Mitschuld bei Brandkatastrophe?Neue Ermittlungen gegen Sicherheitsbeauftragten in Crans-Montana

29.01.2026, 02:58 Uhr

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In-dem-Skiort-kam-es-zu-einer-der-groessten-Katastrophen-der-Schweizer-GeschichteIn dem Skiort kam es zu einer der größten Katastrophen der Schweizer Geschichte. (Foto: Baz Ratner/AP/dpa)TeilenFolgen auf:whatsappwhatsapp

Wurde der Brandschutz in der Bar „Le Constellation“ vernachlässigt? Die Staatsanwaltschaft sucht derzeit die Antwort auf diese Frage. Ein weiterer Mann gerät dabei ins Visier der Ermittler.

Einen Monat nach der Brandkatastrophe im schweizerischen Crans-Montana hat die Staatsanwaltschaft laut einem Medienbericht Ermittlungen gegen einen dritten Verdächtigen aufgenommen. Wie die französischsprachige schweizerische Rundfunkanstalt RTS berichtete, handelt es sich dabei um einen Angestellten der Gemeinde Crans-Montana, der mehrere Sicherheitsprüfungen in der betroffenen Bar „Le Constellation“ vorgenommen hatte.

Der Verteidiger des Mannes bestätigte die Ermittlungen, RTS machte zunächst keine Angaben zu den Tatvorwürfen. Die zuständige Staatsanwaltschaft im Kanton Wallis ließ eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst unbeantwortet.

Bei dem Feuer im „Le Constellation“ waren in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen. 116 weitere Menschen erlitten teils sehr schwere Verletzungen. Die Ermittler vermuten, dass die Katastrophe durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die zu nahe an die mit Schaumstoff verkleidete Decke gehalten wurden.

Wegen des Brandes waren Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung gegen das Betreiber-Ehepaar von „Le Constellation“, Jacques und Jessica Moretti, eingeleitet worden. Jacques Moretti saß zwischenzeitlich in Untersuchungshaft, kam jedoch gegen Kaution frei.

Die Gemeinde hatte fünf Tage nach der Katastrophe eingeräumt, dass die jährlichen Brandschutzkontrollen seit 2019 nicht mehr stattgefunden haben. Wie es dazu kommen konnte, sei unerklärlich, sagte Gemeindepräsident Nicolas Féraud. Mit dem Verfahren werde festgestellt, ob es wegen der festgestellten Versäumnisse eine strafrechtliche Verantwortung des Mannes gebe, berichtete RTS.

Quelle: ntv.de, toh/dpa/AFP