DruckenTeilen
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg im Ticker: Russland setzt Energieterror fort. Selenskyj fordert mehr Luftabwehr. Putins Verluste steigen weiter.
Update, 19:20 Uhr: Russische Drohnen haben einen Passagierzug mit 291 Menschen an Bord in der Region Charkiw attackiert und dabei zwei Personen verletzt. Drei Shahed-Drohnen iranischer Bauart schlugen vor der Lokomotive und in einem Passagierwaggon ein, wie der ukrainische Minister für Regionalentwicklung, Olexij Kuleba, mitteilte .„Es gab kein militärisches Ziel“, erklärte Kuleba auf Telegram. Alle Passagiere wurden aus dem westwärts fahrenden Zug auf der Strecke Barwinkowe-Lwiw-Tschop evakuiert. Bereits zuvor hatte es im Ukraine-Krieg wiederholt russische Angriffe auf den Bahnverkehr mit Toten und Schäden gegeben.
Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj bereit für persönliches Treffen mit Putin
Update, 18:14 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich zu einem persönlichen Treffen mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin bereiterklärt. Wie Außenminister Andrij Sybiha in einem Interview mit European Pravda mitteilte, könnte das Gespräch zwei zentrale Streitpunkte im Ukraine-Krieg klären: die territoriale Frage und die künftige Kontrolle über das Kernkraftwerk Saporischschja. „Genau um diese zu lösen, ist der Präsident bereit, Putin zu treffen und dies zu besprechen“, sagte Sybiha der European Pravda. Unklar ist jedoch, ob auch Putin bereit für ein Treffen mit Selenskyj ist. Der Kreml hat immer wieder die Legitimität von Selenskyj als Präsident angezweifelt.
Die Verhandlungsteams hätten bereits substantielle Diskussionen über Parameter für einen Waffenstillstand und dessen Überwachung geführt, erklärte Sybiha. Ein weiteres Treffen der Delegationen aus der Ukraine, den USA und Russland ist für Sonntag, den 1. Februar, geplant – wohl vorerst ohne Putin und Selenskyj.
Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj fordert baldigen EU-Beitritt
Update, 16:31 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Forderung nach einer EU-Mitgliedschaft der Ukraine bereits 2027 bekräftigt und diese als wichtige Sicherheitsgarantie für ganz Europa bezeichnet. „Der Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union ist eine der wichtigsten Sicherheitsgarantien nicht nur für uns, sondern für ganz Europa“, sagte Selenskyj nach einem Telefonat mit dem österreichischen Bundeskanzler Christian Stocker der dpa.
Parallel berichtete die Financial Times, dass Washington Druck auf Kiew ausübe, sich auf ein Abkommen mit Moskau einzulassen – im Gegenzug für US-Sicherheitsgarantien und Waffenlieferungen solle die Ukraine auf den Donbass verzichten. Die trilateralen Gespräche zwischen Ukrainern und Russen unter US-Vermittlung sollen am Sonntag in Abu Dhabi fortgesetzt werden, wobei Selenskyj eine Vorverlegung des Termins vorgeschlagen hat. Der Ukraine-Krieg dauert inzwischen fast vier Jahre an.
Ukraine-Krieg aktuell: Ex-US-Botschafter warnt vor Putins Hinhaltetaktik
Update, 14:23 Uhr: Der ehemalige US-Botschafter John Herbst hat vor einer Hinhaltetaktik Wladimir Putins in den Ukraine-Krieg-Friedensverhandlungen gewarnt. Während das Weiße Haus die Gespräche in Abu Dhabi als „konstruktiv“ bezeichnete, sieht Herbst darin nur ein taktisches Manöver des Kremls. „Putin versucht vernünftig zu erscheinen, obwohl er überhaupt nicht vernünftig handelt“, sagte Herbst der Kyiv Post. „Es gibt buchstäblich keinerlei öffentliche Anzeichen dafür, dass Russland zu Kompromissen bereit ist.“ Russland habe keinem der von Trump vorgeschlagenen Friedensvorschläge zugestimmt, während die Ukraine alle akzeptiert habe. Die russischen Angriffe auf Kiew während der Verhandlungen seien eine bewusste Botschaft gewesen.
Ukraine-Krieg aktuell: Putin-Vertrauter sieht Aufgabe des Donbass als „Weg zum Frieden“
Update, 13:05 Uhr: Kreml-Sondergesandter Kirill Dmitrijew hat einen vollständigen Abzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass als möglichen Weg zur Beendigung des Ukraine-Kriegs bezeichnet. „Ein Rückzug aus dem Donbass ist der Weg zum Frieden für die Ukraine“, schrieb Dmitrijew auf X. Russland kontrolliert bereits rund 90 Prozent der ostukrainischen Region und kämpft dort seit 2014. Kremlchef Wladimir Putin fordert jedoch zusätzlich die Abtretung ukrainischer Gebiete, die noch unter Kiewer Kontrolle stehen. Kiew hatte die Forderungen nach einer kampflosen Abgabe der Gebiete in Donezk und Luhansk bislangt zurückgewiesen.
Update, 12:01 Uhr: Die Lage in Kiew bleibt nach den jüngsten Angriffen Russland im Ukraine-Krieg angespannt. In einem Stadtteil sollen Wasser- und Abwasserleitungen in der Folge einfrieren. „Der Bürgermeister meint, wir sollten die Stadt verlassen, aber ich sage: Wir graben Löcher. Diese Möglichkeit hatten wir schon diesen Sommer in Betracht gezogen. Wir bauen Toiletten, wie in den Dörfern“, erklärte der Leiter des Bezirks laut Unian. Die Heizsituation in Troyeshchyna ist nach dem Beschuss vom 24. Januar die schlimmste in ganz Kiew. Die Gemeinde ist vollständig auf das örtliche Blockheizkraftwerk angewiesen, das derzeit außer Betrieb ist.
Ukraine-Krieg aktuell: Generalleutnant warnt vor Konflikt zwischen NATO und Russland
Update, 10:44 Uhr: Generalleutnant Gerald Funke, Chef des Gemeinsamen Unterstützungskommandos der Bundeswehr, warnte laut der Times davor, dass Russland innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre NATO-Staaten angreifen könnte. Im Zentrum eines mögliches Konflikts könnte Deutschland stehen. „Es ist wichtig für uns, Deutschland als Logistikdrehscheibe zu erhalten und die Lieferketten so lange wie möglich und reibungslos wie möglich aufrechtzuerhalten, sodass wir, falls eine Route ausfällt, die Möglichkeit haben, stattdessen andere zu nutzen“, sagte Funke weiter.
Update, 10:11 Uhr: Bei dem russischen Drohnenangriff sind in der ukrainischen Hafenstadt Odessa nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt worden. Der Chef der Stadtverwaltung, Serhij Lyssak, berichtete morgens auf Telegram von mindestens 23 Verletzten. Es seien mehrere Wohnblocks und Einfamilienhäuser, ein Infrastrukturobjekt und eine Kirche im Stadtzentrum beschädigt worden. Nachts habe es mehrere Brände gegeben, teilte Lyssak mit. Rettungskräfte bargen Menschen, die in den beschädigten Häusern eingeschlossen waren. In den Trümmern wurde noch nach drei Vermissten gesucht.
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Stromversorgung in Charkiw angegriffen
Erstmeldung: Kiew/Moskau – Unbeirrt von den jüngsten Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs wird der Konflikt mit ganzer Härte weitergeführt. Durch einen konzentrierten Angriff am Abend des 26. Januars waren etwa 80 Prozent der Stadt Charkiw und des Gebiets Charkiw von der Stromversorgung abgeschnitten. „Es handelte sich um einen kombinierten Angriff mit Raketen und Drohnen“, erklärte der Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Charkiw angesichts des Schlags durch die Streitkräfte von Wladimir Putin.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Bereits seit Wochen eskaliert Russland im Ukraine-Krieg die gezielten Attacken auf die Energieinfrastruktur des Nachbarlands. Nach schweren Luftangriffen konnte die Verwaltung in Kiew über eine längere Zeit die Versorgung mit Wärme und Strom nicht aufrechterhalten. In der Folge kam es zu einem öffentlichen Disput zwischen Wolodymyr Selenskyj und Bürgermeister Klitschko. In der Nacht zum 27. Januar wurde auch die Region Odessa angegriffen. Die Militärverwaltung gab bekannt, dass es zu erheblichen Schäden an der zivilen Infrastruktur gekommen ist.
Die ukrainische Armee wehrt sich an der Front im Osten gegen das Vorrücken russischer Truppen. (Archivbild) © Yevhen Titov/AP/dpaUkraine-Krieg aktuell: Russland eskaliert Energiekrieg
Derweil hat Selenskyj dazu aufgefordert, angesichts der massiven Schäden an der Energieinfrastruktur durch die russischen Angriffe die Flugabwehr zu einem besseren Schutz der Anlagen aufzurüsten. „Die Führung der Luftstreitkräfte muss beim Schutz deutlich schneller reagieren“, erklärte der Präsident. Er habe dies bei einem Treffen mit dem Verteidigungsminister und dem Kommandeur der Luftstreitkräfte erklärt. Im ganzen Land gibt es massive Strom- und Heizungsausfälle. Die Lage sei nicht nur in der Hauptstadt Kiew schwierig, sondern unter anderem auch in den Regionen Charkiw, Saporischschja, Dnipropetrowsk, Tschernihiw und Sumy.
Wie der Präsident weiter ausführte, sei Kiew mit den meisten Herausforderungen konfrontiert. „Ein Großteil der Häuser hat keine Heizung, darunter auch solche, die schon seit langer Zeit ohne Heizung sind“, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. Die bisherigen Ergebnisse seien nicht ausreichend, kritisierte der Präsident. „Ich erwarte von den Kiewer Behörden, dass sie ihre Arbeit verstärken – viele Städte und Gemeinden sind bereit zu helfen“, sagte er. „Ich habe die Regierung beauftragt, zusätzliche Ressourcen bereitzustellen.“ Es brauche auch mehr Wärmestellen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Fotostrecke ansehen
Mit Blick auf den andauernden Ukraine-Krieg hat NATO-Generalsekretär Mark Rutte am Montag deutlich gemacht, dass Europa Kiew nicht ohne die Unterstützung der USA im Kampf halten könne. Im Europäischen Parlament sagte er zudem: „Die Zeiten, in denen wir den Vereinigten Staaten bequemerweise einen Großteil der Last unserer gemeinsamen Sicherheit überlassen haben, sind vorbei. Es ist nur fair und angemessen, dass Europa und Kanada mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit übernehmen.“
Ringen um Ende des Ukraine-Kriegs
Wie die Financial Times berichtet, hängt das Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs zudem mit Blick auf die Sicherheitsgarantien der USA davon ab, ob Kiew zustimmt, die eigenen Truppen aus dem Donbas abzuziehen. Die USA teilten Kiew außerdem mit, dass sie zusätzliche Waffen zur Stärkung der ukrainischen Streitkräfte in Friedenszeiten anbieten könnten, falls die Ukraine dem Abkommen zustimme.
Laut Kyiv Independent soll Russland im Hintergrund die harten Linien bei den Verhandlungen zu lockern. Der Kreml hat in öffentlichen Erklärungen vor und nach jeder Gesprächsrunde konsequent seine maximalistischen Forderungen an die Ukraine bekräftigt. Die Verhandler im Hintergrund sollen allerdings im Ton deutlich pragmatischer sein. „Sie stellen üblicherweise ihre maximalistischen Forderungen und erlauben dann ihren privaten Verhandlungsteams, flexibel zu arbeiten“, wird ein US-Beamter zitiert.
Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen
Derweil sind Russlands Verluste im Ukraine-Krieg weiter gestiegen. Laut Informationen des Generalstabs der Streitkräfte der Ukraine auf Facebook hat Putins Armee im Verlauf der vergangenen 24 Stunden 820 Soldaten verloren. Die gesamten Verluste seit Beginn der Kämpfe am 24. Februar 2022 betragen demnach etwa 1.235.880 Kämpfer. Die Soldaten wurden entweder getötet oder verwundet. Zu den weiteren Verlusten im Ukraine-Krieg zählen 11.609 Panzer, 23.954 gepanzerte Kampffahrzeuge sowie 36.691 Artilleriesysteme. (fbu mit Agenturen)