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Kurz vor der Brand-Katastrophe fielen alle Kameras aus. Zufall? Ein Zeuge hatte bereits Tage zuvor vor den losen Dämmplatten an der Decke gewarnt.
Crans-Montana – Update vom 26. Januar 2026: War die Tür ein Notausgang oder nur „Servicetür“? Neue Recherchen zum Bar-Unglück in der Schweiz enthüllen brisante Ungereimtheiten.
Update vom 25. Januar 2026: Eleonora überlebte den Brand von Crans-Montana und zeigt sich tief dankbar über ihre Familie, die Ärzte und ihrem Freund, der sie aus den Flammen zog.
Erstmeldung vom 23. Januar 2026: Die Ermittlungen zur verheerenden Brandkatastrophe in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana (Schweiz) nehmen eine brisante Wendung. Wie aus den Akten hervorgeht, endeten die Aufzeichnungen der Überwachungskameras ausgerechnet drei Minuten vor dem Ausbruch des tödlichen Feuers um 1:26 Uhr in der Silvesternacht. 40 Menschen starben, 116 wurden verletzt.
Kurz vor der Brand-Katastrophe fielen alle Kameras in der Bar in Crans-Montana aus. Ein Zufall? Ein Zeuge hatte bereits Tage zuvor vor den losen Schaumstoffdecken gewarnt, die durch funkensprühende Champagnerflaschen später Feuer fingen. © picture alliance/dpa/KEYSTONE | Jean-Christophe Bott /X
Barbetreiber Jacques Moretti (49) behauptete in seiner ersten Vernehmung, das Überwachungssystem habe sich zu diesem kritischen Zeitpunkt „aufgehängt“ und er könne es nicht zurücksetzen. Wie die Bild-Zeitung unter Berufung auf Ermittlungsakten berichtet, legten die Barbetreiber elf Kamera-Einstellungen bis zu diesem Zeitpunkt vor. Sie sollen ein nur spärlich besetztes Untergeschoss mit wenigen Gästen zeigen – Augenblicke vor der Katastrophe. Wurden Beweise vorsätzlich vernichtet, von wem auch immer? Die Staatsanwaltschaft ermittelt mit Hochdruck.
Es sind immer neue Details, die Rätsel aufgeben. Wie aus einem Schreiben der Nebenklage-Anwältin Nina Fournier an die Staatsanwaltschaft des Wallis hervorgehen soll, habe „einer der Eheleute Moretti möglicherweise ein privates Luftfahrtunternehmen kontaktiert“, um die Flucht in einem Charter-Jet zu planen. Forensiker sollen im Untergeschoss der Bar ein Lager voller Pyrotechnik entdeckt haben. Auch diese Entdeckungen bringen die Barbetreiber in große Bedrängnis.
Silvesternacht: Brand in Schweizer Bar fordert 40 Todesopfer – Bilder vom Unglücksort
Fotostrecke ansehenGast machte kurz vor Brand alarmierende Beobachtungen in der Bar „Le Constellation“
Bereits vier Tage vor der Katastrophe hatte ein Gast alarmierende Beobachtungen gemacht: Der Lärmschutz-Dämmstoff über dem Billardtisch soll lose von der Decke heruntergehangen und „Wellen“ gebildet haben. Samuel M. (29) meldete sich dem Bericht der Zeitung zufolge nach dem Unglück bei den Ermittlern und schilderte: „Jemand sagte mir, dass es von der Decke regnen würde. Ich bemerkte, dass der Schaum über dem Billardtisch eine Welle bildete. Er war nicht richtig an der Decke befestigt, sondern hing ein wenig herunter.“
Tatsächlich brach das Feuer in der Silvesternacht als, als Kellnerinnen Champagner-Flaschen mit Sprüh-Fontänen durch die Bar trugen und sich der Schaumstoff an der Decke entzündete und rasend schnell ausbreitete. Verschärfend kommt hinzu, dass die Bar seit 2020 nicht mehr behördlich kontrolliert wurde. Brandschutzexperten kritisieren, dass die brennbare Schaumstoff-Deckenverkleidung allen brandschutztechnischen Grundlagen widersprochen habe.
Die Staatsanwaltschaft Wallis ermittelt gegen Jacques Moretti wegen fahrlässiger Tötung in 40 Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in 116 Fällen. Offenbar sei der Notausgang versperrt gewesen. „Ich bin am Boden zerstört von dem, was passiert ist“, soll er in einem ersten Verhör gesagt haben. Moretti ist mittlerweile gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Seine Frau Jessica wurde bereits zuvor unter Auflagen freigelassen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. (Quellen: Bild.de, polizeiwallis) (mke)
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