
Der SC Freiburg kassiert am letzten Spieltag der Ligaphase in der Europa League die erste Niederlage und steht trotzdem im Achtelfinale.
Der SC Freiburg hat das Europa-League-Spiel bei Lille Osc mit 0:1 (0:0) verloren. Den Siegtreffer für die Franzosen erzielte der eingewechselte Olivier Giroud mit einem verwandelten Foulelfmeter in der Nachspielzeit (90.+2).
Der SC Freiburg startete mit einigen Änderungen im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen den 1. FC Köln. So liefen standen Christian Günter, Vincenzo Grifo, Bruno Ogbus, Johan Manzambi und Junior Adamu im Stade Pierre Mauroy neu in der Startelf. Der zuletzt so treffsichere Igor Matanovic saß zunächst auf der Bank.
Die Franzosen, die zuletzt fünf Pflichtspiele in Folge verloren hatten, starteten mit etwas mehr Ballbesitz ins Spiel, der Sport-Club hielt mit viel Intensität dagegen. So neutralisierten sich beide Mannschaften in der ersten Viertelstunde, wobei Lille den gefährlicheren Eindruck machte.
Freiburg bekommt das Spiel in den Griff
Die Hausherren bauten nun mehr Druck auf, die Freiburger waren vor 1.700 mitgereisten Fans vor allem mit Defensiv-Aufgaben beschäftigt. In der 21. Minute rettete Ogbus bei einem Steilpass auf Matias Fernandez-Pardo gedankenschnell. In der Offensive hakte es dagegen, in den ersten 20 Minuten brachten die Breisgauer keinen Torschuss zustande. Anders die Franzosen: Hakon Haraldsson zog nach Ballgewinn Richtung Strafraum und zog aus 23 Metern ab – knapp einen Meter am rechten Pfosten vorbei (23.).
Nach rund einer halben Stunde fand der Sport-Club besser ins Spiel und konnte sich längere Ballbesitzphasen erarbeiten. Torgefahr resultierte auch daraus nicht, dafür hatten die Freiburger auch in der Defensive das Geschehen nun besser unter Kontrolle. Folgerichtig ging es mit dem torlosen Remis in die Halbzeitpause.
Adamu mit der ersten Chance
Ohne personelle Wechsel starteten beide Mannschaften in den zweiten Durchgang. Per Zufall kam Freiburg zu einer Möglichkeit: Nathan Ngoys Rückpass per Kopf missglückte, Junior Adamu hatte freie Bahn. Doch Ngoy war rechtzeitig zur Stelle, um seinen Fehler wieder auszubügeln (51.).
Nun war plötzlich Tempo im Spiel. Lille vertändelte einen verheißungsvollen Angriff, dann bediente Yuito Suzuki auf der anderen Seite Adamu, der den Ball freistehend aus 16 Metern deutlich über das Tor schoss (56.). Sechs Minuten später wurde Lilles Außenbahnspieler Felix bei einem Konter links freigespielt, doch erneut war der aufmerksame Ogbus rechtzeitig zur Stelle. Kurz darauf die nächste Möglichkeit für die Gastgeber – und was für eine: Fernandez-Pardo wurde mit einem langen Pass bedient, eilte alleine auf Noah Atubolu zu und scheiterte dann mit einem schwachen Heber am Freiburger Keeper (64.).
Die Breisgauer verloren nun ein wenig die Ordnung, auch Ngal’ayel Mukau kam recht frei zum Schuss, schloss aber ebenso ungefährlich ab (66.). Dann zog Tiago Santos einfach mal aus der Distanz ab und zwang Atubolu zu einer Faustabwehr (68.). Die letzte Viertelstunde mussten die Freiburger dann in Unterzahl bestreiten. Maximilian Eggestein traf Fernandez-Pardo im Zweikampf über dem Knöchel und sah von Schiedsrichter Damian Sylwestrak die Rote Karte (74.).
In der Schlussphase war dann fast nur noch verteidigen angesagt für den Sport-Club. Lille erhöhte den Druck und wechselte neun Minuten vor dem Abpfiff den früheren Weltklassestürmer Olivier Giroud ein. Der mittlerweile 39 Jahre alte Angreifer ist immer noch sehr schwer zu verteidigen. Doch Freiburg machte das stark, musste aber in der Nachspielzeit dennoch das 0:1 hinnehmen. Nach einem plumpen Foul von Cyriaque Irié an Fernandez-Pardo gab es Foulelfmeter, den Giroud in den rechten Winkel drosch.
Freiburg in der Bundesliga beim VfB gefordert
Auf internationaler Bühne haben die Freiburger zunächst einmal Pause. Die Achtelfinal-Spiele und der weitere Verlauf der K.o.-Runden werden am 12. und 19. März ausgetragen. Die Auslosung findet am 27. Februar statt, wenn die Sieger der Playoff-Duelle feststehen.
In der Bundesliga geht es für den Sport-Club mit dem Spiel beim VfB Stuttgart weiter. Drei Tage später steht das Viertelfinale im DFB-Pokal bei Hertha BSC auf dem Programm.