Seit einiger Zeit ist es in Berlin winterlich, Schnee und Eis bedecken Fuß- und Radwege. Das hat gefährliche Folgen: Viele Menschen rutschen wegen der herrschenden Glätte aus und stürzen auf den harten Boden. In den vergangenen Tagen ist außerordentlich oft der Rettungsdienst alarmiert worden, teilte Benjamin Jendro am Freitag mit. Jendro ist Sprecher der Deutschen Polizeigewerkschaft Berlin, in der auch die Feuerwehr Berlin organisiert ist.
Feuerwehr Berlin: Wegen vieler Einsätze kein Rettungswagen mehr verfügbar
Zwischenzeitlich sei die Lage am Freitag so ernst gewesen, dass kein Rettungswagen mehr verfügbar gewesen sei, schrieb Jendro am Freitagmittag auf X. „Nachdem gegen 11 Uhr nicht ein einziger RTW in der Hauptstadt verfügbar war, sind es aktuell wieder eine Handvoll.“
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Nachdem gegen 11 Uhr nicht ein einziger RTW in der Hauptstadt verfügbar war, sind es aktuell wieder eine Handvoll – Nähern uns am Vormittag bereits der vierstelligen Einsatzzahl – @Berliner_Fw reagiert, LHFs dürfen Patiententransporte fahren – Respekt, was die Kolleg. abspulen pic.twitter.com/efjWG0oFaG
— Benjamin Jendro (@Djeron7) 30. Januar 2026
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Man habe sich am Vormittag bereits der vierstelligen Einsatzzahl genähert. Dazu postete er einen Screenshot eines Einsatzsystems der Feuer- und Rettungsdienste. Demnach war um 11.56 Uhr bereits 980 Mal der Rettungsdienst im Einsatz. Am Freitagmorgen sei die Feuerwehr Berlin demnach angewiesen worden, in dringenden Fällen Krankentransporte auch mit Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeugen durchzuführen.
Feuerwehr Berlin zeitweise an „Auslastungsgrenze der Rettungswagenverfügbarkeit“
Auch ein Pressesprecher der Feuerwehr bestätigt gegenüber dieser Redaktion, man sei zwischenzeitlich an der „Auslastungsgrenze der Rettungswagenverfügbarkeit“ gewesen – und habe darauf umgehend reagiert. „Wir haben Freiwillige Feuerwehren aktiviert“, teilte ein Sprecher am Telefon mit. Diese verfügen teilweise selbst über Rettungsdienstfahrzeuge, auf die auch Personal der Berufsfeuerwehr gesetzt werden könne.
Zahlreiche Stürze seien in den vergangenen Tagen aufgrund der Glätte gemeldet worden, so der Feuerwehrsprecher. Vor allem Fußgänger und Passanten seien gestürzt. Viele Unfälle passieren ihm zufolge, wenn Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule sind. Zwar hat die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt am Freitagnachmittag überraschend auch Streusalz zur Bekämpfung des Glatteises freigegeben – dennoch rät die Feuerwehr weiter zur Vorsicht auf Berlins Straßen.
„Wir hoffen, dass sich das Einsatzaufkommen zum Feierabend nicht wieder erhöht, aber es muss natürlich damit gerechnet werden“, so der Sprecher der Feuerwehr. Man sei nun aber besser gewappnet als am Freitagmittag.
Laut Gewerkschaft „unglaublich“, was die Berliner Feuerwehr aktuell leiste
Es sei „unglaublich“, was die Kollegen der Berliner Feuerwehr „in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen momentan wieder für ein Programm abspulen“, teilte Jendro bereits am Donnerstag auf X mit. Viele Krankenhäuser hätten schon keine Kapazitäten mehr. In den vergangenen Tagen sei man zu 1800 bis 1955 Einsätzen ausgerückt – pro Tag.
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Auch die Krankenhäuser der Hauptstadt melden immer mehr Glätteunfälle. „Wir haben jeden Tag volles Haus“, sagte am Donnerstag Angela Kijewski, Sprecherin des Berliner BG Unfallkrankenhauses. Täglich kämen zwischen 30 und 40 Menschen, die wegen Glätteunfällen behandelt werden müssten. Sowohl die Betten als auch die Kapazitäten des Personals seien mehr als ausgelastet, so Kijewski. „Die Chirurgen arbeiten die Nächte durch.“