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Zwischen Lob und Kritik schwanken die Bewertungen eines Supermarktes in einem NRW-Hauptbahnhof. Hygienemängel und Sicherheitsprobleme stehen im Fokus.

Essen – Der Lidl im Essener Hauptbahnhof polarisiert wie kaum ein anderer Supermarkt in NRW. Während ein Kunde voller Lob schreibt: „Dieser Laden hat mein Leben und das vieler anderer gerettet – durch seine Erreichbarkeit, Verfügbarkeit und den täglichen Service für tausende Kunden“, sehen andere Kunden die Realität völlig anders. Die Bewertungen bei Google schwanken zwischen überschwänglichem Lob und drastischer Kritik – ein Spiegelbild der extremen Bedingungen, mit denen dieser Standort offenbar zu kämpfen hat.

Der Lidl im Hauotbahnhof in Essen von außen mit großen Buchstaben, drei blaue und ein roter, an der Fassade.Dieser Lidl ist der „Endgegner“, meint ein User. (Archivbild) © Socrates Tassos/imago

Die hygienischen Zustände in der Filiale sorgen bei vielen Kunden für Entsetzen. „Der Zustand des Ladens war erschreckend. Überall lagen Lebensmittel auf dem Boden – darunter Joghurt, zerquetschte Kirschen, ein angebissenes Croissant und diverses Obst“, berichtet ein schockierter Kunde und hat entsprechende Fotos hochgeladen. Besonders die Gemüsetheke wird als „miserabler Zustand“ beschrieben: „welkes, teilweise vergammeltes Gemüse, überall Dreck und heruntergefallene Blätter“. Die Ursache liegt für die Kunden in Essen auf der Hand: „Die Mitarbeiter kommen nicht hinterher“, so ein weiterer Bewerter, da der Laden „oft sehr überfüllt“ sei.

Lidl am Essener Hauptbahnhof: Ein Supermarkt voller Kontraste

Die Atmosphäre im Laden wird von vielen als bedrohlich empfunden. „Die Trinker und Drogenszene wertet alles ab“, erklärt ein Kunde, der trotz des netten Personals ein „komisches Gefühl“ beim Einkaufen hat. Dass „Sicherheitspersonal am Eingang steht und aufpasst“, unterstreiche nach seiner Ansicht die problematische Situation. Ein anderer Bewerter bestätigt: „viel Diebstahl und auch immer Sicherheitspersonal notwendig“. Diese Umstände führen dazu, dass viele Kunden „andere Läden definitiv vorziehen“ und den Lidl nur im Notfall aufsuchen.

Trotz aller Kritik bleibt der Lidl am Essener Hauptbahnhof für viele unverzichtbar – allerdings aus der Not heraus. „Einziger Vorteil: Er hat sonntags geöffnet“, bringt es ein Kunde auf den Punkt. Diese Monopolstellung bei den Sonntagsöffnungszeiten macht den Supermarkt zur letzten Rettung für Reisende und Pendler, auch wenn das Einkaufserlebnis offenbar für die meisten Kunden alles andere als entspannt ist. Wie ein Kunde sarkastisch anmerkt: „Wenn man Lust auf Abenteuer hat und Langeweile, ist dieser Laden mit Sicherheit einen Besuch wert.“

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Und auch bei Instagram sorgt der Discounter für Belustigung. Die Meme-Seite „essendiese“ hat ihn längst für ihre Gags entdeckt. Ein User kommentiert dort unter einem entsprechenden Beitrag: „Lidl am Hbf ist auf jeden Fall der Endgegner… irgendwie eine Mischung aus ‚der Boden ist Lava‘ und ‚28 Days Later‘… Auf jeden Fall wäre es interessant zu wissen, ob die Mitarbeiter dort eine Stressprovision bekommen oder so was.“ So bleibt der Lidl am Essener Hauptbahnhof ein notwendiges Übel mit Kultfaktor – praktisch gelegen, aber augenscheinlich mit Problemen bei Sauberkeit, Sicherheit und Atmosphäre.