Das Evangelische Klinikum in Gelsenkirchen hat eine neue Frau an der Spitze, die zugleich einen neuen Fachbereich aufbauen wird. Zum 1. Januar hat Dr. Anushe Helena Weber die Position der Chefärztin der Neuroradiologie am EvK übernommen. Sie gilt als Expertin für interventionelle neurovaskuläre Verfahren (minimalinvasive Behandlung von Gefäßerkrankungen im Gehirn und Rückenmark) – und ist zugleich fest im Ruhrgebiet verwurzelt.
Am EvK wurden auch schon vorher Patientinnen und Patienten mit akutem Schlaganfall in der Stroke-Unit versorgt. Künftig soll das Leistungsspektrum im Verbund des EVA Ruhr (Evangelischer Verbund Augusta Ruhr) aber weiter ausgebaut werden, insbesondere im Bereich komplexer gefäßverschließender Eingriffe am Gehirn.
Der Standort Gelsenkirchen nimmt dabei eine besondere Stellung ein: Das Krankenhaus an der Munckelstraße ist das einzige im Verbund, das über eine eigenständige neuroradiologische Klinik verfügt.
Neue Chefärztin baut neuroradiologische Abteilung am EvK in Gelsenkirchen auf
Der medizinische Schwerpunkt von Weber liegt unter anderem auf der interventionellen Schlaganfalltherapie (Thrombektomie) sowie auf hochspezialisierten Eingriffen an den Hirngefäßen, etwa bei Aneurysmen, arteriovenösen Malformationen oder Durafisteln. Auch Erkrankungen der Rückenmarkgefäße gehören zum Behandlungsspektrum. Viele dieser Behandlungen erfolgen minimalinvasiv über den Katheter, meist über die Leistengefäße.
„Ein technisch anspruchsvolles Feld, das jahrelange Erfahrung erfordert“, betont die Chefärztin. „Diese Verfahren lassen sich nicht in wenigen Jahren erlernen – man braucht dafür eine lange, strukturierte Ausbildung und ein eingespieltes Team“, so Weber. Gerade die Kombination aus modernster Technik, klaren Abläufen und interdisziplinärer Zusammenarbeit sei entscheidend für den Behandlungserfolg, insbesondere beim Schlaganfall, bei dem jede Minute zählt
Chefärztin ist im Ruhrgebiet verwurzelt: „Bin froh, mich in der Region weiterzuentwickeln“
Die gebürtige Bochumerin studierte Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster und absolvierte ihr Praktisches Jahr unter anderem am Chesterfield and North Derbyshire Royal Hospital in Großbritannien. Ihre Promotion schloss sie am Institut für Klinische Radiologie des Universitätsklinikums Münster ab. Anschließend arbeitete sie als Assistenzärztin in Hamm.
Auch ihr weiterer beruflicher Weg ist eng mit dem Ruhrgebiet verbunden. 2010 wechselte die Bochumerin an das Klinikum Vest Recklinghausen, wo sie ihre Facharztanerkennung für Radiologie erwarb, sich zur Oberärztin entwickelte und 2013 die Schwerpunktbezeichnung Neuroradiologie erhielt. Ab 2014 war Weber am Knappschaftskrankenhaus Bochum Langendreer tätig, ab 2017 als leitende Oberärztin. In den Jahren 2024 und 2025 vertrat sie dort den Chefarzt.
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Der Schritt nach Gelsenkirchen ist für sie die Fortsetzung eines beruflichen Weges, der schon immer im Ruhrgebiet verortet ist: „Ich hatte das Glück, über viele Jahre exzellent ausgebildet worden zu sein und Verantwortung übernehmen zu dürfen – jetzt freue ich mich darauf, die Neuroradiologie hier und im EVA Ruhr gemeinsam mit dem Team weiterzuentwickeln.“