Ansicht der Mülheimer Stadthalle vom gegenüberliegenden Ruhrufer (1926) (Foto: Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr)
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Mülheim an der Ruhr. Seit Donnerstag, 22. Januar 2026 ist im Haus der Stadtgeschichte (Von-Graefe-Straße 37, 45470 Mülheim an der Ruhr) eine Ausstellung des Stadtarchivs zum 100. Geburtstag der Stadthalle zu sehen. Historische Fotografien und Plakate zeigen das Gebäude sowie die Vielfalt der Veranstaltungen von 1926 bis heute, mit einem Schwerpunkt auf den 1920er- und 1930er-Jahren. Die Ausstellung kann noch bis zum 1. Juni 2026 während der Öffnungszeiten – montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr, samstags und sonntags geschlossen – besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.
Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts bestand in der Mülheimer Bürgerschaft der Wunsch nach einem repräsentativen Ort für kulturelle und sonstige Veranstaltungen. Neidisch blickte man zu den Nachbarn nach Essen oder Elberfeld, wo in dieser Zeit prunkvolle städtische Säle geplant und gebaut wurden. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs sowie die unruhigen Nachkriegsjahre verzögerten das Projekt bis 1922, als nach einem deutschlandweiten Wettbewerb das Architekturbüro Pfeifer und Großmann durch Mülheims Oberbürgermeister Paul Lembke den Auftrag zum Bau einer Stadthalle erhielt. Von Herbst 1923 bis Ende 1925 entstand auf dem Broicher Ruhrufer ein prunkvoller Saalbau, der am 5. Januar 1926 feierlich eingeweiht wurde. Zeitgenossen fühlten sich beim Anblick an einen venezianischen Uferpalast erinnert. Die neue Stadthalle ergänzte das an der Ruhr bereits vorhandene Ensemble von Stadtbad, Schlossbrücke und Rathaus, so dass bald scherzhaft die Rede von einem „Ruhrvenedig“ war.

