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Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg im Ticker: Selenskyj zweifelt an einer von Trump verkündeten Feuerpause. Russlands Armee verliert weitere Soldaten.

Update vom 30. Januar, 8:56 Uhr: Während auf eine Feuerpause bei den Angriffen auf Energieanlagen gehofft wird, gehen die Bodengefechte im Ukraine-Krieg weiter. Insbesondere an den Fronten von Pokrowsk und Huljajpole sei es zu „fast 120 russischen Angriffen“ gekommen, wie der ukrainische Generalstab auf Facebook berichtet. Viele der Attacken seien zurückgeschlagen worden, doch die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Trump bittet Putin um Feuerpause im Ukraine-Krieg

Erstmeldung vom 30. Januar: Kiew/Moskau – Wird die von US-Präsident Donald Trump verkündete zeitlich begrenzte Kampfpause im Ukraine-Krieg Realität? Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte vorsichtig auf diese Ankündigung. Zuerst bedankte er sich bei den USA für deren Anstrengungen, einen Stopp russischer Attacken auf die Energieinfrastruktur zu bewirken. „Die Lage jetzt in der Nacht und in den kommenden Tagen, die tatsächliche Situation in unseren Energieanlagen und Städten“ würde beweisen, ob eine derartige Kampfpause wirklich eintreten wird, erklärte das ukrainische Staatsoberhaupt am Donnerstagabend.

Der US-Präsident hatte mitgeteilt, dass er Russlands Staatschef Wladimir Putin in einem Telefongespräch aufgrund der extremen Kälte in der Ukraine darum ersucht habe, sieben Tage lang keine Angriffe auf Städte und Energieeinrichtungen des Nachbarlandes zu führen. Der Kreml-Chef habe diesem Ersuchen zugestimmt, so Trump. Wann diese Zurückhaltung beginnen sollte, ließ er offen – eine offizielle Bestätigung aus dem Kreml blieb aus.

Donald Trump sieht die Schuld für stockende Verhandlungen im Ukraine-Krieg wohl bei Selenskyj.Donald Trump sieht die Schuld für stockende Verhandlungen im Ukraine-Krieg wohl bei Selenskyj. © dpa/AP | Alex Brandon + dpa/Pool AP | Petros KaradjiasPro-russische Blogger berichten ebenfalls von Ukraine-Feuerpause

Jedoch kursierten schon vor Trumps Verlautbarung Vermutungen über eine zeitlich beschränkte Kampfpause – sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Laut dem russischen Militärblogger Romanov Light habe das Moskauer Verteidigungsministerium bereits am Donnerstagmorgen einen Stopp für Beschuss ukrainischer Städte und Energieeinrichtungen verhängt. Ebenso berichtete der dem russischen Verteidigungsministerium nahestehende Blog Rybar über Gerüchte bezüglich einer kommenden partiellen Kampfpause.

Beide Plattformen übten heftige Kritik an einer eventuellen Kampfpause. Angriffe auf zivile Infrastruktur werden dort als rechtmäßiges Druckinstrument im Ukraine-Krieg betrachtet.

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Russland hat das Nachbarland während dieses verhältnismäßig harten Winters im Ukraine-Krieg mit massiven Luftschlägen überzogen. Die bereits erheblich beschädigte Energie- und Heizungsinfrastruktur wurde weiterhin gezielt angegriffen. Zwei massive Attacken trafen die Hauptstadt bereits in den ersten beiden Januarwochen. Nach wiederholten Angriffen auf Heizkraftwerke am vorigen Samstag blieben rund 6000 Wohnkomplexe und somit über die Hälfte der Millionenmetropole bei teilweise zweistelligen Minustemperaturen ohne Fernwärme. Mittlerweile sind es „nur noch“ ungefähr 450 Wohnkomplexe.

Nach zwei Tagen mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt wird am Wochenende erneut strenger Frost mit teilweise unter minus 20 Grad in der Nacht prognostiziert. Bürgermeister Vitali Klitschko forderte die Bewohner bereits auf, falls möglich, die Hauptstadt wenigstens vorübergehend zu verlassen.

Ukraine-Krieg aktuell: Bricht Putin bereits die angebliche Feuerpause?

Tatsächlich blieb es in der Nacht zu Freitag keineswegs ruhig: Iwan Fedorow, Gouverneur der im Ukraine-Krieg schwer umkämpften Region Saporischschja, berichtete von einem Drohnenangriff auf die Regionalhauptstadt. Ein Industriebetrieb sei getroffen worden, meldete er über Telegram. Dort sei ein Brand entstanden, Verletzte habe es nach ersten Meldungen nicht gegeben. Genauere Details zur Art der betroffenen Einrichtung nannte er nicht.

Russland verliert weitere Soldaten im Ukraine-Krieg

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen unterdessen weiter an. Die ukrainische Militärführung meldete über Facebook, dass Putins Truppen in den letzten 24 Stunden rund 1310 Soldaten verloren hätten. Seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 summieren sich die Gesamtverluste auf etwa 1.238.710 Soldaten. (red mit Agenturen)