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Visualisierung geplantes Hochhaus am IsarringHochhaus Isarring Simulation Christoph Bockmann.jpg © Ochs Schmidhuber Architekten

Das geplante Hochhaus am Isarring stößt auf massiven Widerstand. Nachbarn befürchten, dass ihre Häuser durch das 51 Meter hohe Gebäude verschattet werden.

München – Wird auf dem Grundstück am Isarring 11 künftig ein Hochhaus stehen? Diese Frage stellen sich die Bürger in Schwabing-Freimann schon seit Längerem. Ende September 2025 wurde das Projekt bereits in der Kommission für Stadtgestaltung in öffentlicher Sitzung vorgestellt und diskutiert – und im Dezember fand eine Informationsveranstaltung für alle am Thema Interessierten in der Seidl-Villa statt. Derzeit werde von der Lokalbaukommission (LBK) ein Antrag auf Vorbescheid geprüft, der laut Patric Wolf (CSU), Vorsitzender des örtlichen Bezirksausschuss, jedoch mit großer Sicherheit abgelehnt werde.

Bau auf denkmalgeschützter Fabrik wird kritisch gesehen

Für Aufsehen sorgte vergangenes Jahr besonders die Visualisierung des 51 Meter hohen Hauses, die von dem Büro Ochs-Schmidhuber-Architekten (OSA) samt umfangreicher Pläne im Auftrag des Investors Bernhard Laber erarbeitet wurde. Das Hochhaus soll demnach auf ein seit 2024 denkmalgeschütztes Fabrikgebäude – einen Teil der ehemaligen Hesselberger Leder- und Treibriemenfabrik – gesetzt werden. In der Sitzung der Kommission für Stadtgestaltung Ende September wurde aber gerade dieses Vorhaben kritisch gesehen, da das Fabrikgebäude nicht ohne Grund unter Denkmalschutz steht.

Denn während der NS-Zeit ging das Vermögen der jüdische Familie Hesselberger „durch räuberische Erpressung nach und nach in ‚arischen‘ Besitz“ über und die verwitwete Ilse Hesselberger wurde 1941 nach Kaunas deportiert und ermordet, wie es auf der Website des NS-Dokumentationszentrums nachzulesen ist. Zwar betonte Fabian Ochs (OSA) in der Sitzung Ende September, die jüdische Gemeinde kenne das Gesamtprojekt, die Kommission für Stadtplanung überzeugte das aber nicht. Die Fabrik als Denkmal werde „zur Manschette am Fuße des Hochhauses“, hieß es zum Beispiel.

Anwohner befürchten: „Uns wird die Sonne geraubt“

Doch nicht nur aus dieser Richtung kommt Kritik, die direkten Anwohner am Isarring haben ebenfalls große Bedenken, wenn auch aus anderen Gründen. Den Häusern hinter dem Hochhaus, etwa im Beltweg oder der Imhofstraße, werde komplett die Sonne geraubt, so die Sorge mancher.

Bei der Informationsveranstaltung in der Seidl-Villa wurden ebenfalls Stimmen gegen das Gebäude laut. Eine Bürgerin sagte etwa, für sie sehe das nach neuen Luxuswohnungen aus. Nachdem Florian Schmidhuber (OSA) erklärte, dass dort auch geförderte Wohnungen vorgesehen seien, meinte dieselbe Bürgerin wiederum, was denn da dann für Leute in ihre Nachbarschaft ziehen würden. „Not in my Backyard“ – resümiert Patric Wolf die Grundeinstellung der meisten Anwesenden im Nachgang.

Auch an unsere Zeitung hat sich kürzlich ein Anwohner aus dem Beltweg gewandt, da seiner Meinung nach bisher nur die positiven Aspekte des Hochhauses veröffentlicht worden seien. Jedoch wollten anschließend weder er noch der von ihm genannte Eigentümer-Beirat des Häuserkomplexes im Beltweg etwas zu dem Thema sagen.

Antrag auf Vorbescheid wird wohl abgelehnt

Die Zeit drängt wohl auch nicht. Schließlich geht es derzeit nur um den Vorbescheid. Der entsprechende Antrag werde derzeit von der LBK geprüft, bestätigt das Planungsreferat. Das heißt: Formell wurde bisher noch nichts entschieden, aber Patric Wolf hat bereits die Information bekommen, dass „der Antrag abgelehnt“ werden wird. Schon allein aus dem Grund, dass „es laut der Kommission für Stadtgestaltung für ein solches Projekt einen ausgeschriebenen Architektur-Wettbewerb geben muss.“