polizisten konnten einen der Insassen des Unfallwagens stellen

Foto: John Boutin

Nach mindestens einem weiteren Insassen des Mietwagens wird laut Polizei in Berlin derzeit gesucht. Die Beamten ermitteln unter anderem wegen Fahrerflucht. Der BMW musste abgeschleppt und die Straße vorübergehend gesperrt werden. Über Verletzte durch den Unfall ist nach ersten Erkenntnissen nichts bekannt.