Bielefeld. Aus dem Reigen der vielen Polarlicht-Bilder, die uns im Nachgang der magischen Nacht über Bielefeld von unseren Leserinnen und Lesern erreichten und immer noch erreichen, sticht eine Aufnahme besonders hervor. Marius Bensiek (27) hat sich einen großen Wunsch erfüllt und das Natur-Spektakel über der Alm fotografiert. Der NW hat der ambitionierte Hobby-Fotograf die Geschichte hinter seinem außergewöhnlichen Bild geschildert.
Als großer Norwegen-Fan ist Bensiek vor Jahren in den Genuss gekommen, Polarlichter im nördlichen Skandinavien zu bestaunen: „Das war für mich sehr beeindruckend, sodass ich mich intensiver mit Polarlichtern beschäftigt habe und seitdem das Geschehen rund um die bunten Lichter verfolge.“ So habe er auch in der Vergangenheit jede Gelegenheit genutzt, um in unseren Breiten Polarlichter zu fotografieren.
Dabei kam ihm immer wieder die Idee, bekannte Bielefelder Orte unter Polarlicht abzulichten. Aber das ist in einer Großstadt wie Bielefeld gar nicht mal so einfach. Lichtverschmutzung trägt nicht gerade dazu bei, das großartige Naturphänomen in unseren Gefilden zu beobachten. Dementsprechend gab es in der Vergangenheit etliche Versuche, bei denen dem Bielefelder keine schönen Aufnahmen gelungen sind.
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Spekulation über massiven Sonnensturm
Das Bild von Marius Bensiek ist vor dem berühmten Eisbärenschild in Longyearbyen auf Spitzbergen entstanden. Wenn man genau hinsieht, erkennt man zufällig auch einen Arminia-Sticker auf der Stange. Wie genau der da hingelangt ist, kann sich der Bielefelder auch nicht erklären.
| © Privat
Nun war es vor zwei Tagen aber anders: Am Morgen des 19. Januar häuften sich die Einträge in den einschlägigen Polarlicht-Foren. Zunehmend wurde über einen massiven Sonnensturm spekuliert. „Am Nachmittag war noch nicht wirklich klar, wie gigantisch die kommende Nacht werden würde. Abends verdichteten sich die Anzeichen, dass zumindest fotografisch einiges zu sehen sein wird“, berichtet Bensiek.
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Als sich die Lage zuspitzte, schaute er das entscheidende Gruppenspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Spanien. „Zehn Minuten vor Spielende traf ich dann eine Entscheidung. Abgelenkt von der Analyse sämtlicher Werte und Daten und der Sichtung von Webcam-Bildern von der Nordseeküste nahm ich meine Kamera, zog mich warm an und verließ das Haus.“ Ein Blick Richtung Norden offenbarte ihm, dass die Entscheidung nicht allzu schlecht gewesen ist.
Er zückte das Handy und schoss einen Schnappschuss der Johanniskirche. Im Hintergrund: Roter Himmel, Nordlicht! Der Fotograf stieg nervös ins Auto und fuhr los. Ziel: „Ich muss zur Alm, um mein Wunschfoto zu schießen!“ Er parkte direkt vor dem Eingang der Südtribüne, stellte seine Kamera samt Stativ auf und blickte in den Himmel.
Vor Freude laut gejubelt
„Gänsehaut. Tränen. Selbstgespräch und Jubel. Ich traute meinen Augen nicht, als plötzlich die grünen Polarlichter über der Alm anfingen zu tanzen. Vor Freude habe ich laut gerufen. Das passiert sonst nur 30 Meter weiter hinter dem Tor. Als Dauerkarteninhaber auf der Südtribüne ist mir in dieser Nacht ein für mich einmaliges Bild gelungen, auf das ich sehr stolz blicke“, sagt Bensiek. Zu Recht, denn mit der Aufnahme ist dem Arminia-Fan ein außergewöhnliches Foto gelungen und die NW-Lokalredaktion bedankt sich sehr herzlich für die Zusendung.
Der 27-Jährige ist angehender Grundschullehrer, der in seiner Freizeit viel in der Natur unterwegs ist und das Reisen liebt. „Dort lerne ich viele Dinge kennen, die auch anschließend in der Schule den Kindern ein Staunen ins Gesicht zaubern. So war ich im Sommer auf Spitzbergen und erzählte den Kindern von der Mitternachtssonne und davon, dass die Kinder dort auch um 2 Uhr nachts noch unter der Sonne Fußball spielen können.“
Danach noch zum Viadukt nach Schildesche
Den Viadukt unter dem Polarlicht hat Marius Bensiek gut getroffen. Die Lichter auf dem Bauwerk stammen von einem vorbeifahrenden Zug.
| © Marius Bensiek
Nach der Aufnahme an der Alm zog es Bensiek noch zum Obersee, um ein weiteres Wahrzeichen Bielefelds abzulichten. Der Viadukt unter dem Polarlicht war bereits sein dritter Anlauf. „Dieses Mal habe ich ihn ganz gut getroffen.“ Die Lichter auf dem Bauwerk stammen von einem vorbeifahrenden Zug.
„Dieses Ereignis wird für viele Jahre einzigartig sein und wir alle können froh sein, Teil davon gewesen zu sein“, berichtet Marius Bensiek abschließend.
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