Auch Hochgeschwindigkeitstrassen brauchen Zeit. 25 Jahre an Planungs- und Bauzeit waren nötig, bis die Schnellbahnstrecke von München nach Berlin Ende 2017 in Betrieb gehen konnte – damals das teuerste Projekt dieser Art in Europa und ein schwerer Schlag für Bayerisch-Schwaben. Anstatt über Augsburg fuhren die meisten Züge plötzlich über Ingolstadt. Die Gefahr, dass die Region dauerhaft vom großen Bahnverkehr abgehängt werden würde, war groß.
Die angespannte Finanzlage macht es nicht leichter
Mit dem Ausbau der Trasse zwischen Ulm und Augsburg, der in weiten Teilen ein Neubau sein wird, wahrt Schwaben seine letzte Chance, Teil eines halb Europa umspannenden Netzes von schnellen Bahnverbindungen zu bleiben. Dass der Bundestag sich nach langem Vorlauf nun des Projektes annimmt, war überfällig und ist letztlich auch ein Erfolg für die schwäbische Politik, die in seltener Einigkeit für diese Trasse gekämpft hat. Ein positives Votum des Parlaments aber ist noch keine Garantie für einen raschen Baubeginn. Lange Planungsprozesse, drohende Klagen und die angespannte Finanzlage von Bund und Bahn könnten das Milliardenprojekt deutlich länger verzögern, als es für die Region gut ist.
Umso wichtiger ist es, dass die Politik den Druck nun hochhält. Das unionsgeführte Bundesverkehrsministerium kann noch so aufs Tempo drücken – am Ende muss auch der Finanzminister von der SPD mitspielen und seinen Etat entsprechend öffnen. Die Haushaltsverhandlungen der kommenden Jahre werden dadurch nicht leichter, sondern noch um einiges komplizierter.
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Rudi Wais
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Augsburg
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