
Elf Wasserrutschen, Pommes und Saunabereich: Wir haben das AquaMagis in Plettenberg getestet. © Sophie Schädel
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Ein Rutschenparadies nur eine Stunde Autofahrt von Dortmund entfernt: Kann man hier einen ganzen Tag zubringen, ohne sich zu langweilen? Oder ist das nur was für Eltern und Kinder? Um das herauszufinden, sind wir an einem späten Donnerstagvormittag ins AquaMagis nach Plettenberg gefahren.
Bei unserer Ankunft ist der Parkplatz direkt vor dem Eingang des Spaßbads fast leer. Drinnen setzt sich dieser Eindruck fort: viel Platz, viele freie Liegen, kein Anstehen. Doch man merkt schnell, dass hier auch Hochbetrieb möglich ist – allein die große Zahl an Liegestühlen und die Hinweisschilder zur kostenpflichtigen Reservierung an Wochenenden und in den Ferien sprechen dafür. An diesem Vormittag aber gehört das Bad gefühlt uns.
Gute Adresse für Familien
Das AquaMagis ist besonders auf Familien ausgelegt. Für die Kleinsten gibt es einen eigenen Bereich mit Minirutschen, einer großen Schildkröten-Kletterfigur, einem Piratenschiff und sprudelnden Wasserspielen. Dazu ein Kinderbecken mit einer kleinen Rutsche, auf der bis zu drei Kinder gleichzeitig um die Wette rutschen können.
Praktisch: Wer mit Oma und Opa unterwegs ist oder sich mit dem Partner abwechselt, kann auch mal durchatmen. Der Wellnessbereich mit mehreren Textilsaunen und Poolbar bietet eine Pause vom Trubel.
Das Aquamagis ist optisch eine Mischung aus Hallenbad, Wellness und grüner Oase. Die elf Rutschen winden sich auffällig durch den Innen- und Außenbereich.© Sophie Schädel
Zwei Rutschen im Winter dicht
Abseits des Kleinkind-Bereichs warten insgesamt elf Rutschen. Zwei davon sind Außenrutschen, die bei unserem Besuch wegen der Kälte geschlossen waren – nachvollziehbar, denn niemand möchte bei Minusgraden in Badebekleidung eine mehrstöckige Leiter erklimmen. Trotzdem drängt sich im Winter die Frage auf, ob das Bad in dieser Zeit den Eintrittspreis senken sollte, bis wieder alle Rutschen geöffnet sind. Außerdem bleibt eine Rutsche während unseres Besuchs wegen technischer Mängel geschlossen.
Von den offenen Rutschen haben wir alle getestet. Hier ist Vielfalt angesagt: Mal rutscht man im Stehen, mal auf einer Matte oder im Ring. Auf einer Race-Rutsche führen drei Bahnen parallel nach unten, sodass man gegen seine Freunde antreten kann.
Die laut Bad weltweit einzige Windrutsche sorgt für eine kleine Lernkurve: Unser Reporter wundert sich beim ersten Versuch, warum er überhaupt keine Fahrt aufnimmt. Er hatte den Hinweis übersehen, dass man sich einen kreisrunden, großen Windschild auf den Rücken schnallen muss. Beim zweiten Versuch mit der richtigen Ausrüstung klappt es dann auch: Böen mit bis zu 100 km/h schieben einen durch den Kanal. Ungewohnt, weil es weder richtig bergauf noch bergab geht, aber spaßig und definitiv einen Versuch wert.
Kinder und Kleinkinder haben im Spaßbad AquaMagis viel Platz zum Toben und Entdecken.© Sophie Schädel
Unsere Favoriten
Deutlich mehr Adrenalin bringt die Looping-Rutsche mit einem Start im freien Fall. Unser Reporter traut sich gleich zweimal hinab und hält vormittags sogar den Geschwindigkeitsrekord. Die etwas zurückhaltendere Reporterin wagt es einmal – und belässt es lieber dabei.
Ihr persönliches Highlight: die Rutsche „2Fake Illusion“. Hier kann man zwischen zwei Modi wählen – fast komplette Dunkelheit oder einen Wechsel aus Dunkelheit und neonfarbenen Lichteffekten. Dazu ein spielerisches Element: Entlang der Strecke sind zehn leuchtende Punkte angebracht, die man beim Rutschen berühren kann. Unten zeigt eine Tafel das Ergebnis.
Bei unserem Testbesuch bestellen wir Burger und vegetarische Nuggets mit Pommes und zwei Getränke für insgesamt 38,40 Euro.© Sophie Schädel
Küche enttäuscht nicht
Positiv fällt die Gastronomie auf. Neben Klassikern wie Pommes und Burger gibt es auch vegetarische Nuggets oder Mac‘n‘Cheese – zu Schwimmbadpreisen, aber fair.
Eintritt und Mittagessen zusammengerechnet lagen wir bei rund 100 Euro für zwei Personen. Für Familien summiert sich ein Tag im AquaMagis schnell, zumal Extras wie Liegen oder der Zutritt zum erweitereten Wellnessbereich extra kosten. Auch der Besuch der Aussichtsplattform, auf der sich auch die bei unserem Besuch geschlossene Rutsche „Shootingstar“ befindet, kostet extra. Dabei bezahlt man einen Euro für den Besuch der Plattform und einen um die Rutsche zu benutzen. Allerdings nur für die ersten beiden Male – danach rutscht man kostenlos.
Einige Ecken des Spaßbads wirken etwas in die Jahre gekommen, nicht immer ganz gepflegt – etwa wenn sich auf einer Fensterbank tote Insekten sammeln. Insgesamt ist das Bad aber sauber, die Rutschen sind originell und technisch modern.
Fazit: Stunde Anfahrt wert
Wer im Winter Lust auf Bewegung und Action hat – und dabei nicht durch kalten Regen laufen will –, findet im AquaMagis ein gutes Ziel. Unter der Woche ist es angenehm leer, Familien finden viele Angebote auf engem Raum, Erwachsene Rückzugsorte. Die rund eine Stunde Fahrt mit dem Auto oder zwei Stunden per ÖPNV aus Dortmund lohnen sich definitiv für alle Kinder und ältere Kindsköpfe.
Alternativen mit Rutschen rund um Dortmund sind das Freizeitbad Heveney in Witten, die Copa Ca Backum in Herten und das Westfalenbad in Hagen. Wer auch Ruhe und Wellness näher an der eigenen Haustür sucht, ist im Revierpark Wischlingen oder der Meditherme Bochum gut aufgehoben.
Infos auf einen Blick
Ort: AquaMagis Plettenberg
Anfahrt mit dem Auto: Parkplätze direkt vor der Tür, bei unserem Besuch größtenteils leer
Anfahrt mit dem ÖPNV: RE von Dortmund nach Plettenberg, dann weiter mit dem Bus – insgesamt ca. 2 Stunden
Geeignet für: Familien, Kinder, Actionfans
Tipp: Wer es entspannt mag, kommt werktags vormittags.
Öffnungszeiten & Preise: variieren je nach Tag und Modell, Infos unter aquamagis.de
Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel erschien ursprünglich am 28. Januar 2026.