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Salzgitter (Niedersachsen) – Wer so bremst, verliert! Die Polizei stoppte einen VW-Mitarbeiter, der im Braunschweiger Autowerk jahrelang Bremsen gestohlen und im Internet zu Geld gemacht hat. Die Ermittler legten ihm das Handwerk, nachdem die Masche aufgeflogen war.

350 Volkswerker schrauben auf dem Gelände in Braunschweig (Niedersachsen) Fahrwerke, Lenkungen oder Achsen für verschiedene Modelle des Konzerns zusammen. Dabei werden auch Bremsen montiert – schwer gefragte Verschleißteile auf dem Ersatzteilmarkt.

Mehr als 300 Sätze Bremsbeläge konnten in der Wohnung des Mannes sichergestellt werden

Mehr als 300 Sätze Bremsbeläge konnten in der Wohnung des Mannes sichergestellt werden

Foto: Polizei Braunschweig

Diebstahl über acht Jahre hinweg

Das dachte sich offenbar auch der 39-Jährige aus Salzgitter. Schicht um Schicht und Jahr für Jahr ließ er Bremsbeläge, -sättel, -scheiben oder -sensoren sprichwörtlich unter die Werkbank fallen. Vermutlich in seiner Tasche verstaut, brachte er die Bremsen nach Hause. Dort fotografierte er sie und stellte sie bei eBay rein. Nach BILD-Informationen waren nicht nur VW- und Audi-Bremsen Teil der Beute. Selbst Lamborghini-Fahrer fanden beim diebischen VW-Werker Ersatzteile.

Auch diese Bremssättel nahm die Polizei mit

Auch diese Bremssättel nahm die Polizei mit

Foto: Polizei Braunschweig

Jahrelang ging die Sache für den Dieb gut, bis sie aufflog. Polizeisprecherin Julia Scharfenberg zu BILD: „VW selbst waren die Angebote des zu der Zeit noch unbekannten Mannes im Netz aufgefallen. Der Konzern erstattete Anzeige.“ Die Kripo übernahm den Fall, kam dem bislang „nicht strafrechtlich in Erscheinung getretenen Mann“ auf die Schliche.

Polizei stellt Diebesgut sicher

Zugriff! Mitte der Woche stürmte die Polizei die Wohnung des Mannes. Julia Scharfenberg: „Es konnten insgesamt 905 Bremsen-Teile im Gesamtwert von etwa 80 000 Euro sichergestellt werden.“ Und weiter: „Die Ermittlungen ergaben, dass er die Teile über einen Zeitraum von rund acht Jahren in größerem Umfang veräußerte. Der dadurch entstandene Schaden wird derzeit auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt.“

Die Kripo ermittelt wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Diebstahls im besonders schweren Fall. Seinen Job bei Volkswagen dürfte der Tatverdächtige bereits jetzt los sein.