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Bremen/Köln – Gestatten, ich bin der Neue! Heute Abend tritt Tijan Njie (34) erstmals als Ermittler Patrice „Prince“ Schipper im Bremer Tatort „Wenn man nur einen retten könnte“ auf (ARD, 20.15 Uhr). Er unterstützt Jasna Fritzi Bauer alias Kommissarin Liv Moormann bei ihrer Arbeit. BILD traf Njie in seiner Heimatstadt Köln – und verrät, wie er tickt.
Der Schauspieler und leidenschaftliche Fußballer (kickte beim 1.FC Spich in der Landesliga) wurde durch „Alles was zählt“ und seinen Halbfinaleinzug bei „Let’s Dance“ 2020 bekannt.

Njie tanzte sich 2020 mit Partnerin Kathrin Menzinger (37) bei „Let’s Dance“ bis ins Halbfinale
Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress
Wie kam Tijan Njie zum „Tatort“?
Er zu BILD: „Es war ein klassisches Casting, und ich habe von Anfang an versucht, der Rolle des Prince eine eigene Note zu geben. Natürlich habe ich mich über die Zusage gefreut, weil der Tatort ein sehr bekanntes und traditionsreiches Format ist.“
Aber vor allem freute er sich, als dunkelhäutiger Schauspieler in einem Krimi auch mal als Ermittler und nicht nur als Bösewicht besetzt zu werden. „Solche Anfragen sind nicht selbstverständlich“, sagt er. „Rollen werden oft noch sehr einseitig gedacht. Mir ist wichtig, dass Figuren ein echtes Spektrum haben und im Drehbuch wahrhaftig existieren – nicht nur als Funktion, sondern als Menschen.“

Tijan Njie wurde durch „Alles was zählt“ bekannt. Der Schauspieler und Fußballer lebt in Köln
Foto: Geisler-Fotopress
Die Macher gaben ihm im Lieblingskrimi der Deutschen direkt viel Mitspracherecht. Eine Szene veränderte er gemeinsam mit Jasna Fritzi Bauer sogar noch beim Dreh, verrät er BILD: „So war es auch bei einer vermeintlichen Date-Szene, die wir während des Drehs noch einmal verändert haben, weil sich eine andere Lösung stimmiger angefühlt hat.“
Übrigens: Auch wenn es am Ende des Films so wirkt, als hätte seine Figur keine Lust mehr auf Mordermittlungen, sollen weitere Auftritte von Njie im Tatort nach BILD-Infos beim NDR geplant sein. Er beantwortet die Frage nach seiner Tatort-Zukunft so: „Das Projekt war für mich eine sehr spannende und schöne Erfahrung. Jetzt schauen wir mal, was die Zukunft so bringt. “
Wer ist Tijan Njie?
In Herford (NRW) geboren, wuchs er mit drei Geschwistern bei seiner alleinerziehenden, tunesischen Mutter auf. Zu seinem aus Gambia stammenden Vater hat er keinen Kontakt. Als Person of Color sei er früh mit Vorurteilen konfrontiert worden, erzählt er. „Als Kind versteht man oft noch nicht, warum man anders behandelt wird. Ich fühle mich als Deutscher wie jeder andere auch. Dass einem das dennoch abgesprochen wird, ist unfair.“ Deshalb positioniert er sich auch seit seiner Jugend aktiv gegen Rassismus und Ausgrenzung, „ohne dabei in Angst zu verfallen“, wie er sagt.

Tijan Njie mit BILD-Reporter Bernd Peters in seiner Heimatstadt Köln
Foto: Bernd Peters/BILD
Privat ist er nach BILD-Infos seit einiger Zeit Single. „Ich bin zufrieden, wie es ist“, sagt er dazu. „Gleichzeitig ist Familie für mich ein wichtiges Thema, und langfristig kann ich mir dieses Kapitel durchaus vorstellen. Bei meinem Bruder, der gerade zum ersten Mal Vater geworden ist, sehe ich, wie toll das ist. Eine eigene Familie zu gründen, das wünsche ich mir auf Dauer auch. “
Apropos Familie: Erst vor sechs Jahren lernte er seine Halbschwester kennen – und zwar durch „Let’s Dance“. „Sie hat mich dort gesehen und mir geschrieben. Das Kennenlernen war sehr schön, und seitdem haben wir einen regelmäßigen Austausch. Das bedeutet mir viel. “