Eine spezielle Schlafstörung gilt als starkes Frühwarnzeichen für Demenz und Parkinson. Die sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung (RBD) kann den typischen Symptomen dieser Krankheiten um viele Jahre vorausgehen. Aktuelle Forschungserkenntnisse unterstreichen ihre Bedeutung für die Früherkennung.
Betroffene leben ihre Träume körperlich aus: Sie schlagen, treten oder schreien im Schlaf. Normalerweise lähmt das Gehirn die Muskeln in der Traumphase. Bei RBD funktioniert dieser Schutzmechanismus nicht mehr. Die Störung betrifft vor allem Männer über 60.
Die Zahlen sind alarmierend: Bis zu 80 oder 90 Prozent der Menschen mit diagnostizierter RBD entwickeln innerhalb von 10 bis 15 Jahren eine neurodegenerative Erkrankung. Dazu zählen:
* Parkinson-Krankheit
* Lewy-Körperchen-Demenz (die zweithäufigste Demenzform)
* Multisystematrophie
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Diese Krankheiten werden unter dem Begriff Alpha-Synukleinopathien zusammengefasst. Die Schlafstörung ist ein sogenanntes prodromales Symptom – sie geht den Hauptsymptomen voraus.
Diagnose im Schlaflabor
Viele Betroffene schämen sich oder bemerken ihr nächtliches Verhalten nicht selbst. Oft sind es die Schlafpartner, die die Auffälligkeiten schildern. Die sichere Diagnose stellt ein Schlaflabor.
Dort wird per Video-Polysomnographie gemessen, ob die Muskelerschlaffung in der REM-Schlafphase tatsächlich ausbleibt. Diese Früherkennung ist entscheidend. Sie ermöglicht es, Patienten als Risikogruppe zu identifizieren und frühzeitig neurologisch zu überwachen.
Warum ist der Schlaf so aussagekräftig?
Die RBD ist ein direktes Signal aus den Tiefen des Gehirns. Sie zeigt eine Fehlfunktion in genau den Hirnstammregionen an, die bei Parkinson und Lewy-Körperchen-Demenz früh geschädigt werden. Gestörter Schlaf ist damit mehr als nur ein Symptom – er kann ein veränderbarer Risikofaktor sein.
Im Schlaf reinigt sich das Gehirn und transportiert schädliche Proteinablagerungen ab. Bei Schlafstörungen wie der RBD könnte dieser Prozess beeinträchtigt sein.
Neue Hoffnung für präventive Therapien
Die Identifizierung der Hochrisikogruppe eröffnet neue Wege. Die Forschung konzentriert sich jetzt auf neuroprotektive Therapien, die den Krankheitsausbruch verzögern oder verhindern sollen. Menschen mit RBD sind ideale Studienteilnehmer, da bei ihnen vor dem Auftreten irreversibler Schäden interveniert werden kann.
Aktuell zielt die Behandlung der RBD auf die Linderung der Symptome und den Schutz vor Verletzungen. Langfristig hoffen Forscher, dass die Erkenntnisse über die Schlafstörung den Schlüssel zu Therapien liefern, die an der Wurzel der neurodegenerativen Prozesse ansetzen.
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