Century Aluminum steht kurz davor, einen Anteil von 40% an einem geplanten US-Hüttenwerk der Emirates Global Aluminium (EGA) zu übernehmen. Es handelt sich dabei um das erste Primäraluminiumwerk, das seit fast 50 Jahren in den Vereinigten Staaten gebaut wird, wie die Unternehmen am Montag mitteilten.
EGA, die 60% des Joint Ventures behalten wird, hatte im Mai 2025 Pläne zum Bau des Hüttenwerks in Inola, Oklahoma, bekannt gegeben.
Die Unternehmen machten keine Angaben zu den finanziellen Bedingungen des Abkommens.
EGA hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass sie rund 4 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung des Projekts investieren wolle.
Mit Century als Partner wurde die geplante Kapazität des Hüttenwerks laut Angaben der Unternehmen von zuvor 600.000 Tonnen auf 750.000 metrische Tonnen Aluminium pro Jahr erhöht, was die US-Produktion des Metalls mehr als verdoppeln würde.
Der Bau des Hüttenwerks soll bis Jahresende beginnen, mit Produktionsstart bis Ende des Jahrzehnts. Das Projekt werde 1.000 dauerhafte Arbeitsplätze vor Ort schaffen und 4.000 Jobs im Baugewerbe unterstützen, teilten die Unternehmen mit.
HÜTTENWERK KOMMT VERTEIDIGUNGS-, AUTO- UND BAUBRANCHE ZUGUTE
US-Präsident Donald Trump hat sich dafür eingesetzt, die heimische Aluminiumproduktion zu stärken. Aluminium steht auf der US-Liste kritischer Mineralien; Trump erhöhte dazu die Einfuhrzölle.
Die Abgabe wurde ab Juni vergangenen Jahres auf 50% verdoppelt und trieb die sogenannte Midwest-Aluminiumprämie – die US-Kunden zusätzlich zum London Metal Exchange-Preis für physisches Aluminium zahlen – in diesem Monat auf einen Rekordwert von 99 US-Cent pro Pfund oder rund 2.183 US-Dollar pro Tonne.
Die US-Auto-, Luft- und Raumfahrt-, Bau-, Verpackungs- und Verteidigungsindustrie würden davon profitieren, sagte Jesse Gary, CEO von Century mit Sitz in Chicago.
„Etwa 85% des Aluminium-Bedarfs amerikanischer Industrien werden derzeit durch Importe gedeckt. Das neue Hüttenwerk wird das inländische Angebot dieses kritischen Minerals erweitern und die amerikanische Aluminiumbelegschaft vergrößern, wodurch das US-Know-how im Aluminiumsektor wiederbelebt wird“, erklärten EGA und Century in ihrer Mitteilung.