Eine Woche früher als eigentlich vom regulären Terminplan vorgesehen, kehrten die Frauen von Borussia Mönchengladbach in den Spielbetrieb der 2. Bundesliga zurück. Die Nachholpartie bei Viktoria Berlin stand an. Im November musste die Begegnung wegen eisiger Temperaturen abgesagt werden, bei der Neuansetzung sah die Wetterlage indes nicht viel freundlicher aus. Gespielt wurde trotzdem – mit unglücklichem Ausgang für die Borussia: In der 87. Minute fiel der 1:0-Siegtreffer für die Viktoria.
In der Anfangsphase waren beide Teams zunächst auf defensive Stabilität bedacht. Die erste Annäherung verzeichnete die Borussia nach rund zehn Minuten, als Paula Klensmann den Ball aus der Distanz in die Arme von Viktoria-Keeperin Melanie Wagner setzte. Wenige Minuten später versuchte es Yvonne Zielinski ebenfalls aus der Ferne, ihr Schuss verfehlte das Ziel jedoch knapp links.
Nach rund 25 Minuten kamen die Gastgeberinnen erstmals gefährlich vor das Tor. Henrike Saalmann zog aus spitzem Winkel ab, Paula Klensmann war jedoch aufmerksam zur Stelle und klärte die Situation. Kurz darauf setzte Borussia ein offensives Ausrufezeichen. Nach einem schnellen Angriff legte Suus van der Drift nach rechts auf Alena Gerber (Foto) ab, deren Direktabnahme über den Kasten rauschte.
Auf der Gegenseite bot sich der Viktoria wenig später die große Chance zur Führung. Nach einem langen Ball lief Melissa Ugochukwu allein auf Jil Frehse zu, scheiterte im Eins-gegen-eins jedoch an der stark reagierenden Borussia-Torhüterin. Auch bei einer scharfen Hereingabe von Ugochukwu war Frehse kurz darauf am ersten Pfosten zur Stelle. Bis zum Pausenpfiff stand die Borussia-Defensive ansonsten sehr sicher und ließ nichts mehr zu.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Borussia druckvoller aus der Kabine. Den ersten Abschluss verzeichnete Miray Cin, deren Versuch in den Armen von Wagner landete. Etwas später brachte Gerber eine scharfe Hereingabe in den Strafraum, Berlins Torhüterin ließ den Ball abprallen, doch niemand war zur Stelle, um die Situation zu verwerten.
Mit zunehmender Spielzeit erhöhte die Viktoria die Schlagzahl. Nach einer Flanke von der rechten Seite zielte Anna Höfker aufs rechte Eck, doch Frehse reagierte glänzend und lenkte den Ball zur Seite. In der 82. Minute bot sich Ugochukwu die große Gelegenheit zur Führung, jagte das Leder aber aus zwölf Metern freistehend über den Kasten. Vier Minuten später ging Viktoria aber doch in Führung. Nach einem Pass auf die linke Seite hatte Kim Urbanek viel Platz und jagte den Ball zum 1:0 aus spitzem Winkel ins lange Eck.
Borussias Trainer Jonas Spengler konzentrierte sich nach Schlusspfiff auf die positiven Aspekte, die sein Team nach der Winterpause zeigte. „Wir waren über weite Strecken im Mittelfeld sehr dominant und haben gegen ein Top-Team defensiv kaum etwas zugelassen. Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, es aber leider nicht geschafft, uns dafür zu belohnen. Trotzdem bin ich sehr bin stolz auf die Leistung der Mannschaft. Auf unsere defensive Stabilität können wir aufbauen. Natürlich sind wir enttäuscht, weil wir ohne Punkte geblieben sind, nehmen aus der Partie aber viele positive Eindrücke mit“, so Spengler.
Da in einem weiteren Nachholspiel die Reserve von Bayern München 6:0 gegen Turbine Potsdam gewann, liegt Borussia nur noch einen Zähler vor der Abstiegszone.