Starlink wird vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX betrieben und ermöglicht auch abgelegenen Regionen, in denen die Kommunikationsinfrastruktur nicht funktioniert, einen Zugang zum Internet. Sirkorski, der auch Vize-Ministerpräsident der pro-ukrainischen Regierung Polens ist, reagierte mit seinem Aufruf auf einen Beitrag des in den USA ansässigen Instituts für Kriegsstudien (ISW), wonach die russische Armee Starlink nutzt, um Angriffe tief im Inneren der Ukraine auszuführen.

„Die russischen Streitkräfte nutzen zunehmend Starlink-Satellitennetzwerke, um die Reichweite ihrer BM-35-Angriffsdrohnen zu vergrößern und Mittelstreckenangriffe im Inneren der Ukraine durchzuführen“, erklärte das ISW. Eine mit Starlink verbundene BM-35-Drohnen habe vermutlich eine Reichweite von 500 Kilometern, was den größten Teil der Ukraine, ganz Moldau und einige Regionen Polens, Rumäniens und Litauens in Reichweite dieser Drohnen bringe, wenn sie aus Russland oder der russische besetzten Ukraine gestartet werden, hieß es weiter.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist laut seinem Außenminister bereit, mit Blick auf ein Ende des russischen Angriffskriegs direkt mit Kremlchef Wladimir Putin über heikle Fragen zu verhandeln. Im Ringen um eine Friedenslösung seien die sensibelsten Fragen noch nicht geklärt, sagte Chefdiplomat Andrij Sybiha in einem Interview mit dem ukrainischen Portal „Jewropejska Prawda“. Dabei gehe es um Gebietsfragen und das russische besetzte Atomkraftwerk in Saporischschja. Um diese Fragen zu klären, sei Selenskyj bereit, sich mit Putin zu treffen, sagte Sybiha.

Russland verlangt für einen Waffenstillstand territoriale Zugeständnisse der Ukraine, insbesondere einen Abzug der ukrainischen Truppen aus den Gebieten Donezk und Luhansk. Das Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte in Europa und seit März 2022 von russischen Truppen besetzt.

Schon in der Vergangenheit hatte Selenskyj mehrfach ein Treffen mit dem russischen Staatschef gefordert, während Moskau stets bremste. Am vergangenen Wochenende verhandelten in den Vereinigten Arabischen Emiraten Unterhändler der Ukraine und Russlands unter Vermittlung der USA erstmals seit Monaten wieder direkt miteinander. Die Gespräche sollen am kommenden Sonntag in Abu Dhabi fortgesetzt werden.

Bei einem Drohnenangriff auf einen Passagierzug im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine sind laut Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens vier Menschen getötet worden. Nach vier weiteren werde noch gesucht, zwei seien verletzt worden, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. „Es gibt und es kann keine militärische Rechtfertigung geben, um Zivilisten in einem Zugwaggon zu töten“, sagte er.