Der Moment, auf den ganz Handball-Deutschland gehofft hat, ist da: EM-HALBFINALE! Und jetzt wird es pikant. Im Kampf um das Finale wartet ausgerechnet Kroatien – mit Dagur Sigurdsson (52), dem deutschen Titel-Trainer von 2016, an der Seitenlinie.

Am Tag vor dem Halbfinale (Freitag, 17.45 Uhr/ARD, Dyn und hier im Liveticker) gab Sigurdsson eine bemerkenswerte Pressekonferenz im Spielort Herning. Der Trainer hielt vor den versammelten Journalisten eine wahre Wutrede, als er um seine Einschätzung zu der Partie gefragt wurde.

Foto: BILD

Sigurdsson klagt an: „Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich noch keine Zeit hatte, mich damit zu beschäftigen, weil wir gerade erst um 14.30 Uhr angekommen sind, und dann muss ich hierherkommen, das ist Pflicht. Das kostet mich Zeit, weil wir nicht hier untergebracht sind, komisch, wie das so ist. Ich habe also eine 35-minütige Fahrt hierher, muss diesen Zirkus machen und dann wieder 35 Minuten zurückfahren.“

Sigurdsson: Veranstalter „wie ein Fast-Food-Unternehmen“

Der Trainer weiter über den gnadenlosen Zeitplan vor dem Kracher-Spiel: „Wenn ich zurückkomme, wird es schon gegen 17 oder 18 Uhr sein. Und ich habe heute nicht mit der Mannschaft trainiert und ich hatte auch keine Besprechung. Und das ist die Bestätigung dafür, dass die EHF sich nicht um die Spieler und die Teams kümmert.“

Es folgen schwere Vorwürfe gegen den Veranstalter: „Sie sind wie ein Fast-Food-Unternehmen. Sie kümmern sich nicht um die Qualität, sie verkaufen nur. Eigentlich sind sie wie eine Eventagentur. Sie bestellen einfach ein paar Künstler, veranstalten eine gute Show und eine nette Pressekonferenz. Es spielt keine Rolle, dass wir morgens vier Stunden von Malmö hierherfahren mussten. Das spielt keine Rolle.“

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Der wütende Sigurdsson erklärt: „Wir waren in Malmö in einer Gruppe und hatten zwei Tage weniger Zeit als einige der anderen Mannschaften in diesem Wettbewerb, um sieben Spiele zu bestreiten. Und jeder, der sich mit Sport auskennt, weiß, dass zwei Tage Pause in einem Zeitraum von 12 Tagen und sieben Spielen verdammt viel sind. Verdammt viel. Und wir mussten zwei Spiele bestreiten, Spiel Nummer sechs und Spiel Nummer sieben. Das mussten wir innerhalb von 22 Stunden schaffen. Am nächsten Morgen haben sie uns wie gefrorene Hühner in einen Bus gepackt und hierhergefahren.“

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Der isländische Trainer über den Termindruck: „Und wir sind nicht einmal in der Nähe der Trainingshalle. Und dann muss ich zu einer Pressekonferenz, um sechs Uhr ins Hotel zurückkommen, um zu überprüfen, ob meine Spieler gesund sind, um eine Besprechung abzuhalten, um das Spiel von morgen zu analysieren. Und wir stehen im Halbfinale.“

Dann bringt Sigurdsson seinen Zorn auf den Punkt: „Das ist eine absolute Schande. Und sie bringen hier den Slogan ‚Pure Greatness‘ an. Wirklich? Ist das pure Größe? Das ist absolut schockierend. Vielen Dank also. Ich werde sehr froh sein, wenn ich gehen kann. Sagen Sie mir einfach, wann ich gehen kann.“