„Es tanzt“ hieß es am Sonntag bei dem Festkonzert der Uni Duisburg-Essen. Die traditionelle Veranstaltung zum Ende des Wintersemesters bot ein kurzweiliges, aber anspruchsvolles Programm für die Zuhörer. In diesem Jahr fand das Konzert erstmals nicht im Theater statt, sondern in der gut gefüllten Philharmonie Mercatorhalle.
Das Motto verwies auf die drei weniger bekannten Werke, die vordergründig heiter und eben tänzerisch sind, aber zugleich eine melancholische Unterströmung haben. Im Mittelpunkt stand jenes Tripelkonzert für Klavier, Violine und vor allem Violoncello mit Orchester C-Dur op. 56, das Ludwig van Beethoven 1803/04 komponierte. Der letzte der drei Sätze – von denen der zweite und der dritte unmittelbar ineinander übergehen – ist eine schwungvolle Polonaise.
Solistisch profilierte sich hier das junge Davidoff-Trio aus Yona Sophia Jutzi (Klavier), Johannes Wendel (Violine) und Christoph Lambrecht (Cello), das noch am Kammermusik-Standort Duisburg der Folkwang-Universität bei Prof. Thomas Hoppe auf Konzertexamen studiert. Hier zeigte es gewisse Freiheiten in der Gestaltung, bei denen auch das ehrenamtliche Orchester aufmerksam mitzog. Die Zugabe des Trios war am Ende die beliebte „Marche miniature viennoise“ von Fritz Kreisler.
Den Rahmen dazu bildeten zwei besonders subtile Werke aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Diese waren die kurze „Marche écossaise“ von Claude Debussy über eine traditionelle schottische Dudelsackmelodie und die ausgedehnten Symphonischen Tänze op. 45 von Sergej Wassiljewitsch Rachmaninow. Es handelt sich dabei um das orchestrale Vermächtnis dieses Komponisten von 1940.
Oliver Leo Schmidt erreichte als Dirigent beachtliche Aufführungen auch dieser beiden kniffligen Partituren. Er ließ Verläufe ebenso erstehen, wie solistische Details der von Wolfgang Esch diesmal besonders treffsicher einstudierten Bläser, beispielsweise das Saxofon bei Rachmaninow. Das Uniorchester gab auch in der Mercatorhalle seine traditionelle Zugabe, diesmal das bekannte Bacchanale aus der Oper „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saens.
Eine Wiederholung ist für den Sonntag, 1. Februar, um 11 Uhr, in der Philharmonie Essen geplant.