1981 wurde Ullmann als erste Frau zur Goodwill-Botschafterin für die Unicef ernannt, setzte sich weltweit für Kinderrechte und -nöte ein. Der Zustand unserer Welt heute, die vielen Krisen und Kriege, Terror, Migration und Autokratie frustrieren sie, sagt sie, und die bergseeblauen Augen verdunkeln sich. «Ich bin oft desillusioniert. Kreativität ist meine einzige Antwort. Ich möchte mit Filmen an die Menschlichkeit appellieren. Ich glaube noch immer fest daran, dass Kunst uns Menschen eher daran erinnert als die Politik, wer wir sind.» Kunst als Katharsis, Kino als Empathieerzeuger, das ist ihr Credo. «Woher holen wir uns noch die Wahrheit? Von Filmemachern und Schauspielern, von Schriftstellern und Musikern. Sie zeigen uns das tatsächlich Menschliche. Daher bin ich stolz, dass ich mal Schauspielerin war.» Diese Frau hat jede Verneigung, jeden Preis verdient, für ihre Kunst und ihre Menschlichkeit.