„Regional war Berlin vom Eisregen Sonntagnacht besonders stark betroffen. Vergleiche mit anderen Regionen, Wetterlagen und Verkehrssystemen sind nicht zielführend“, so die BVG in ihrem „Update zur aktuellen Wetterlage“ vom 27. Januar.
Das ist im Hinblick auf das 200 Kilometer lange Berliner Streckennetz sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Doch was die schiere Menge des Eisregens betrifft, scheint ein Vergleich durchaus möglich. „Was die Wetterlage betrifft, stehe ich der Aussage der BVG skeptisch gegenüber“, sagt Meteorologe Rudolph. Denn nicht nur in Potsdam seien ähnliche Regenmengen wie in Berlin gefallen, sondern auch in Frankfurt (Oder) waren es 8,1 Liter pro Quadratmeter in dieser Nacht (bei einer Temperatur von Minus ein Grad) und auch in Cottbus – allerdings bei einer Temperatur von Plus ein Grad – kamen 6,1 Liter zusammen. Und in beiden Städten fuhren die Straßenbahnen am Montag. In Cottbus wurde nach Angaben eines rbb-Reporters „Spezialflüssigkeit auf die Oberleitungen aufgetragen, die die Vereisung für mehrere Tage verhindert“.
Doch warum hat Berlin nicht vorgesorgt und ebenfalls die Oberleitungen besprüht? „Der Einsatz chemischer Hilfsmittel war in der Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt erforderlich, da winterliche Wetterlagen bislang mit den etablierten und bewährten Verfahren beherrscht werden konnten“, heißt es dazu von der BVG auf Nachfrage von rbb|24. In den letzten Jahren und auch in den zurückliegenden Wochen sei der Betrieb der Straßenbahnen auch bei Schnee und sehr tiefen Temperaturen – teils bis zu minus 15 Grad Celsius – aufrechterhalten erhalten worden.