… jede Autofahrt genutzt, um mir Wissen (z.B. durch Podcasts) zum Thema Gefühle annehmen und regulieren anzueignen“, berichtet sie.

Mitte Januar war sie nun bei einem Seminar in Dresden und hat dort an einem Dienstag erfahren, dass Donnerstagabend ein Speaker Slam veranstaltet wird. „Da habe ich sofort zugesagt. Zum einen liebe ich es auf der Bühne zu sprechen, zum anderen sind Gefühle wie Wut, Trauer, Angst in unserer Gesellschaft immer noch als negativ angesehen und das muss sich meiner Meinung nach ändern“, so Stefanie Wiebeck.

Theoretisch blieben also nur 2 Tage zur Vorbreitung. Allerdings: „Praktisch hatte ich 2024 an einem Seminar zum Thema ´Wie ich auf einer Bühne vor vielen Menschen spreche´ teilgenommen und dadurch konnte ich die Menschen auf dem Speaker Slam so sehr begeistern“, berichtet die 33-Jährige weiter.

Und was sagt der Profi: Wie geht man mit dem Lampenfieber in so einem Moment um? Welchen Tipp hat sie für die Brandenburger parat: „Einfach machen! Das Publikum kennt weder die geplante Rede noch die geplanten Gesten. Das bedeutet, dass es in den meisten Fällen überhaupt nicht auffällt, wenn man sich verhaspelt. Diese Tatsache beruhigt mich am meisten.
Und ansonsten: Üben. Üben. Üben. Zwar stand ich zum ersten Mal auf einer Bühne bei einem öffentlichen Event, doch letztendlich steht jeder von uns jeden Tag auf der Bühne des Lebens. Wenn ich mit meiner kleinen Tochter einkaufen gehe und sie im Laden anfängt zu weinen oder zu schreien, dann ist das die beste Gelegenheit, um mich darin zu üben, ruhig zu bleiben und meine Nervosität zu regulieren.“

In ihrer Rede plädierte Wiebeck übrigens dafür, Gefühle nicht zu unterdrücken, sondern sie anzunehmen. „Wenn du etwas loslassen willst, musst du es zuerst da sein lassen, annehmen. Wenn wir unsere Gefühle annehmen und ihnen Raum geben, können sie abfließen“, so die Wusterwitzerin sie in ihrer Ansprache. Diese Philosophie, die sie aus ihrem eigenen Leben ableitet, traf den Nerv der Zuhörer und sorgte für Applaus.