In einem kürzlich veröffentlichten Positionspapier der Städte und Landkreise im MVV kritisieren diese den Eisenbahnverkehr im Großraum München. Es handelt sich um die zweite Fortschreibung früherer Papiere, in denen Herausforderungen, Forderungen und Lösungsvorschläge unter anderem etwa für die Zukunft der Münchner S-Bahn diskutiert wurden. Die Unterzeichner stellen fest: Der Zustand des Personenverkehrs in und um München habe sich nicht verbessert, vielmehr drohe eine Zuspitzung der Lage.

Besonders kritisch sehen die Unterzeichner das Nahverkehrsnetz für S-Bahnen und Regionalzüge im Verbundraum. Dieses befinde sich „in einem erbärmlichen und überlasteten Zustand“. Bis zur Inbetriebnahme der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in den 2030er Jahren könnten Fahrgäste „unmöglich“ warten. Als Eigentümer des Flächennetzes müsse sich der Bund nachhaltig um das gesamte Schienennetz kümmern.

Forderung: Flughafenexpress soll bis 2028 kommen

Die bestehende Schieneninfrastruktur sei in weiten Teilen überlastet. Obwohl die Fahrgastnachfrage seit Jahrzehnten steige, sei die Infrastruktur nicht ausreichend ausgebaut worden, was zur Instabilität des Systems führe. Zudem sei die Infrastruktur stark sanierungsbedürftig. Die Unterzeichner fordern eine nachhaltige und planvolle Instandhaltung sowie ausreichende Finanzmittel zur Sanierung der Flächennetze.

Explizit gefordert wird etwa, dass die Anbindung an den Münchner Flughafen an das S-Bahn-und Regionalzugnetz und an das Fernverkehrsnetz verbessert wird. Dies solle „spätestens mit Zulauf der neuen S-Bahn-Fahrzeuge“ – dieser ist ab 2028 geplant – passieren: Bis dahin solle ein Flughafenexpress auf der Strecke der S8 fahren.

Politiker warnen vor „nächster Eskalationsstufe“

Die Unterzeichner warnen vor einer „nächsten Eskalationsstufe“: Einzelne Haltepunkte könnten nicht mehr angefahren werden, um Zeitverluste aufgrund von Langsamfahrstellen auszugleichen. Damit rücke ein „Horrorszenario“ in greifbare Nähe, bei dem wegen Mängeln der Infrastruktur ganze Streckenabschnitte langfristig stillgelegt werden müssten, wie es aktuell etwa auf der Strecke der S2 zwischen Markt Schwaben und Erding der Fall ist.

Darüber hinaus fordert das Positionspapier konkrete Maßnahmen zur Angebotsplanung: Dazu gehören unter anderem die Schließung von Taktlücken bei der S-Bahn München, die Einführung eines „Rund-um-die-Uhr“-Angebots auf Stammstrecke und Außenästen sowie die Einführung eines 30-Minuten-Takts auf Regionalzugverbindungen im Verbundraum in den Haupt- und Nebenverkehrszeiten. Auch die Digitalisierung des Bahnknotens München wird als entscheidender Schritt für einen leistungsfähigeren und zuverlässigeren Betrieb hervorgehoben.

In den kommenden Jahren dürfe es zu keinen Einschnitten beim Verkehrsangebot kommen; trotz schwieriger Kassenlage der öffentlichen Hand. Viel mehr müsse das Angebot noch ausgebaut werden. Die Unterzeichner fordern mehr Investitionen. Zwar seien Bund, Freistaat und Bahn bereits mit „millionen- und milliardenschweren Programmen“ zur Verbesserung der Infrastruktur im Bahnknoten München aktiv, doch dies reicht nach Ansicht der Verbundlandkreise und -städte nicht aus, um ein leistungsfähiges und zuverlässiges Verkehrssystem zu gewährleisten.

Weitere Forderungen und Maßnahmen können im Positionspapier nachgelesen werden.

  • Franziska Hubl

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