
Hannover 96 hat unter Christian Titz einen wichtigen Schritt im Aufstiegskampf der 2. Liga gemacht – und damit beim 2:1 (1:0) in Magdeburg dem ehemaligen Arbeitgeber des Trainers enorm geschadet. Daisuke Yokota (38. Minute) und Enzo Leopold (56.) sorgten für den zweiten Sieg in Folge, Baris Atik (53.) glich zwischenzeitlich aus.
Titz kehrte als Hannover-Coach erstmals zurück an seine alte Wirkungsstätte, wo er von Februar 2021 bis Juni 2025 große Erfolge gefeiert hatte. „Ich habe wirklich viele tolle Menschen getroffen und bin total angenehm aufgenommen worden“, sagte Titz nach Abpfiff im Sportschau-Interview. „Ich wünsche Magdeburg, dass sie möglichst viele Punkte holen.“
Mit Magdeburg war der heute 54-Jährige in die 2. Liga aufgestiegen und hätte in der vergangenen Saison fast den Sprung in die Bundesliga geschafft. Für den ist er im Sommer nach Hannover weitergezogen.
Nach Pyro-Pause gibt’s Chancenwucher aus Hannover
Mit einem Erfolg in seiner alten Heimat wollte Titz wieder einen Schritt in diese Richtung machen und den Rückstand auf die Top 3 zumindest vorerst auf einen Punkt verkürzen. Doch der 96-Coach, seine Spieler und sein ehemaliges Team brauchten zunächst Geduld, denn bereits wenige Minuten nach dem Anpfiff stand die Partie erstmal still. Pyro-Nebel sorgte für eine insgesamt knapp siebenminütige Unterbrechung.
Der Auswärtsblock von Hannover 96 kurz nach dem Anpfiff.
„In den ersten zwei Minuten waren wir sehr gut drin“, sagte Magdeburgs Trainer Petrik Sander der Sportschau. „Uns hat dann die Pause ein bisschen durcheinander gebracht. Und dann sind wir der Musik hinterher gelaufen.“
Beide Mannschaften brauchten nach dem Restart ein wenig Zeit, um in die Partie zu kommen, Hannover war dann in der Tat das Team, das als erstes in Fahrt kam. Yokota stand nach einem Fehler von Alexander Nollenberger frei vor dem gegnerischen Tor, verfehlte es aber ganz knapp (21.). Kurz darauf wartete Elias Saad zu lang mit seinem Schuss, Kolja Oudenne versuchte es dann und wurde noch abgeblockt (23.). Wenig später konnte Maik Nawrocki einen Kopfball nicht genau genug setzen (25.).
Yokota startet seine eigene 1:0-Serie
Besser machte es Mateusz Zuckowski in der 31. Minute nach einer Halbfeldflanke, dem Magdeburger Knipser fehlten dann doch ein paar Zentimeter, um im fünften Spiel in Folge zu treffen. Dafür wird Yokota zu einem „Serientäter“, wie beim Sieg gegen Fortuna Düsseldorf (2:1) sorgte der Japaner für das 1:0 für Hannover. Nach einem Konter legte ihm Benjamin Källmann uneigennützig sein drittes Saisontor auf (38.).
Und das vierte wäre beinahe auch noch vor der Pause gefallen, in der zweiten Minute der Nachspielzeit traf Yokota bei seiner dritten Großchance die Latte. Dieser Wucher rächte sich beinahe, Zuckowski konnte einen fantastischen Magdeburger Angriff aber nicht vollenden, Nahuel Noll war bei dessen Abschluss aus spitzem Winkel zur Stelle (45.+5). Dennoch war in der Szene ersichtlich, warum Hannover in dieser Saison schon 15 Punkte nach einer Führung verspielt hatte.
Leopold schaltet blitzschnell und kontert Atik
Um nicht die nächsten Zähler liegen zu lassen, schickte Titz sein Team ganz offensichtlich mit dem Auftrag zurück aufs Feld, zeitnah für das 2:0 zu sorgen – doch auch Källmann verpasste das, als er kurz nach dem Wiederanpfiff knapp am langen Eck vorbeischoss (48.). Und so passierte, was passieren musste. Magdeburg glich aus, weil Noel Aseko den Ball kurz vor dem eigenen Strafraum an Dariusz Stalmach verlor und Atik die Vorlage seines Kollegen mit einem Schlenzer zum 1:1 verwertete (53.).
Baris Atik schlenzt den Ball ins rechte Eck.
Aber anders als bei den vielen verspielten Punkten glückte Hannover diesmal der Gegenschlag. Saad ging ins Eins-gegen-eins, legte den Ball an seinem Gegenspieler vorbei, fiel zu Boden und forderte einen Elfmeter – doch sein Kapitän Leopold verwandelte stattdessen die ungewollte Vorlage des Linksaußen zur erneuten Führung der Gäste (56.). Die wäre einige Minuten später beinahe deutlicher ausgefallen, Saad verpasste jedoch das 3:1 (64.).
Die Latte und Noll retten Hannover
Stattdessen legte sich Hannover beinahe wieder ein Ei ins Nest, Nawrocki unterlief diesmal in der Nähe des eigenen Tores ein kapitaler Schnitzer und Marcus Mathisen den Ball auf, dessen Schuss aus 19 Metern allerdings an die Latte klatschte (76.). Kurz danach musste Noll nach einem Flachschuss von Rayan Ghrieb die 96-Führung retten (79.).
Allerdings war es das letzte Mal, dass die so richtig in Gefahr geriet – und so konnte Hannover nach dem Erfolg in der Vorwoche nachlegen. Das Titz-Team hat damit den Anschluss an die Zweitliga-Spitze hergestellt, braucht aber weitere Siege, den nächsten soll es nächste Woche Sonntag gegen Holstein Kiel (13.30 Uhr) geben.
Die Hannoveraner übernachten auf Platz Fünf – und lassen sich dafür von ihren mitgereisten Fans feiern.
Magdeburg könnte dagegen im Laufe des 20. Spieltags sogar noch auf Rang 17 abstürzen, sofern Düsseldorf (gegen SC Paderborn) und Dynamo Dresden (gegen Arminia Bielefeld) am Sonntag punkten. Für das Team von Trainer Petrik Sander geht es am kommenden Freitag bei Schlusslicht Greuther Fürth (18.30 Uhr) wieder um wichtige Punkte im Abstiegskampf.
