Die Gendermedizin liefert neue Antworten, warum Männer und Frauen unterschiedlich von Krankheiten wie Alzheimer, Depression und Multipler Sklerose betroffen sind. Fortschritte in der Bildgebung und KI bestätigen fundamentale Unterschiede in der Struktur und Funktion unserer Gehirne. Diese Erkenntnisse treiben jetzt personalisierte Therapien voran.

Lange galt der männliche Körper als medizinischer Standard – mit gravierenden Folgen für die Frauengesundheit. Experten fordern eine tiefgreifende Wende in Forschung und Praxis. Ihr Ziel: Therapien endlich präzise auf die biologischen Gegebenheiten jedes Geschlechts zuschneiden.

Etwa zwei Drittel aller Alzheimer-Patienten sind weiblich. Bislang führte die Medizin das vor allem auf die höhere Lebenserwartung von Frauen zurück. Neue Studien zeigen jedoch: Es steckt mehr dahinter.

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  • Hormoneller Schutz fällt weg: Dem weiblichen Sexualhormon Östrogen wird eine schützende Wirkung auf Nervenzellen zugeschrieben. Mit den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel – und dieser natürliche Schutzschild schwindet.
  • Andere Proteinablagerungen: Erste Hinweise deuten darauf hin, dass sich bei Frauen mit hoher Amyloid-Beta-Belastung schneller schädliche Tau-Proteine im Gehirn ansammeln. Beide Proteine sind Kennzeichen der Alzheimer-Erkrankung.

Diese biologischen Unterschiede machen geschlechtersensible Präventions- und Behandlungsstrategien dringend notwendig.

Depression: Das übersehene Leiden der Männer

Frauen erhalten zwei- bis dreimal häufiger die Diagnose Depression. Doch diese Statistik trügt. Die klassischen Diagnosekriterien erfassen vor allem Symptome, die Frauen häufiger zeigen: Traurigkeit und Interessenverlust.

Männer äußern eine Depression oft anders:
* Durch Reizbarkeit und Aggressivität
* Durch risikoreiches Verhalten
* Durch erhöhten Alkohol- oder Drogenkonsum

Da diese Anzeichen selten direkt mit einer Depression in Verbindung gebracht werden, bleiben viele männliche Betroffene undiagnostiziert. Experten fordern daher dringend angepasste Diagnoseinstrumente.

Multiple Sklerose: Wenn das Immunsystem verrücktspielt

An der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS) erkranken Frauen zwei- bis dreimal häufiger als Männer. Der Grund liegt vermutlich im Immunsystem selbst.

Das weibliche Immunsystem reagiert stärker und schneller auf Eindringlinge. Das bietet besseren Infektionsschutz, erhöht aber das Risiko für fehlgeleitete Attacken auf den eigenen Körper – also für Autoimmunerkrankungen wie MS. Interessanterweise verläuft die Krankheit bei den seltener betroffenen Männern oft aggressiver.

Trotz dieser klaren biologischen Unterschiede erfolgt die Behandlung in der Praxis selten geschlechtsspezifisch.

Die große Datenlücke schließen

Hinter diesen Erkenntnissen steht ein systemisches Problem: die „Gender Data Gap“. Jahrzehntelang wurden klinische Studien überwiegend mit männlichen Probanden durchgeführt. Die Ergebnisse galten einfach für alle.

Die Folgen sind bis heute spürbar: unzureichende Versorgung und häufiger Nebenwirkungen bei Frauen. Die Gendermedizin will diese Lücke schließen, indem sie biologische und soziokulturelle Geschlechterunterschiede in jeder Studie systematisch berücksichtigt.

Personalisierte Medizin wird zur Realität

Die Zukunft der Neurologie und Psychiatrie ist personalisiert. Die Forschung zu den Unterschieden zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen legt den Grundstein für gezieltere Therapien.

Bereits heute hält das Thema Einzug in die Ausbildung angehender Ärzte. Neue Behandlungsleitlinien werden geschlechtsspezifische Empfehlungen enthalten. Das langfristige Ziel ist klar: Schluss mit der „One-Size-Fits-All“-Medizin. Stattdessen kommt eine präzise Versorgung, die das Geschlecht als eine der wichtigsten biologischen Variablen endlich ernst nimmt.

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