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Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben sich nach zweitägigen Gesprächen auf den 9. Februar vertagt. Die DB legte noch kein formales Angebot vor, da die Positionen beider Seiten weiterhin weit auseinanderliegen. DB-Personalvorstand Martin Seiler bezeichnete die Atmosphäre als sachlich und konstruktiv, betonte aber: Bis zu einer Lösung ist es noch ein hartes Stück Arbeit. Die nächste Verhandlungsrunde ist auf fünf Tage angesetzt und soll beiden Seiten die nötige Zeit geben, sich aufeinander zuzubewegen und Kompromisse zu finden. Ziel bleibt ein tragfähiger Abschluss bis Ende Februar am Verhandlungstisch. Bis zum 28. Februar gilt Friedenspflicht, Streiks sind ausgeschlossen.

In Berlin trafen sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und Verdi zur zweiten Verhandlungsrunde über den Mantelvertrag TV-N Berlin. Verdi hatte zum Auftakt Mitte Januar überraschend weitere Forderungen ergänzt. Der Forderungskatalog umfasst nun 17 Einzelthemen, darunter eine 35-Stunden-Woche für alle Mitarbeitenden ab Januar 2027 bei vollem Lohnausgleich, mehr Urlaub, kürzere Schichten und höhere Zulagen. Die BVG hat alle Forderungen finanziell bewertet und beziffert das Gesamtvolumen auf 150 Millionen Euro Personalkosten pro Jahr, was einem zusätzlichen Personalbedarf von 1’330 Stellen entspricht.

Das Unternehmen bezeichnet die Forderungen in dieser Grössenordnung als nicht finanzierbar. Sie würden sowohl den Rahmen einer Manteltarifrunde als auch jegliche finanzielle Möglichkeiten des Unternehmens sprengen. Erst im vergangenen Jahr hatte die BVG einen historisch hohen Entgelttarifvertrag abgeschlossen. Seit 2024 fährt das Unternehmen einen Stabilisierungskurs. BVG-Vorständin Jenny Zeller-Grothe fordert Verdi auf, die Forderungen zu priorisieren, damit ein realistischer Verhandlungskorridor gesetzt werden kann. Die BVG schlägt stattdessen flexible Arbeitszeitmodelle vor, die individuelle Bedürfnisse mit betrieblichen Anforderungen verbinden. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 18. Februar statt.