Der Kreml hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem möglichen Treffen mit Wladimir Putin nach Moskau eingeladen. Nach Angaben von Putins Berater Juri Uschakow war ein solches Treffen bereits mehrfach Thema in Telefonaten zwischen Putin und US-Präsident Donald Trump. Währenddessen beziffert ein US-Bericht die russischen Verluste auf ein historisches Ausmaß.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die internationale Sicherheitspolitik im Liveticker:
07:40 Uhr – US-Bericht geht von 1,2 Millionen Verlusten für Russland aus
Einer Analyse der US-Denkfabrik CSIS zufolge hat die russische Armee im fast vier Jahre andauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine insgesamt rund 1,2 Millionen Verluste erlitten – darunter etwa 325.000 Tote. Das berichtet der „Spiegel“. Für die Ukraine werden die gesamten Verluste auf 500.000 bis 600.000 Soldaten geschätzt, darunter 100.000 bis 140.000 Tote.
Sollten die Kämpfe mit der derzeitigen Intensität weitergehen, werde der Verlust auf beiden Seiten zusammengerechnet voraussichtlich im April zwei Millionen Soldaten übersteigen, heißt es in dem Bericht aus den USA. „In keinem Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg hat eine Großmacht so hohe Verlust- und Todeszahlen erlitten“, schreiben die Autoren über die russische Seite. Kremlsprecher Dmitrij Peskow wies die Zahlen als nicht glaubhaft zurück.
02:38 Uhr – Tote nach Angriff auf Region Saporischschja
Bei russischen Drohnenangriffen in der südukrainischen Region Saporischschja sind nach Angaben des Regionalgouverneurs drei Menschen getötet worden. Zwei Frauen und ein Mann hätten bei den Angriffen auf Wohnhäuser in der Stadt Wilnjansk in der Nacht zum Donnerstag ihr Leben verloren, ein weiterer Mann sei verwundet worden, erklärte Regionalgouverneur Iwan Fedorow im Onlinedienst Telegram. Die Angriffe hätten Häuser zerstört und Brände ausgelöst.
Mittwoch, 28. Januar: 21:55 Uhr – Selenskyj kritisiert erneut Klitschko
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die schwere Lage in Kiew mit der Wärme- und Stromversorgung nach den russischen Luftangriffen auch der Stadtverwaltung angelastet. „Die Ausrüstung hätte schon vor dem Winter besorgt und gekauft werden müssen, und die Stadtverwaltung von Kiew sollte jetzt um ein Vielfaches schneller agieren, um den Menschen wenigstens im Februar das Leben zu erleichtern“, forderte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, gilt als politischer Konkurrent Selenskyjs.
Russische Angriffe mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern zu Jahresbeginn haben die Energieversorgung Kiews hart getroffen. Die Heizung ist bei starken Frosttemperaturen in tausenden Wohnblocks ausgefallen, auch Strom gibt es nur stundenweise. Zeitweise fehlt in einigen Haushalten sogar fließendes Wasser. Nach Angaben Selenskyjs gibt es Hinweise darauf, dass Moskau eine neue schwere Angriffswelle plant.
20:45 Uhr – US-Außenminister: Donezk-Frage letzter offener Punkt bei Ukraine-Gesprächen
Die Gebietsfragen rund um Donezk im Osten der Ukraine sind nach Worten von US-Außenminister Marco Rubio der letzte verbliebene Streitpunkt bei den Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Es handele sich um ein „sehr schwieriges“ Thema, sagt Rubio vor einem US- Senatsausschuss. Bei den Folgegesprächen werde es zwar möglicherweise eine US-Präsenz geben. Die bisherigen Gesandten von Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, nähmen daran aber nicht mehr teil.
19:15 Uhr – Außenminister wollen neue Iran-Sanktionen beschließen
Die Außenminister der EU-Staaten wollen an diesem Donnerstag bei einem Treffen in Brüssel neue Iran-Sanktionen beschließen. Mit den Strafmaßnahmen gegen Personen und Organisationen soll auf die brutale Niederschlagung von Protesten und die fortgesetzte Unterstützung des Irans für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine reagiert werden. Insgesamt sollen etwa 30 Akteure betroffen sein.
17:18 Uhr – USA kritisieren EU-Indien-Abkommen: Handel wichtiger als Ukraine
US-Finanzminister Scott Bessent übt Kritik an dem Handelsabkommen zwischen der EU und Indien. Die Einigung zeige, dass die Europäer den Handel über die Interessen der ukrainischen Bevölkerung stellten, sagt Bessent dem Sender CNBC. Europa kaufe in Indien Raffinerieprodukte, die aus sanktioniertem russischen Öl hergestellt würden. Zudem sei die EU nicht bereit gewesen, sich den US-Sanktionen gegen Indien anzuschließen, weil sie separat über das Abkommen verhandelt habe.
16:06 Uhr – Putin-Berater: Selenskyj kann für Treffen nach Moskau kommen
Russland zeigt sich zum wiederholten Mal offen für ein Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Kremlchef Wladimir Putin. Russland habe solche Kontakte nie abgelehnt, sagte Putins außenpolitischer Berater, Juri Uschakow, dem kremlnahen Korrespondenten des Staatsfernsehens, Pawel Sarubin. Sarubin veröffentlichte ein Video des Interviews auf seinem Telegram-Kanal.
Uschakow sagte weiter, wenn Selenskyj wirklich bereit zu einem Treffen sei, könne er in die russische Hauptstadt Moskau kommen, das habe Putin mehrfach gesagt. Auch in Telefonaten des Kremlchefs mit US-Präsident Donald Trump sei so ein Treffen häufiger Thema gewesen.
Wichtig sei, dass der Kontrakt gut vorbereitet und auf Ergebnisse ausgerichtet sei, sagte Uschakow. Russland garantiere dem ukrainischen Präsidenten Sicherheit. Dabei ist für die ukrainische Seite klar, dass eine Reise Selenskyjs in die Hauptstadt des Feindes aus Sicherheitsgründen nicht infrage kommt.
15:00 Uhr – Gespräche zwischen Russland, Ukraine und USA am Sonntag
Die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA über einen Waffenstillstand sollen am Sonntag dieser Woche fortgesetzt werden. Gastgeber für die Beratungen sei erneut Abu Dhabi, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Präsidialamt in Moskau.
Am Freitag und Samstag vergangener Woche fand die erste Runde dieser trilateralen Gespräche in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, statt. Diese Beratungen wurden auf Expertenebene abgehalten.
14:52 Uhr – Wadephul: Ukraine braucht realistische Chance auf EU-Beitritt
Für einen dauerhaften Frieden in Europa braucht die Ukraine aus Sicht von Außenminister Johann Wadephul (CDU) eine realistische Perspektive auf einen EU-Beitritt. Eine solche faire Chance sei eine entscheidende Sicherheitsgarantie für die Ukraine, sagte Wadephul im Bundestag. Und es liege weiter im Kerninteresse Deutschlands und Europas, dass die Ukraine im Kampf gegen Russland nicht unterliege und der rechtswidrige Völkerrechtsangriff keinen Erfolg habe.
14:27 Uhr – Putin hat ein Treffen mit Selenskyj mit Trump besprochen
Bei den Telefonaten zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump ist Russland zufolge mehrfach auch ein Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Thema gewesen. Trump habe eine solche Möglichkeit vorgeschlagen, sagt Juri Uschakow, Putins außenpolitischer Berater, im staatlichen russischen Fernsehen. Russland verweigere einen solchen Kontakt nicht.
Ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj müsse aber gut vorbereitet und ergebnisorientiert sein. Russland habe ein solches Treffen nie ausgeschlossen. Wenn Selenskyj dazu bereit sei, könne er nach Moskau kommen, und seine persönliche Sicherheit sei gewährleistet.
14:05 Uhr – Streit über Wahlkampf: Ukraine bestellt Ungarns Botschafter ein
Das ukrainische Außenministerium hat den Budapester Botschafter einbestellt, um gegen Vorwürfe der Einmischung in den ungarischen Wahlkampf zu protestieren. Das teilte das Ministerium in Kiew am Donnerstag mit.
Die ungarische Regierung beschuldigt die Ukraine, die Opposition bei der anstehenden Parlamentswahl im April zu unterstützen. Man müsse sich darauf einstellen, dass die Ukrainer ihre „offene und grobe Einmischung“ zugunsten der Oppositionspartei Tisza fortsetzen werde, kritisierte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto auf Facebook.
Der seit 2010 regierende Ministerpräsident Viktor Orban sieht sich erstmals einem starken Herausforderer gegenüber. In Umfragen liegt die Mitte-Rechts-Partei Tisza von Peter Magyar nach drei Jahren wirtschaftlicher Stagnation vor der rechtsnationalen Fidesz-Partei des Regierungschefs.
13:36 Uhr – Behörden melden nun drei Tote nach russischen Angriffen in der Ukraine
Bei Angriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Ein Mann und eine Frau starben nach Angaben von Militärverwaltungschef Mykola Kalaschnyk bei einem Angriff auf den Ort Bilogorodska in der Region Kiew. Das vier Jahre alte Kind des Paares sowie drei weitere Menschen wurde bei dem Angriff verletzt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.
In der Region Dnipropetrowsk starb nach Angaben der Militärverwaltung ein Mann bei einem Drohnenangriff, fünf weitere Menschen wurden verletzt.
12:16 Uhr – SPD bringt direkte Gespräche mit Kreml ins Spiel
Wegen der kaum vorankommenden Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine bringen SPD-Politiker direkte Gespräche von Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit Russland ins Spiel. Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, forderte in der „Süddeutschen“ eine neue Strategie im Umgang mit Russland: „So wie es jetzt läuft, darf es nicht weiterlaufen.“
Zu einer neuen Strategie gehöre „auch die Klärung der Frage, auf welcher Ebene und durch wen der diplomatische Kontakt zu Russland gesucht werden soll“, sagte der SPD-Abgeordnete. Bundeskanzler Merz müsse dabei insgesamt mehr Mut aufbringen.
„Ich erwarte von der Bundesregierung, dass wir uns gemeinsam mit europäischen Staaten und Bündnispartnern Gedanken machen, wie eine Strategie aussehen kann, bei der wir wieder einen festen Platz am Verhandlungstisch erhalten“, sagte Ahmetovic. Europa dürfe die Kontakte zu Russland nicht einfach den USA überlassen. Auch der langjährige SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich forderte den Versuch direkter Gespräche.
10:58 Uhr – Selenskyj: An Abkommen zum Wiederaufbau muss noch gearbeitet werden
In einem Abkommen mit den Vereinigten Staaten über den Wiederaufbau nach dem Krieg gibt es dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge Punkte, die noch eingehender besprochen werden müssen.
Das Wiederaufbauabkommen ist Teil eines umfassenderen Plans zur Beendigung des fast vierjährigen Krieges mit Russland. „Die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Seite schreitet aktiv voran, und auf ukrainischer Seite arbeiten wir mit maximaler Effizienz“, schreibt Selenskyj auf der Online-Plattform X.
09:45 Uhr – „Wir sollten Russland nicht unterschätzen“, warnt Militärhistoriker Neitzel
Militärhistoriker Professor Sönke Neitzel von der Uni Potsdam hat im Podcast von Paul Ronzheimer („Bild“, WELT) davor gewarnt, Russland als Militärmacht zu unterschätzen. Auch wenn der Vormarsch in der Ukraine langsam und verlustreich erfolge, dürfe die russische Bedrohung nicht kleingeredet werden, heißt es bei „Bild“.
„Meine Haltung ist immer: Wir sollten Russland nicht unterschätzen“. Wie Kriege verlaufen würden, sei zuvor nie abzuschätzen, bewaffnete Konflikte entwickelten oft eine unabsehbare Eigendynamik. Dazu käme die seiner Meinung nach mangelhafte Ausrüstung der Nato.
Der 57-Jährige machte in dem Gespräch bei „Ronzheimer“ vor allem eine Schwachstelle der europäischen Verteidigung aus: die mangelhafte Drohnen-Abwehr. „Man stelle sich mal vor: Ein Drohnenangriff auf Polen und das Gelände der Bundesrepublik Deutschland (…). So wie es die Ukraine jede Nacht erlebt“, sagte der Historiker. Im weiteren Verlauf seines Gedankenspiels nannte er dann eine Zahl von 1000 Drohnen, die Russland im Fall eines Falles auf Europa abfeuern würde. „Da hätten wir in allen Nato-Staaten ein massives Problem“, so sein Fazit.
09:35 Uhr – Russischer Angriff auf Hafen von Odessa
Die Hafen-Infrastruktur in der Region Odessa ist nach Angaben der Behörden durch russische Drohnen beschädigt worden. Bei dem Angriff seien drei Menschen verletzt worden, teilt Regionalgouverneur Oleh Kiper über den Messaging-Dienst Telegram mit. Ein Wohnhaus und Gebäude in der Nähe eines orthodoxen Klosters seien ebenfalls beschädigt worden.
04:38 Uhr – Ukrainische Behörden: Zwei Tote bei russischen Angriffen in Region Kiew
Bei russischen Angriffen in der Region Kiew sind nach ukrainischen Angaben zwei Menschen getötet worden. Ein Mann und eine Frau seien bei den Angriffen auf das Dorf Bilohorodka südöstlich der russischen Hauptstadt getötet worden, erklärte der Leiter der Militärverwaltung der Region Kiew, Mykola Kalaschnyk, am Mittwochmorgen im Onlinedienst Telegram. Vier weitere Menschen seien medizinisch versorgt worden.
01:00 Uhr – Umfrage: Russen fühlen sich von Feinden umzingelt – Deutschland auf Platz vier
Viele Menschen in Russland sehen sich einer Umfrage zufolge von ausländischen Feinden umzingelt. Dies sei eine Folge der unablässigen antiwestlichen Propaganda, sagte der russische Soziologe Lew Gudkow vom unabhängigen Lewada-Zentrum Moskau in Berlin bei der Vorstellung seiner Ergebnisse. Im Auftrag der deutschen Sacharow-Stiftung hat das in Russland als Auslandsagent eingestufte Institut die Weltsicht der Russen nach vier Jahren Ukraine-Krieg erforscht.
Unter den mehr als 1600 Befragten sahen 62 Prozent Polen und Litauen als feindselige Länder, gefolgt von Großbritannien (57 Prozent), Deutschland (50 Prozent), Schweden (40 Prozent). Die USA wurden überwiegend als Konkurrent eingestuft (53 Prozent). Auf die Frage nach fünf befreundeten Ländern wurden am häufigsten Belarus, China, Kasachstan, Indien und Nordkorea genannt.
00:37 Uhr – Minister: Selenskyj zu Treffen mit Putin bereit
Wolodymyr Selenskyj ist laut seines Außenministers bereit direkt mit Wladimir Putin über heikle Fragen zu verhandeln. Im Ringen um eine Friedenslösung seien die sensibelsten Fragen noch nicht geklärt, sagte Chefdiplomat Andrij Sybiha in einem Interview mit dem ukrainischen Portal „Jewropejska Prawda“. Dabei gehe es um Gebietsfragen und das russische besetzte Atomkraftwerk in Saporischschja. Schon in der Vergangenheit hatte Selenskyj mehrfach ein Treffen mit dem russischen Staatschef gefordert, während Moskau stets bremste.
Dienstag, 27. Januar21:34 Uhr – Tote bei russischem Angriff auf Passagierzug
Bei einem Drohnenangriff auf einen Passagierzug im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine sind laut Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens vier Menschen getötet worden. Nach vier weiteren werde noch gesucht, zwei seien verletzt worden, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. „Es gibt und es kann keine militärische Rechtfertigung geben, um Zivilisten in einem Zugwaggon zu töten“, sagte er und warf Russland „Terrorismus“ vor.
Selenskyj zufolge waren mehr als 200 Passagiere in dem angegriffenen Zug. Zuvor hatte der ukrainische Minister für Regionalentwicklung, Olexij Kuleba, von 291 Passagieren gesprochen, die regionale Staatsanwaltschaft sprach von mehr als 155 Passagieren. Drei Drohnen der ursprünglich iranischen Bauart Schahed schlugen Kuleba zufolge vor der Lokomotive und in einem Passagierwaggon ein. Der Zug war demnach auf der Strecke Barwinkowe-Lwiw-Tschop in Richtung Westen unterwegs.
19:04 Uhr – Nach Urteil zur Krim-Brücken-Explosion: Acht Verurteilte fordern Freilassung
Acht Männer, die in Russland wegen der Explosion auf der Krim-Brücke 2022 zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, haben in einem gemeinsamen Brief ihre Freilassung gefordert. In dem von der Menschenrechtsorganisation Memorial veröffentlichten Schreiben beteuern sie ihre Unschuld und erklärten, sie hätten nichts von den Anschlagsplänen gewusst. Man habe sie zu „einem langsamen Tod in den Betonkäfigen der russischen Gefängnisse“ verurteilt. Die russische Justiz hatte die Männer im November schuldig gesprochen, an einem Bombenanschlag auf die strategisch wichtige Brücke beteiligt gewesen zu sein, bei dem fünf Menschen starben.
18:57 Uhr – „Weltuntergangsuhr“ so nah an Mitternacht wie nie
Angesichts globaler Krisen haben Wissenschaftler die „Weltuntergangsuhr“ erstmals auf 85 Sekunden vor Mitternacht gestellt und damit näher an den symbolischen Abgrund als je zuvor. Als Gründe nannten die Forscher des „Bulletin of the Atomic Scientists“ unter anderem das aggressive Verhalten der Atommächte Russland, China und USA, die Klimakrise, die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie diverse Risiken durch Künstliche Intelligenz.
18:22 Uhr – 14 europäische Staaten schließen Ostsee für russische Schattenflotte
Vierzehn europäische Länder haben angekündigt, die Ostsee für die sogenannte russische Schattenflotte zu schließen. In einer vom britischen Regierungssitz veröffentlichten gemeinsamen Erklärung warnen sie, dass Tanker, die ihre Herkunft verschleiern – etwa durch Flaggenwechsel, abgeschaltete Transponder oder fehlende Dokumente – als staatenlose Schiffe gelten und ohne rechtliche Risiken festgesetzt werden können. Unterzeichnet wurde die Erklärung von Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Island, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Schweden und Großbritannien.
16:03 Uhr – Russische Unterhändler zeigen hinter den Kulissen mehr Flexibilität
Russische Unterhändler sollen hinter den Kulissen ihre bislang harte Position bei den Gesprächen abschwächen. Das berichtet der „Kyiv Independent“ unter Berufung auf US-Beamte. Ein ukrainischer Regierungsvertreter dämpfte jedoch die Hoffnung und erklärte, die US-Seite bewerte die Treffen sehr schlicht und deute bereits einfache Höflichkeit als „positives Zeichen“, ohne dass dies zwangsläufig auf inhaltliche Zugeständnisse hindeute.
16:00 Uhr – Energiekrise in Kiew verschärft sich: Experte attackiert Behörden scharf
Angesichts der angespannten Energie- und Heizlage hat die Stadt Kiew in einzelnen Wohnhäusern die Warmwasserversorgung eingeschränkt, um Kapazitäten für die Wiederherstellung der Heizung freizumachen. Die Stadtverwaltung verwies auf technische Schwierigkeiten bei niedrigen Temperaturen. Zugleich sorgt ein Vorschlag aus der Lokalpolitik für Empörung: Der Energieexperte Hennadij Rjabzew kritisierte die Überlegungen der Bezirksverwaltung, im Notfall Sickergruben auszuheben. Er sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Unian, man müsse den Verantwortlichen selber „in diese Sickergrube stecken“. Stattdessen forderte er den Einsatz autonomer Generatoren und erklärte, wer keine realistischen Lösungen habe, müsse „noch heute zurücktreten“.
14:42 Uhr – Zunehmende Repression in Russland: Internetabschaltung nun jederzeit möglich
Das russische Parlament hat in erster Lesung ein Gesetz gebilligt, das dem Inlandsgeheimdienst FSB erlaubt, bei Sicherheitsbedrohungen nicht nur das mobile, sondern auch das stationäre Internet sowie Telefonverbindungen zeitweise abzuschalten. Betreiber sollen auf Anordnung des FSB sämtliche Kommunikationsdienste aussetzen und können dafür nicht haftbar gemacht werden. Die Regierung begründet den Schritt mit Terrorabwehr und dem Schutz vor Drohnenangriffen.
14:32 Uhr – Slowakei klagt gegen EU-Importstopp für russisches Gas
Die Slowakei will den von der EU beschlossenen Stopp der Erdgasimporte aus Russland vor dem Europäischen Gerichtshof anfechten. Ministerpräsident Robert Fico erklärte in Bratislava, die entsprechende EU-Verordnung verstoße gegen das Subsidiaritätsprinzip, wonach Mitgliedstaaten selbst über ihren Energiemix entscheiden dürften. Der Importstopp, der spätestens Ende 2027 greifen soll, war von einer Mehrheit der EU-Staaten beschlossen worden, während die Slowakei und Ungarn überstimmt wurden. Auch Budapest hatte mit einer Klage gedroht.
14:09 Uhr – Selenskyj will EU-Beitritt der Ukraine bis 2027
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj strebt einen Beitritt seines Landes zur Europäischen Union bereits bis 2027 an. Die EU-Mitgliedschaft sei Teil der Sicherheitsgarantien für die von Russland angegriffene Ukraine, schrieb Selenskyj nach einem Telefonat mit Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker auf der Plattform X und verwies auf die Unterstützung der europäischen Partner für dieses Ziel.
11:57 Uhr – Trump setzt Ukraine Ultimatum
Die USA knüpfen Sicherheitsgarantien für die Ukraine einem Zeitungsbericht zufolge offenbar an einen Gebietsverzicht. Die „Financial Times“ berichtet unter Berufung auf acht mit den Gesprächen vertraute Personen, die US-Regierung habe der Regierung in Kiew signalisiert, dass ein Friedensabkommen wahrscheinlich die Abtretung der ostukrainischen Donbass-Region an Russland erfordern würde. Russland kontrolliert rund 90 Prozent der ostukrainischen Region. Putins Forderung, dass die Ukraine die unter ihrer Kontrolle verbliebenen Teile der Region abtritt, ist ein Hauptstreitpunkt der Verhandlungen über ein Kriegsende.
10:59 Uhr – Mindestens zwei Tote und zahlreiche Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine
Bei russischen Angriffen sind nach Angaben der ukrainischen Behörden mindestens zwei Menschen getötet worden. In Slowjansk in der östlichen Region Donezk wurde ein Ehepaar bei einem russischen Angriff mit einer Gleitbombe getötet, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte. Der 20 Jahre alte Sohn des Paares habe die Attacke verletzt überlebt. Slowjansk liegt etwa 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt und wird regelmäßig von russischen Streitkräften angegriffen. Neue russische Angriffe wurden auch aus dem Süden der Ukraine gemeldet. In der südukrainischen Stadt Odessa wurden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs Oleh Kiper fast zwei Dutzend Menschen bei einem russischen Drohnenangriff verletzt.
08:30 Uhr – Ukraine sichert sich europäische Unterstützung für Gaskäufe
Angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieversorgung sichert sich die Ukraine finanzielle Unterstützung aus Europa für Gaskäufe. Über Instrumente der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) sollen 85 Millionen Euro für die Beschaffung zusätzlicher Gasmengen bereitgestellt werden, teilt Energieminister Denys Schmyhal auf der Online-Plattform X mit. Die Arbeiten zur Sicherung der entsprechenden Finanzhilfe von einem europäischen Land seien fast abgeschlossen, fügt er hinzu.
08:12 Uhr – Russland: Rückzug aus Donbass „Weg zum Frieden“
Russland hat einen Abzug der ukrainischen Truppen aus der Donbass-Region als Möglichkeit für ein Kriegsende bezeichnet. „Ein Rückzug aus dem Donbass ist der Weg zum Frieden für die Ukraine“, schreibt der Sondergesandte des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Kirill Dmitrijew, auf der Online-Plattform X. Russland kontrolliert rund 90 Prozent der ostukrainischen Donbass-Region. Ein Hauptstreitpunkt der Verhandlungen über ein Kriegsende ist Putins Forderung, dass die Ukraine die unter ihrer Kontrolle verbliebenen Teile der Region abtritt. Putin hat wiederholt gedroht, Russland werde den Rest mit Gewalt einnehmen, sollte die Ukraine das Gebiet nicht aufgeben.
06:30 Uhr – „Träumen Sie weiter“: Europa kann sich laut Rutte nicht ohne die USA verteidigen
Nato-Generalsekretär Mark Rutte schließt aus, dass Europa sich in absehbarer Zeit ohne Hilfe der USA verteidigen kann. „Träumen Sie weiter“, sagte Rutte vor EU-Parlamentariern in Brüssel. „Wir können es nicht.“ In einem solchen Szenario würde Europa den US-Atomschirm verlieren, argumentierte der Nato-Generalsekretär und fügte mit ironischem Unterton hinzu: „Viel Glück“.
In Europa waren angesichts der Drohungen aus Washington im Streit um das zu Dänemark gehörende Grönland die Rufe nach einem Ende der Abhängigkeit von den USA lauter geworden, auch im Verteidigungsbereich. Mit Ruttes Hilfe war der Streit mit US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos vorerst beigelegt worden. Rutte sagte, sollte Europa wirklich „alleine weitergehen“ wollen, müssten die Verteidigungsausgaben der Länder auf zehn Prozent und nicht wie beim Nato-Gipfel im vergangenen Jahr vereinbart auf fünf Prozent steigen. Der Aufbau eigener nuklearer Fähigkeiten koste „Milliarden und Abermilliarden Euro“.
Widerspruch erfuhr der Nato-Generalsekretär aus Paris. „Nein, lieber Mark Rutte. Die Europäer können und müssen ihre Sicherheit selbst in die Hand nehmen“, schrieb der französische Außenminister Jean-Noël Barrot auf X. Dem stimme sogar Washington zu. „Das ist die europäische Säule der Nato“, erklärte der französische Chefdiplomat.
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