Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Merz schließt schnellen EU-Beitritt der Ukraine aus: „Es geht nicht“
Aktualisiert am 28.01.2026 – 20:46 UhrLesedauer: 15 Min.
Friedrich Merz: „Wir können auf dem Weg dorthin die Ukraine langsam heranführen an die Europäische Union.“ (Quelle: Ebrahim Noroozi)
Merz erteilt der Idee eines schnellen EU-Beitritts der Ukraine eine Absage. Der ukrainische Präsident ist offenbar bereit, den russischen Machthaber zu treffen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Kanzler Friedrich Merz sieht weiterhin keine Chance für einen schnellen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union. „Ein Beitritt zum 1. Januar 2027 ist ausgeschlossen. Es geht nicht“, sagte der CDU-Chef nach Beratungen der Spitzen von SPD und Union im Kanzleramt in Berlin. Jedes Land, das zur EU gehören wolle, müsse zunächst die sogenannten Kopenhagener Kriterien erfüllen. Dieser Prozess dauere in der Regel einige Jahre.
Merz betonte aber, dass es wichtig sei, dass die Ukraine eine Perspektive habe, die den Weg zum Beitritt ebne. Dies sei aber ein längerfristiger Prozess. „Wir können auf dem Weg dorthin die Ukraine langsam heranführen an die Europäische Union. Das ist immer möglich, aber ein so schneller Beitritt geht einfach nicht.“
Mit Blick auf die Verhandlungen um ein Ende des Krieges mit Russland gebe es aber ohnehin derzeit andere Prioritäten, sagte Merz. „Wir sind mit der amerikanischen und der ukrainischen Delegation im engsten Kontakt. Wir haben auch die Papiere gemeinsam geschrieben und es ist gut, dass vor allen Dingen jetzt direkte Gespräche zwischen der Ukraine und der russischen Seite geführt werden. Wir begleiten diese Gespräche mit großer Unterstützung und der großen Hoffnung, dass es möglichst bald dann auch zu einem Abschluss kommt.“ Deutschland sei dabei kein Vermittler, sondern sehe sich an der Seite der Ukraine bei ihrem Bemühen, diesen Krieg zu beenden.
Bei den Telefonaten zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump ist Russland zufolge mehrfach auch ein Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Thema gewesen. Trump habe eine solche Möglichkeit vorgeschlagen, sagte Juri Uschakow, Putins außenpolitischer Berater, im staatlichen russischen Fernsehen. Russland verweigere einen solchen Kontakt nicht. Ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj müsse aber gut vorbereitet und ergebnisorientiert sein. Russland habe ein solches Treffen nie ausgeschlossen.
Wenn Selenskyj dazu bereit sei, könne er nach Moskau kommen, seine persönliche Sicherheit sei gewährleistet. Ein nicht genannter US-Vertreter hatte am Samstag gegenüber Axios erklärt, Putin und Selenskyj stünden kurz vor der Vereinbarung einer solchen Begegnung. Die USA hatten bereits ein trilaterales Treffen auf Expertenebene vermittelt, das vergangene Woche in Abu Dhabi stattfand. Die Gespräche sollen diese Woche fortgesetzt werden. Es ist nicht das erste Mal, dass Russland die Idee eines Treffens
der beiden Staatschefs in Moskau ins Spiel bringt. Selenskyj lehnte diese Idee im vergangenen Jahr ab und schlug stattdessen vor, Putin solle nach Kiew kommen.
