Aus Sicht des Vorsitzenden des Landeselternausschusses, Norman Heise, gehe es bei der geplanten Regelung „nicht darum, alle unter Generalverdacht zu stellen“, sondern um besondere Einzelfälle. Immer mal wieder tauchten bisher Fälle auf, „dass Schulen sagen: ‚Da fehlt uns eine Handhabe‘.“ Wie das Kriterium der „begründeten Zweifel“ angewendet wird, muss sich Heise zufolge in der Schulpraxis einspielen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin kritisierte, es sei nicht vollständig klar, in welchen Fällen das Schulamt eine Untersuchung durch das Gesundheitsamt anordnen können soll. Aus Sicht der GEW-Vorsitzenden Felicia Kompio handelt es sich nur um wenige Schülerinnen und Schüler. Um sie zu unterstützen, brauche es Ressourcen wie zum Beispiel bei Schulpsychologen – und nicht Druck durch die Gesundheitsämter, kritisierte Kompio. Aus Sicht der Gewerkschafterin stelle sich bei Schuldistanz vielmehr die Frage, wo die Ursachen lägen.

Dem Zeitplan zufolge soll der Entwurf Anfang März im Senat und vor der Sommerpause im Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen werden.