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Die erste große Probe fand im Ruhrcongress in Bochum statt.Zur ersten großen Probe kamen (von links) Darsteller Benjamin Oeser (Micha), Musikproduzent Michael Herberger, Texter Kevin Schröder, Alida Will (Judith), Oliver Edward (Ammo) und Frank Logemann (Judiths Vater) nach Bochum. © Stiftung Creative Kirche

Annette Kosek und Ann-Marie Seidl proben für das moderne Chormusical „Judith und das Wunder der Schöpfung“. Die Uraufführung findet in der Westfalenhalle Dortmund statt.

Hultrop – Annette Kosek und Ann-Marie Seidl gehen fremd – musikalisch. Sie zählen zu den 3000 Sängerinnen und Sängern aus ganz NRW, die ihre Freizeit in das Chormusical „Judith und das Wunder der Schöpfung“ der Stiftung Creative Kirche stecken. Aufgeführt wird es am 21. Februar in der Westfalenhalle in Dortmund.

Annette Kosek und Ann-Marie Seidl proben für Chormusical JudithAnnette Kosek und Ann-Marie Seidl proben für das Chormusical Judith. © Karin Hillebrand

Eigentlich sind die Lippetalerinnen Mitglied im heimischen gemischten Chor Cäcilia Hultrop. Doch beim Stöbern im Internet wurde Annette Kosek auf eine Infoveranstaltung zu dem Musicalprojekt aufmerksam. „Der Produzent, der Texter und die beiden Chorleiter Miriam Schäfer und Christoph Terbuyken haben das mit so viel Herzblut vorgestellt, das mir schnell klar war: ‚Da mache ich mit.‘“, erzählt die Hultroperin.

Es ist nicht nur die Musik, sondern auch der Inhalt, der sie anspricht: „Es geht um die Schöpfung, die Natur, die wir bewahren müssen und dass die Jugend aus unseren Fehlern lernt.“ Eine impulsive Entscheidung bringt Judiths Welt ins Wanken: Konflikte in ihrer Familie spitzen sich zu und gesellschaftliche Spannungen wachsen. „Es hat viel mit dem Klimaschutz zu tun und zeigt Bewegungen in der Geschichte“, ergänzt ihre Freundin Ann-Marie Seidl.

Die musste sie nicht lange überzeugen, zwei weitere Angefragte, fanden nicht die Zeit dafür. „Die Proben sind auch nicht so leicht zu erreichen“, sagt Seidl. Zum Üben zuhause gab es eine CD und das Notenheft. Alle zwei bis drei Wochen fahren die beiden nach Hamm Rhynern zu „Yanomami“, einem Chor, der komplett bei „Judith“ mitmacht und die beiden Hobby-Sängerinnen mitproben lässt. Eine Liste mit beteiligten Gastchören fanden Kosek und Seidl auf der Internetseite zu dem Musical.

Chormusical „Judith“

„Ein stimmgewaltiges Musical über das Ringen um Zusammenhalt in einer zerrissenen Zeit. Bewegend, aktuell erzählt es mit kraftvollen Pop-Melodien von der Suche nach Orientierung – und dem Mut, die eigene Stimme zu erheben.“ Einblicke online unter www.chormusicals.de/judith. Aufführungen: 21. Februar, 14 und 19 Uhr, Westfalenhalle Dortmund. Familientickets ab 99 Euro, Gruppenangebote mit bis zu 25 % Rabatt, Normaltarif ab 29,90 Euro, Kinder- und Jugendgruppen zahlen 15 Euro/pro Person (www.chormusicals.de/tickets).

Überwiegend ist für die beiden jedoch das Auto zum Proberaum geworden, auf gemeinsamen Strecken oder auf Fahrten zur Arbeit. Die erste Probe mit fast 2000 Mitstreitern fand im Ruhrcongress in Bochum statt. „Da bekomme ich jetzt noch Gänsehaut. Es war überwältigend, so ein Klangvolumen“, sagt Annette Kosek. Zu einigen der Lieder sangen bereits drei der Hauptdarsteller mit.

Die aus Lippborg kommende Seidl ergänzt: „Die beiden Chorleiter waren so motivierend und voller Power.“ Dabei sind Kosek und Seidl mit der Leiterin ihres Cäcilia-Chores, Dora Rubart-Pavlíková, schon an ein echtes Energiebündel bei Proben gewöhnt.

Vierstimmiger Gesang

Gesungen wird vierstimmig – das wäre Annette Kosek sonst auch zu langweilig. Aber: „Man muss sich schon umgewöhnen. Die Betonung, die sie haben wollen, absichtlich verwaschen und lockerer, ist anders als bei uns, wo wir die letzten Silben bewusst betonen.“ Zudem werden einige der Stücke auf Hebräisch gesungen.

„Wir werden immer auf dem Laufenden gehalten, bekommen Videos, konnten so hinter die Kulissen blicken und uns die Chorleiterschulung anschauen“, fühlt sich Kosek gut betreut. Letztere war für die Leiter der vielzähligen Chöre, die sich an dem Projekt beteiligen.

Zur zweiten, freiwilligen Probe in der Stadthalle in Unna waren weiße T-Shirts mit schwarzer Kapuzenjacke angesagt. „Ein Choreograf hat ein paar Dinge mit der Kleidung ausprobiert und geschaut, wie sie wirken. Bei der Hauptprobe wird in der Westfalenhalle die fertige Choreografie geprobt“, erklärt Ann-Marie Seidl. Sie soll morgens beginnen und bis 22 Uhr gehen. Am 20. Februar folgt die Generalprobe vor Ort, bevor am Tag darauf die Uraufführung auf die Bühne gebracht wird.

An beiden Aufführungen, 14 und 19 Uhr werden sich Seidl und Kosek beteiligen – schließlich sind sie im Anschluss zur After-Show-Party eingeladen. Ihr Gastchor aus Rhynern hatte sich schon bei dem Stück „Betlehem“ beteiligt, einer der vielen Produktionen der Stiftung, „Es ist ein Wanderzirkus, passend zur Jahreszeit werden die Musicals aufgeführt“, erzählt Seidl.