
St. Pauli hat gekämpft, geackert, alles versucht – und am Ende gejubelt. Gegen RB Leipzig rettete das Team am Millerntor beim 1:1 (0:0) ganz spät einen Punkt.
Die Führung für RB Leipzig hatte Yan Diomande in der 66. Minute erzielt. Der Ivorer traf sehenswert aus rund 17 Metern Torentfernung. In der Nachspielzeit gelang dem eingewechselten Martijn Kaars vom Elfmeterpunkt das 1:1, nachdem er selbst gefoult worden war. Mit dem Remis blieb RB auf dem vierten Rang in der Tabelle. St. Pauli muss sich weiter mit ganz unten beschäftigen – rangiert auf Platz 17.
„Unter dem Strich war es eine verdiente Punkteteilung“, meinte Leipzigs Trainer Ole Werner. „Für einen Sieg hätten wir es schneller und weniger fehlerhaft spielen müssen.“ St. Paulis Coach Alexander Blessin meinte: „Wir standen defensiv richtig gut, haben gut verteidigt und haben gute Nadelstiche gesetzt. Das Unentschieden war völlig verdient. Unter dem Motto ‚Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen‘ sammeln wir gerade unsere Punkte.“
Neuzugang Rasmussen noch nicht am Start
Sie hatten stark auf ihn gehofft, doch: Mathias Rasmussen war noch nicht so weit. Der 28-jährige Norweger, den St. Pauli vor wenigen Tagen vom belgischen Klub Saint Gilloise verpflichtet hat, wurde zuletzt von Magen-Darm-Probleme ausgebremst und musste zunächst noch passen. Stattdessen brachte Trainer Alexander Blessin den ultraschnellen Ricky Jade-Jones als einzige Spitze – St. Pauli wollte gegen mutmaßlich sehr dominante Leipziger per Konterfußball zum Erfolg kommen.
Ricky Jade-Jones ist der schnellste Spieler der Bundesliga-Geschichte.
Aber Leipzig kann’s gegen sehr defensiv eingestellte Gegner – zuletzt bewiesen beim souverän herausgespielten 3:0-Sieg beim 1. FC Heidenheim. Entsprechend ließ Coach Ole Werner die exakte gleiche Startelf ran wie zuletzt. Und die enttäuschte ihren Coach nicht.
St. Paulis Jade Jones verliert vorn die Nerven
Gegen aggressiv beginnende Gastgeber, die sich weitaus aktiver und griffiger präsentierten als zuletzt beim enttäuschenden 0:0 gegen den HSV, hielt RB gut dagegen und setzte das erste Ausrufezeichen. Keine acht Minuten waren gespielt, da schlug Xaver Schlagers Geschoss aus 22 Metern klatschend gegen den rechten Pfosten. Sechs Minuten später hatten Romulo und erneut Schlager die Schusschance wenige Meter vor dem Kasten, wurden aber jeweils abgeblockt.
Aber auch St. Pauli war im Match. Die Hamburger zeigten eine ganz andere Körpersprache als zuletzt, lieferten den spielerisch überlegenen Leipzigern einen mutigen Fight. Dieser Kampf ermöglichte Jade-Jones in der 18. Minute die Riesenchance zum 1:0, als er nach einem Ballgewinn im Mittelfeld allein auf das Leipziger Tor zulaufen konnte, sich aber noch von Willi Orban ablaufen ließ. Zwei Minuten später die quasi gleiche Szene, diesmal schoss der 23-Jährige – dem so ganz allein vorn offenbar die Nerven einen Streich spielten – knapp rechts am Tor vorbei.
Von sich selbst genervt: St. Paulis Ricky Jade-Jones
Leipzig vergibt kurz vor der Pause
Die Hamburger präsentierten sich vorn – wie so oft in dieser Saison – harmlos. Dafür stand das Team in der Defensive stabil – und wäre doch um ein Haar mit einem Rückstand in die Pause gegangen. In der 43. Minute war Diomande auf rechts mal durch, sein Rückpass an den 16er nahm Antonio Nusa direkt, Keeper Nikola Vasilj tauchte aber ab und parierte stark. Eine Minute später war Romulo frei, aus 15 Metern halbrechter Position zielte der 23-Jährige aber am langen Eck vorbei.
Die Partie blieb auch im zweiten Abschnitt – mit gleichem Personal – ausgeglichen. Und auch das Problemfeld der Gastgeber bleib das Gleiche: Bis zum 16er sah das alles gut aus, man lieferte RB ein Duell auf Augenhöhe. Doch sobald es näher in Richtung Tor ging, wurden die Aktionen zerfahren. Klarere Möglichkeiten erspielte sich RB. In der 55. Minute war es wieder Romulo, der einen Kopfball aus elf Metern knapp links vorbei setzte.
Diomande wacht auf – Toller Treffer zum 0:1
Enttäuschend bei RB bis dahin die beiden Außen Nusa und Diomande, die an diesem Abend noch eigentlich gar nichts gezeigt hatten. Doch Spieler mit solcher Qualität sind nun einmal immer in der Lage, den Unterschied zu machen. Das zeigte Diomande in der 66. Minute. Nach einem zu kurz abgewehrten Eckball nahm sich der Ivorer aus 17 Metern ein Herz und schoss die Kugel – leicht abgefälscht – unhaltbar zum 0:1 ins linke Eck.
Yan Diamonde ist lange unauffällig und trifft dann doch zum 1:0.
St. Pauli warf noch einmal alles nach vorn. Mit dem eingewechselten Jackson Irvine und Neuzugang Rasmussen kam noch einmal frischer Schwung. Die größte Gelegenheit hatte Irvine in der 89. Minute, als er nach Vorarbeit von Martijn Kaars acht Meter vor dem Tor am Ball vorbei trat. Als kaum noch jemand damran glaubte, gelang doch noch der Ausgleich: In der Nachspielzeit rutschte Leipzigs David Raum unglücklich in die Beine von Kaars – Efmeter. Den verwandelte Kaars höchstselbst sicher zum am Ende verdienten 1:1.
St. Pauli in Augsburg, Leipzig gegen Mainz
So geht’s für beide weiter: St. Pauli ist am Samstagnachmittag beim FC Augsburg zu Gast (15.30 Uhr). Leipzig empfängt am Samstagnachmittag Mainz 05 (15.30 Uhr)