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Berlin – Für Hinweise, die zur Aufklärung des linksextremen Anschlags auf die Stromversorgung im Berliner Südwesten führen, ist eine Belohnung von 1 Million Euro ausgesetzt. Das bestätigte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

Damit bestätigte Spranger den Exklusiv-Bericht von BILD. Am 3. Januar hatten unbekannte Täter einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal in Lichterfelde verübt. Dadurch waren rund 45.000 Haushalte und mehr als 2000 Betriebe im Süden von Berlin tagelang ohne Strom.

Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (64) sprechen am 4. Januar in einer Notunterkunft in Lichterfelde mit einer 97-Jährigen

Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (64) sprechen am 4. Januar in einer Notunterkunft in Lichterfelde mit einer 97-Jährigen

Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Innensenatorin: „Ein einmaliger Vorgang“

Laut Welt (gehört wie BILD zu Axel Springer) sagte Spranger: „Das stimmt, das ist vom Bund entsprechend gemacht worden.“ Die hohe Summe sei ein Ausnahmefall: „Das ist ein einmaliger Vorgang. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass der Bund in so einer Größenordnung und in so einer Situation es so gemacht hat.“ Es gehe darum, einen Fall von Terrorismus aufzuklären.

Weil die Menschen in den betroffenen Stadtteilen nicht kochen konnten, verteilte die Bundeswehr heißen Eintopf

Weil die Menschen in den betroffenen Stadtteilen nicht kochen konnten, verteilte die Bundeswehr heißen Eintopf

Foto: Syen Kaeuler/dpa

Nach dem Anschlag hatte sich die „Vulkangruppe“ zu der Tat bekannt. Allerdings hatten andere Linksextremisten, die den Namen ebenfalls für sich reklamieren, das Vorgehen wegen der Auswirkungen auf die Bevölkerung verurteilt.

Viele Menschen waren nicht nur ohne Strom, sondern bei klirrender Kälte auch ohne Heizung. Leitungen froren zu, das führte auch zu schweren Wasserschäden. Außerdem blieben Schulen und Betriebe geschlossen, Alten- und Pflegeheime mussten evakuiert werden.

Eine Million Euro für Identifizierung der Täter

Am 7. Januar war der Stromausfall schneller als erwartet beendet. Die Suche nach Mitgliedern der Vulkangruppe blieb bisher allerdings erfolglos.

Das Verfahren wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, verfassungsfeindlicher Sabotage, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe führt der Generalbundesanwalt in Karlsruhe. Die Ermittlungen hat das Bundeskriminalamt übernommen.