Wer in den 2000er Jahren regelmäßig mit dem Auto gefahren ist, der kennt es noch. Das Tomtom-Navigationsgerät. Das Unternehmen hinter dem legendären „Navi“ veröffentlicht jedes Jahr eine umfangreiche Datenanalyse seiner Verkehrsdaten – den sogenannten „Stau Index“. Wie in der Stadt Augsburg lässt sich daraus auch für das Augsburger Land im Jahr 2025 schließen, dass es sich auf den Straßen häufiger staut. Und wer sich jetzt die Frage stellt, inwiefern Verkehrsdaten von Tomtom im Zeitalter von Google Maps noch eine Rolle spielen, dem sei gesagt, dass der niederländische Technologiekonzern immer noch Verkehrsdaten von über 600 Millionen mobilen Geräten weltweit vereint.

Die setzen sich in erster Linie aus Smartphonedaten, wie denen der Apple-Karten-Funktion, und Verkehrsdaten von Automobilpartnern zusammen. Laut einer an der Analyse beteiligten Kommunikationsagentur ist davon auszugehen, dass nicht weniger als 20 Prozent der Fahrzeuge in den entsprechenden Regionen erfasst werden. So auch im Augsburger Land.

Wachsendes Staulevel in Augsburg-Stadt

Die wohl relevanteste Größe, die in Tomtoms Analysen den Verkehrsfluss bestimmt, ist das sogenannte Staulevel. Errechnet wird es aus dem relativen Unterschied zwischen der Geschwindigkeit bei freier Fahrt und der tatsächlichen Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Darauf beziehen sich auch die folgenden Einordnungen der Staulage im Landkreis Augsburg. Zusätzlich hat Tomtom unter anderem noch die insgesamt zurückgelegten Kilometer, die durchschnittliche Reisezeit für zehn Kilometer oder die Länge des Straßennetzwerks erfasst.

Bereits die Ergebnisse der Analyse für den Raum der Stadt Augsburg zeigen, der Autoverkehr und die Staubelastung nehmen zu. Das Staulevel ist dort um sieben Prozent gestiegen. In Augsburg verloren Autofahrer und Autofahrerinnen gleichzeitig im vergangenen Jahr etwa 63 Stunden durch Stau und stockenden Verkehr während der Stoßzeiten. Eineinviertel Stunden mehr als im Vorjahr. Im Vergleich der Stoßzeiten morgens und nachmittags brauchen Autofahrer in Augsburg nach der Arbeit länger als vor der Arbeit.

Mehr Stau im Landkreis: Spitzenreiter Diedorf

Im Landkreis Augsburg ist das gesamte Staulevel um ungefähr 15 Prozent gestiegen – von gut elf auf circa dreizehn Prozent – und damit noch deutlich stärker als in der Stadt. Autofahrer im Landkreis Augsburg benötigten somit 2025 im Schnitt ungefähr 13 Prozent mehr Zeit für ihre Fahrten im Vergleich zur Reisedauer bei freier Fahrt. Gerade in den an Augsburg angrenzenden Regionen dauert es länger auf den Straßen. Diedorf führt das Stau-Ranking an. Statistisch am besten fließt der Verkehr in Kleinaitingen. Generell deuten die Daten darauf hin, dass sich die Lage auf den Straßen etwas entspannt, je weiter man sich aus dem Augsburger Speckgürtel entfernt.

Gleichzeitig ist die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit der Autofahrer im Landkreis 2025 um einen Kilometer pro Stunde von gut 83 auf gut 82 Kilometer pro Stunde gesunken. Die Zeit, die ein Autofahrer im Schnitt für eine Strecke von zehn Kilometern braucht, ist mit sieben Minuten und zwölf Sekunden im Vergleich zum Vorjahr trotzdem gleich geblieben. Die zurückgelegten Kilometer im Augsburger Land sind laut Tomtom um gut 100 Millionen gestiegen.

Wie bereits 2024 ist der Dienstag der wohl staureichste Tag der Woche. Sowohl morgens als auch abends. Erst am Wochenende – so zeigen es die Daten – fließt der Verkehr deutlich besser. Im Gegensatz zur Stadt Augsburg besitzt im Augsburger Land die morgendliche Rushhour ein höheres Staulevel als der Feierabendverkehr.

Auffällig ist, wenn man die Staulevel im Verlauf des Tages im Augsburger Land betrachtet, dass sich eine vergleichsweise hohe Verkehrsbelastung in der Nacht ergibt. Das lässt sich möglicherweise einerseits auf die verschiedenen größeren Logistikstandorte wie der von Amazon in Graben oder DHL in Gersthofen sowie die Bundeswehrstandorte im südlichen Landkreis zurückführen. Andererseits kann es auch sein, dass in Gemeinden, in denen größere Straßen mit hohen Freifahrtgeschwindigkeiten dominieren, das Staulevel nachts statistisch nach oben korrigiert wird.

Mehr Stau – nicht nur im Raum Augsburg

Die zunehmende Staubelastung im Landkreis und auch in der Stadt Augsburg sind keine Ausnahmen. Die meisten größeren deutschen Städte zeigten 2025 ein erhöhtes Staulevel. Von einer allgemeinen Überbelastung der Straßen und des Autoverkehrs ist im Raum Augsburg aber nicht auszugehen. Auch im Landkreis sollen durch das Mobilitätskonzept aus dem Jahr 2022, welches Maßnahmen wie den Ausbau des ÖPNV und Fuß- und Radverkehr, bequeme Schnittstellen zwischen den Fortbewegungsmitteln, betriebliches Mobilitätsmanagement oder „geteilte Mobilität“ enthält, zunehmender Verkehrsbelastung auf den Straßen vorgebeugt werden.

  • Lino Herrmann

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  • 86420 Diedorf

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  • Stau

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