VfL Bochum gegen Schalke 04 – das ist und bleibt ein besonderes Duell im Ruhrgebiet. 81 Mal spielten die Mannschaften bereits gegeneinander. Fans des VfL blicken vor dem Spiel am Samstag (31. Januar, 13 Uhr) auf Partien zurück, die ihnen bis heute in Erinnerung geblieben sind.
Thorsten Strozik (56) denkt noch immer an ein unglaubliches 6:0 im Parkstadion
„Mein Vater hat mich am Samstag, 9. Mai 1981, mit zum Auswärtsspiel auf Schalke genommen. Ich war elf Jahre alt. Die Karten bekam er damals von einem Arbeitskollegen bei Krupp. Der war Schalke-Fan, schaffte es aber nicht zum Spiel. Die Plätze waren natürlich nicht im Gästeblock, sondern im Schalker Bereich, damals noch im Parkstadion.
VfL Bochum gegen Schalke 04: Das 6:0 bleibt für immer
Wir haben uns im Stadion größte Mühe gegeben, nicht als Bochum-Fans aufzufallen, immer still gejubelt. Das war gar nicht so leicht, denn das Spiel war unglaublich: Der VfL gewann mit 6:0. Die Leute auf der Tribüne schauten uns etwas schief an, ließen uns aber in Ruhe.
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Das war mein erstes Auswärtsspiel. Als Elfjähriger dachte ich danach: Das läuft jetzt immer so. Das war natürlich nicht der Fall. Mir wurde erst viel später bewusst, was das für eine besondere Partie war. Mit allen Wirren des VfL, die später folgten, den Auf- und Abstiegen. Dass wir so deutlich gegen Schalke gewonnen haben, darüber reden wir noch heute.
Das Auswärtsspiel war ein seltenes Erlebnis mit dem Vater
Besonders bleibt das Spiel auch, weil es einer der wenigen Ausflüge mit meinem Vater war. Er hat viel gearbeitet, jede Stunde mit ihm war wertvoll. Sein Arbeitskollege aus dem Krupp-Werk hat dann nach dem Spiel auf der Arbeit gesagt: ‚Ich schenke dir einmal Karten und ihr verkloppt uns auch noch.‘“

Das letzte Duell des VfL-Bochum gegen Schalke war am 23. August 2025. Bochum verlor mit 1:2.
© Anke Waelischmiller/dpa | Anke Waelischmiller
André Lux (25): Ein Moment in der Kindheit für die Ewigkeit
Ich erinnere mich noch gut an das Spiel gegen Schalke im Jahr 2007, Ende April war das. Damals war ich sechs Jahre alt. Der VfL hat nach 0:1-Rückstand mit Toren von Zvjezdan Misimovic und Theofanis Gekas noch mit 2:1 gewonnen.
VfL Bochum wird gegen Schalke zum Partycrasher
Schalke stand damals ganz oben. Wir haben denen die Meisterschaft versaut, waren der Partycrasher (Anm. d. Red.: Schalke wurde am Ende der Saison mit zwei Punkten Rückstand auf den VfB Stuttgart nur Vizemeister).
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Gehört habe ich das Spiel zusammen mit meinem Opa vor dem Radio. Unser Ritual war es, die Spiele zeitgleich im Teletext und Radio zu verfolgen, um immer auf dem Laufenden zu bleiben. So bin ich mit Fußball groß geworden.
Derby gegen Schalke: „Das war Kindheit pur“
Der Sieg gegen Schalke war für uns etwas sehr Besonderes: Der kleine VfL Bochum schlägt den großen FC Schalke 04. Die waren damals, auch international, noch eine ganz andere Nummer als heute.
Ich denke gerne zurück an das Spiel, aber auch an die anderen Fußballerlebnisse mit meinem Opa. Diese Zeit kommt nie wieder zurück, das war Kindheit pur. Ich war oft bei meinem Opa, wir hatten ein tolles Verhältnis. Er wohnte nur zwei Häuser von mir entfernt, war immer ein Vorbild für mich. 2016 ist er leider verstorben, aber die Erinnerung an den Sieg gegen Schalke bleibt für immer.
Bernd Kiesewetter, Redakteur bei der WAZ Bochum und langjähriger VfL-Fan
Das tollste Bochum-Schalke-Erlebnis habe ich vor 16 Jahren (23. Januar 2010) erlebt. Natürlich in der Ostkurve und direkt davor. Schalke stand ziemlich weit oben in der Tabelle, Bochum ziemlich weit unten. Die Gäste mit Meisterschafts-Ambitionen führten im Ruhrstadion scheinbar souverän mit 2:0.

Dann kam die Schlussphase. Erst erzielte Vahid Hashemian (Spitzname „Hubschrauber“ wegen seiner Sprungkraft) den Anschlusstreffer. In der Nachspielzeit fasste sich der VfL noch einmal ein Herz und griff über links an. Der Hubschrauber flankte in die Mitte, wo sich VfL-Stürmer Stanislav Sestak mit letzter Kraft hochschraubte und den Ball mit dem Kopf volles Rohr unter die Latte feuerte.
Der Torwart, ein gewisser Manuel Neuer, war machtlos. Die Ostkurve explodierte! Sekunden später pfiff der Schiri ab. Der Jubel in ganz Fußball-Bochum kannte keine Grenzen.