Werders Fußball-Trainer Horst Steffen steht mit verschränkten Armen bei einem Spiel an der Seitenlinie und lehnt sich dabei sehr weit zurück.

Stand: 29.01.2026 15:35 Uhr

Nach neun sieglosen Spielen in Folge müssen die Bremer am Samstag gegen Gladbach unbedingt gewinnen. Horst Steffen hat Vertrauen in sein Team, steht aber selbst im Fokus.

Wenn die Lage unangenehmer und der Ton rauer wird bei einem Fußball-Verein, dann werden schon mal Lippenbekenntnisse gegeben, die nicht lange standhalten. Bei Werder Bremen scheinen aber zumindest die Worte von Geschäftsführer Clemens Fritz weiter zu gelten.

Nach der 0:2-Niederlage im Nachholspiel gegen Hoffenheim am Dienstagabend sprach Fritz Trainer Horst Steffen das Vertrauen aus. „Wir müssen uns da gemeinsam rausziehen“, betonte er: „Ich bin überzeugt davon, dass wir das tun werden. Es ist ein weiter Weg und ein hartes Stück Arbeit, aber das werden wir angehen.“

„Zusammen durch eine schwierige Phase“

Werder-Trainer Horst Steffen hielt nach der Niederlage gegen Hoffenheim eine lange Ansprache an seine Spieler, stellte sich aber erneut vor sie.

Zwei Tage später hat sich an diesem Rückhalt offenbar nichts geändert. „Ich spüre das Vertrauen“, erklärte Steffen am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag um 15:30 Uhr: „Clemens hat sich klar vor der Kamera geäußert und das auch intern danach nicht wieder zurückgenommen. Wir gehen zusammen durch eine schwierige Phase.“

Steffen lächelte viel bei der Medienrunde, wirkte ausgeglichen und kein bisschen genervt. Dabei ist es das erste Mal für ihn, dass er kennen lernt, wie erbarmungslos das Geschäft in der Fußball-Bundesliga funktioniert. Steffen ist mit seinen 56 Jahren zwar joberfahren, aber auf diesem elitären Posten noch ein Neuling.

Endspielstimmung gegen Gladbach

Und so sehen viele im Umfeld des Nord-Klubs eher die Führungsriege um Fritz in Verantwortung für den Absturz der Bremer von Tabellenplatz acht auf 15. Die Fehler in der Transferpolitik sind ihr Terrain, nicht Steffens. Doch der Trainer ist in diesem Spiel meist das schwächste Glied. Und obwohl sich Steffen nicht so fühlt, als sei er auf Bewährung, umweht das Duell mit Gladbach doch eine Endspielstimmung.

„Das Team lechzt nach einem Erfolgserlebnis“, sagte Steffen. Seit neun Spielen in Folge ist Werder sieglos – so lange wie nie seit dem Wiederaufstieg 2022. Und hat in 19 Spielen nur 21 Tore geschossen. „Es ist ein wichtiges Spiel für uns“, fügte er hinzu, doch für ihn sei jedes Spiel wichtig, schob er hinterher. Dabei lächelte er wieder und man fragte sich, ob Steffen eine beneidenswerte Entspanntheit besitzt oder den Ernst der Lage nicht erkannt hat.

Trainer Steffen bleibt sich partout treu

Steffen demonstriert mit jedem Satz, den er am Donnerstag sagt, dass er sich partout treu bleiben will. Keine Ad-hoc-Aktionen, kein veränderter Ton, keine Panikumstellungen im Kader. Der ist ohnehin dezimiert. Er wolle die Mannschaft so vorbereiten, wie er es bisher immer getan hatte. Und hofft, dass seine Mannschaft ihr Potenzial endlich auch in Ergebnisse umsetzen kann.

Wie immer stellt sich der Trainer schützend vor seine Spieler, die aber noch nicht bewiesen haben, dass sie diesen Dienst auch zu schätzen wissen. Und nach dem Hoffenheim-Dämpfer stellte Kapitän Jens Stage gar die Qualität der Mannschaft in Frage. Selbst gegen einen Gegner wie Gladbach, der als Elfter seine eigenen Problemen hat, ist ein Sieg nicht selbstverständlich.

Dieses Duell ist eines, wo wir sagen können, jetzt kommt ein Gegner, der auf Augenhöhe ist. Ich glaube, dass die Mannschaft in der Lage ist, Spiele zu gewinnen, und wir arbeiten daran, dass das bald passiert.

(Werder-Trainer Horst Steffen über Gegner Mönchengladbach)

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