Parteien kämpfen für Rettung

Kultclub droht Aus nach über 60 Jahren: „Darf nicht sterben“

25.01.2026 – 12:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Club Voltaire in der Frankfurter Innenstadt (Archivbild): Dieser wurde bereits im Jahr 1962 eröffnet.Vergrößern des Bildes

Der Club Voltaire in der Frankfurter Innenstadt (Archivbild): Dieser wurde bereits im Jahr 1962 eröffnet. (Quelle: Club Voltaire)

Ein Frankfurter Kultclub steht nach mehr als sechs Jahrzehnten vor dem Ende. Während SPD, Grüne und Linke für die Rettung kämpfen, schießt die CDU dagegen.

Nach fast 65 Jahren steht Frankfurts wohl bekanntester linker Treffpunkt vor dem Haus. Wie der Club Voltaire unter der Woche bekannt gab, sind die Verhandlungen über eine Verlängerung des Mietvertrags für das Haus in der Kleinen Hochstraße in der Innenstadt gescheitert. Demnach wollen die Erben der bisherigen Eigentümerin das Grundstück verkaufen.

Mit dem Ende des Clubs wollen sich die Betreiber aber nicht so einfach abfinden. Daher ist die Gründung einer Initiative „Rettet den Club“ geplant. Der langjährige Vorsitzende und Frankfurter Politiker Lothar Reininger erklärte: „Der Club Voltaire darf nicht sterben, er ist vielen Frankfurtern und Linken eine Herzensangelegenheit.“

Unterstützung erhalten die Club-Betreiber aus der Frankfurter Lokalpolitik. Bereits am Donnerstag erklärte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) im Gespräch mit der „Frankfurter Rundschau“, dass sie einen Kauf des Hauses durch die Stadt für sinnvoll erachte. Schließlich sei der Club Voltaire „ein wichtiger Ort“ für Frankfurt. Rückendeckung bekam sie inzwischen von den Grünen sowie der Linken.

Uwe Paulsen, kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Römer sagte, es müssten „alle Möglichkeiten genutzt werden, um die Existenz des Club Voltaire zu sichern“. Dabei sei vorrangig die Möglichkeit des Erwerbs des Grundstücks durch die Stadt zu prüfen. „Sollte dies nicht möglich sein, ist mit dem neuen Eigentümer über eine Übereinkunft mit dem Ziel einer weiteren Nutzung durch den Club Voltaire zu verhandeln.“

Ähnlich äußerte sich Michael Müller, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Römer. „Der Club Voltaire ist eine Institution in Frankfurt, ein wichtiger politisch-kultureller Ort und Anker antikapitalistischen Protests.“ Zudem sei der Club einer der wenigen Orte in der Innenstadt, die nicht der bloßen Profitmaximierung diene. Man fordere die Stadt daher auf, „das Gebäude anzukaufen und dem Club eine dauerhafte Nutzung zu ermöglichen“.

Deutlich anders blickt man im Lager der CDU auf die Diskussion. „Wirklich? Die SPD-Vorsitzende und Kulturdezernentin Ina Hartwig will Millionen ausgeben, um für den Club Voltaire eine Immobilie zu kaufen? Während viele Kulturbetriebe in Frankfurt jeden Euro dreimal umdrehen, weil die Förderung zu knapp wird?“, fragte die Partei in einem Statement. „Das ist absurd.“

Der Club Voltaire wurde im Jahr 1962 gegründet. Er ist Veranstaltungsort für Konzerte, Tanzveranstaltungen, Improvisationsabende und Wirtshaussingen, aber auch politische Events. Getragen wird der Club von einem gemeinnützigen Verein. Finanziert wird er aus Zuschüssen der Stadt Frankfurt (Kultur- und Jugendamt), Spenden, Mieteinnahmen und Eintrittsgeldern.