Gewaltverbrechen

Familie aus Aachen getötet: Was bisher bekannt ist – und was nicht

29.01.2026 – 14:06 UhrLesedauer: 3 Min.

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Die Stadt Mindelo auf der kapverdischen Insel São Vicente (Archivbild): Eine deutsche Familie wurde hier offenbar Opfer eines Gewaltverbrechens. (Quelle: Thomas Haupt via www.imago-images.de)

Eine Familie kommt im Urlaub auf Kap Verde gewaltsam ums Leben. Mutmaßlicher Täter ist der Sohn des Vaters. Was man bisher über ihn und den Ablauf der Geschehnisse weiß.

Es ist eine Geschichte, die auch über Aachen hinaus schockiert: Eine Familie aus Roetgen wird unmittelbar vor Weihnachten tot im Urlaubsparadies Kap Verde aufgefunden. Mutmaßlich hat der 19-jährige Sohn seinen Vater, seine Stiefmutter und seine Stiefschwester getötet.

Der Teenager flieht und wird kurze Zeit später in Lissabon festgenommen. Bis zuletzt lebte er mit seiner leiblichen Mutter in der Vulkaneifel. Was bisher über den Ablauf und den mutmaßlichen Täter bekannt ist.

Auf der zweitgrößten kapverdischen Insel São Vicente, westlich vor Afrika, kommen einen Tag vor Weihnachten ein Mann, seine Ehefrau und deren Tochter ums Leben. Außer den Opfern war nur der 19-jährige Sohn des Mannes am Ort des Geschehens, in einer Ferienwohnung in der Stadt Mindelo, wie die kapverdische Polizei später bekannt gibt.

Der mutmaßliche 19-jährige Täter verlässt um etwa 11.30 Uhr die Insel mit einem Flug nach Lissabon, wie aus Daten des Flugaufzeichnungsportals „Flightradar“ hervorgeht. Noch ist nichts über die Tat bekannt, es wird somit nicht nach dem Teenager gefahndet.

Etwa vier Stunden später landet der 19-Jährige in Lissabon und verlässt den dortigen Flughafen. Rund zwei weitere Stunden vergehen, bis kapverdische Polizisten am Tatort in Mindelo eintreffen.

Ab etwa 17 Uhr ist der Bereich um den Tatort herum gesperrt. Anwohner sprechen von Dutzenden Polizeiwagen, Krankenwagen und Fahrzeugen der Zivilschutzbehörde.

Ein Reporter der Lokalzeitung „mindel inside“ berichtet gegen 20.30 Uhr, dass die Feuerwehr drei Leichen aus der Ferienwohnung abtransportiert und in ein nahegelegenes Krankenhaus bringt.

Von der Zeitung gibt es erstmals Informationen über die Toten und den mutmaßlichen Tathergang: Demnach handelt es sich um drei deutsche Touristen: Einen 60-Jährigen, eine 45-Jährige sowie eine 20-Jährige, die offenbar mit Messerstichen getötet worden seien. Ein Verdächtiger habe die Insel bereits verlassen, so das Medium.

Die kapverdische Polizei veröffentlicht gegen 23 Uhr eine Pressemitteilung und bestätigt darin die bis dahin vorliegenden Informationen. Laut der Behörde handelt es sich bei den toten Frauen konkret um die Ehefrau und die Stieftochter des getöteten Mannes. Hauptverdächtiger sei der 19-jährige Sohn des Mannes, welcher die Insel bereits verlassen habe.

Die Polizei spricht zudem von einer „Vorgeschichte psychischer Störungen“ beim Tatverdächtigen, ohne sich direkt auf die Tat zu beziehen.