Nach der klaren 2:5-Niederlage beim SC Verl war der SV Waldhof Mannheim ins Niemandsland der Tabelle abgerutscht, während die Hansa-Kogge nach dem 2:1-Last-Minute-Sieg gegen den FC Erzgebirge Aue und einer insgesamt beeindruckenden Serie ohne Niederlage mit breiter Brust in die Kurpfalz reiste.

Im Carl-Benz-Stadion wurde in der Winterpause ein neuer Rasen verlegt, was mehr als notwendig war. Pünktlich um 13:30 Uhr pfiff Lukas Benen aus Nordhorn die Partie des 21. Spieltages vor 13.868 Zuschauern an – davon reisten rund 2.800 Fußballfreunde aus Rostock an und bevölkerten mehrheitlich die Sitzplätze im Gästebereich.
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Die OST zeigte zu Spielbeginn eine optische Aktion mit blau-schwarzen Fähnchen und dem Transparent ”Wir halten die Treue“, sowie mit dem Vereins- und Stadtlogo.

Der Gästeblock hatte einige Schwenker und Doppelhalter am Start, dazu gab es einen gewohnt dicht beflaggten Zaun mit allen relevanten Fahnen zu bestaunen. Auch in zweiter Reihe brachte man am Geländer einige Zaunbanner an. Ganz oben am Ende des Blockes hing zudem die große ”Super-Hansa“-Fahne, daneben wurde die in Schwarz-Rot-Gold gehaltene „Fanclub Märtyrer“-Fahne befestigt. Gewohnt lautstark starteten die Gästefans in die Partie.

Auf der Heimseite legte man auch gut los und zeigte während der ersten Halbzeit einige Spruchbänder zur Thematik Preispolitik.
So wurden die Preise für Getränke und Speisen erhöht, zudem wird ab sofort ein Aufschlag von drei Euro für an der Tageskasse erworbene Tickets erhoben.

Im weiteren Verlauf wurde noch einen Verstorbenen gedacht und zur Typisierung für die DKMS für den kleinen Felix aus Lampertheim, der erst sechs Monate alt ist, aufgerufen.

Im Stehplatz-Bereich der Gäste wurden gegen Ende der ersten Hälfte Schwenkfahnen als Sichtschutz genutzt, um Graffiti zu sprühen – dieser Vorgang zog sich fast bis zum Ende der Partie hin.

Auf dem Rasen fuhr der F.C. Hansa Rostock einen hochverdienten und zu keinem Zeitpunkt gefährdeten 4:0-Sieg ein, der auch in der Höhe verdient war.
Der SV Waldhof Mannheim konnte den Rostockern zu keinem Zeitpunkt Paroli bieten.

Bereits nach 12 Minuten fiel das 0:1 für die Gäste von der Ostseeküste. Und wie! Den ihm aufgelegten Ball haute Jonas Michel Dirkner mit Brachialgewalt unter die Latte! „Der sitzt! Und wie er sitzt! Ein unglaubliches Tor von Dirkner!“, rief der Kommentator in sein Mikro.

Die Kurpfälzer schwächten sich nach einer guten halben Stunde durch eine gelb-rote Karte für Emmenuel Iwe und kassierten wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff das 0:2. Naderi, den die Glasgow Rangers gern für drei Millionen Euro kaufen würden, wurde steil geschickt, behauptete an der Torauslinie sensationell den Ball, brachte diesen in den Strafraum hinein, und Andreas Voglsammer köpfte das Spielgerät unhaltbar in die Maschen. „Hammer!“, rief nun der Kommentator, der viel Freude an diesem Spiel zu haben schien.

Auch nach der Pause behielt der F.C. Hansa Rostock das Heft in der Hand und musste nur einen Schreckmoment überstehen, als Lohkemper in der 66. Minute alleine aufs Rostocker Tor zulief, jedoch am wieder 1a haltenden Uphoff scheiterte.

In der 75. Minute gab Naderi den Ball rüber zu Emil Holten, der den Ball zum 3:0 für Hansa einschieben konnte. Große Freude beim Dänen und seinen Mitspielern, der Sieg war nun in trockenen Tüchern – und weiter ging’s! Einer ging noch!

In der 85. Minute zeigte der kurz zuvor eingewechselte Christian Kinsombi, dass auch er mit Volldampf abschließen kann. Der Moderator kriegte sich gar nicht mehr ein und brüllte: „Ein Traumtor!“ Recht hatte er wohl, und nach Abpfiff feierten Mannschaft und Trainergespann gemeinsam mit den zahlreich angereisten und bestens aufgelegten Hansa-Fans den deutlichen 4:0-Auswärtssieg.

Der F.C. Hansa belegt nun mit 38 Punkten Rang vier und befindet sich nur noch zwei Punkte hinter der Tabellenspitze. Der SV Waldhof belegt mit 29 Punkten den zwölften Rang und fährt am kommenden Samstag zum FC Viktoria Köln – Anpfiff ist um 14:00 Uhr. Hansa Rostock empfängt im heimischen Ostseestadion den FC Ingolstadt 04 zur selben Anstoßzeit. Folgt für den FCH daheim das 13. Spiel in Folge ohne Niederlage? Man darf gespannt sein, und ich übergebe hiermit – was den F.C. Hansa betrifft – wieder an Heiko und Marco.

Fotos: Jochen S.