Der Titeltraum lebt – und er hängt an zwei Abenden, die es in sich haben. Deutschlands Handballer gehen als Spitzenreiter in die letzten beiden Hauptrunden-Spieltage und haben das Halbfinale fest im Blick. Jetzt kommen die Giganten. Erst Dänemark, dann Frankreich. Zwei Brocken, zwei Chancen.
Die Ausgangslage bei der Handball-EM ist wie gemalt. Die DHB-Auswahl führt nach dem Norwegen-Krimi die Gruppe I mit 6 Punkten an. Dahinter folgen Frankreich und Dänemark mit je 4 Punkten, Norwegen und Portugal mit je 2 Punkten, Spanien ist noch ohne Zähler. Am Montag wartet Olympiasieger und Weltmeister Dänemark (20.30 Uhr, ARD und Dyn), am Mittwoch folgt Titelverteidiger Frankreich (18 Uhr, ZDF und Dyn). Frankreich spielt zuvor noch gegen Schlusslicht Spanien, Dänemark beendet die Hauptrunde mit dem Skandinavien-Duell gegen Norwegen.
Foto: BILD
So kommt Deutschland ins Halbfinale!
Gewinnt die DHB-Auswahl eines der beiden Spiele, steht sie bei mindestens 8 Punkten. Platz 1 oder Platz 2 wären ihr damit nicht mehr zu nehmen. Beide Plätze berechtigen zum Halbfinale (über Kreuz gegen die besten zwei Teams aus Gruppe II).
- Zwei Unentschieden reichen ebenfalls!
Auch zwei Unentschieden gegen Dänemark und Frankreich bedeuten 8 Punkte. Das Halbfinale in Herning (30.1.) wäre damit ebenfalls sicher erreicht.
- Ein Unentschieden kann reichen!
Ein Punkt genügt dann, wenn der Gegner (Dänemark oder Frankreich), gegen den Deutschland punktet, sein zweites Spiel aber verliert. In diesem Fall würde die DHB-Auswahl trotz nur eines Remis weiterkommen.
- Zwei Niederlagen müssen nicht das Aus bedeuten!
Das komplizierteste und wohl unwahrscheinlichste Szenario! Eines, bei dem der Handball-Gott ein deutsches Trikot anhaben müsste. Hier müsste seeehr viel passen. So kann es klappen: Deutschland verliert gegen Dänemark nur mit einem (!) Tor, die Höhe der Niederlage gegen Frankreich ist egal. Norwegen schlägt Portugal und gewinnt anschließend auch gegen Dänemark mit nur einem Tor. Dann wären Frankreich (8 Punkte) sowie Norwegen, Dänemark und Deutschland jeweils bei je 6 Punkten, es käme zum Dreiervergleich der Mannschaften mit 6 Punkten (nur direkte Duelle zählen). Alle drei Teams hätten je einen Sieg und eine Niederlage. Entscheidend wäre dann das Torverhältnis aus diesen Spielen: Norwegen – 1, Dänemark 0, Deutschland + 1! Das hieße: Platz 2 für die DHB-Auswahl, Halbfinale erreicht.
Was für eine Torwart-Leistung!: Wolff überragend bei Mega-Sieg
Quelle: ZDF25.01.2026
Bundestrainer Alfred Gíslason (66) auf BILD-Nachfrage: „Es fühlt sich super an, es ist genau das, was wir uns erhofft haben. Aber wir wissen auch: Jetzt warten auf uns die zwei besten Mannschaften der Welt, und wir müssen eine von den beiden schlagen.“ Gut gerechnet! Gíslason lächelnd: „Es hätte aber auch schlechter sein können.“
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Für die DHB-Auswahl ist es mathematisch eine Herausforderung und sportlich eine Reifeprüfung. Gegen Dänemark sitzen die Wunden tief: Das olympische Finale 2024 in Lille ging mit 26:39 verloren, bei der WM vor einem Jahr setzte es in Herning ein 30:40.
Frankreich weckt dagegen beste Erinnerungen. Das letzte Duell war das olympische Viertelfinale 2024 – ein Handball-Drama mit Happy End. Deutschland rang den Top-Favoriten mit 35:34 n.V. nieder. Fast mit der Schlusssirene nach 60 Minuten traf Renars Uscins (14 Tore insgesamt) per Notwurf zum 29:29, sicherte die Verlängerung. In der gelang dem Linkshänder auch der entscheidende 35. Treffer.
