
AUDIO: Hiddensee: Eisbrecher soll Passagiere befördern (1 Min)
Stand: 29.01.2026 16:06 Uhr
Aktuell herrscht Chaos rund um den Schiffsverkehr nach Hiddensee. Die Ostseeinsel ist vom Eis eingeschlossen. Die einzig verbliebene Verbindung nach Rügen, der Eisbrecher „Swanti“, darf Personen derzeit aber nur im Notfall befördern.
Die Insel Hiddensee ist seit Anfang der Wochen nur mit einem Eisbrecher erreichbar. Der darf offiziell nur bei Notfällen Menschen befördern, heißt es vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA). Als solche gelten auch Arzttermine, die unaufschiebbar sind. Alle anderen Inselbewohner und Urlauber sind damit vorerst ohne Anbindung nach Rügen. Ob das auch weiter so bleibt, soll im Laufe des Tages durch das WSA entschieden werden. Ein Gutachter wurde beauftragt, sich den Eisbrecher „Swanti“ anzusehen.
Fähre „Vitte“ mit Eisschaden
Der Eisbrecher „Swanti“ ist laut WSA nicht für die Personenbeförderung ausgelegt und aktuell ausschließlich für die Grund- und Notversorgung der Insel im Einsatz. Die Fähre „Vitte“ war wegen eines Schadens kurzfristig ausgefallen. Sie hatte am Sonntag wohl nach einem Eisschaden leckgeschlagen und wird laut Bürgermeister Thomas Gens (Allianz für Hiddenseer) schätzungsweise sieben bis zehn Tage ausfallen.
Sondergenehmigung für Passagiere nötig
Weil der Eisbrecher „Swanti“ zwischenzeitlich auch Passagiere von der Insel nach Rügen gebracht und auch der Bürgermeister der Insel die Erlaubnis kommuniziert hatte, sorgte die Entscheidung des WSA gegen eine Personenbeförderung für Irritationen. Da die Sicherheit von Passagieren an Bord der „Swanti“ aber nicht gewährleistet werden kann, brauche es eine Untersuchung. Erst dann werde über eine Sondergenehmigung entschieden.
Nicht für Touristen erreichbar
Auch das Verkehrsministerium in Schwerin reagiert auf die Situation auf Hiddensee. „Ziel aller Beteiligten ist es, dass der reguläre Fährverkehr so zeitnah wie möglich wieder aufgenommen werden kann“, heißt es von einem Sprecher. Die Sicherheit habe oberste Priorität und die Versorgung der Insel sei sichergestellt. Das Hiddensee durch den eisbedingt eingeschränkten Verkehr für Touristen nicht erreichbar ist, sei misslich, sagte der zuständige Staatssekretär Heiko Miraß.
Luftversorgung im Winter 2010
Aufgrund der aktuellen Situation wurde die Polizeipräsenz auf der Insel durch einen zweiten Polizisten verstärkt. Hiddensee hat knapp 1.000 Bewohner. Im Winter 2010 musste die Insel zeitweise aus der Luft versorgt werden, weil die „Vitte“ wegen der zugefrorenen Gewässer nicht fahren konnte und auch damals einen Schaden erlitten hatte.
08:37 Uhr
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels stand, dass der Eisbrecher „Swanti“ aufgrund einer Ausnahmeregelung Passagiere befördert. Richtig ist, es dürfen derzeit offiziell nur bei Notfällen Menschen mit dem Eisbrecher von Hiddensee nach Rügen fahren. Wir haben den Fehler korrigiert.

Temperaturschwankungen, Strömungen und unterspülte Bereiche führen zu unterschiedlich starken Eisflächen.

Erstmals seit vier Jahren ist der größte Binnensee Deutschlands wieder komplett zugefroren.