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Am fünften Prozesstag berichten Demonstrations-Teilnehmer vom Anschlag am 13. Februar, als Farhad N. (25) in die Menschenmenge raste. Die Schilderungen erschüttern den Gerichtssaal zutiefst.
München – Fünfter Prozesstag gegen Attentäter Farhad N. (25) – und das Grauen nimmt kein Ende. Demonstrations-Teilnehmer und Polizisten schildern am Münchner Oberlandesgericht die schrecklichen Szenen, als der Afghane am 13. Februar 2025 in die verdi-Versammlung raste.
Retter kümmern sich um einen Verletzten des Auto-Anschlags. © Thomas GaulkeAuto-Anschlag in München: Zeugen berichten schreckliche Details vor Gericht
„Aus dem Augenwinkel sah ich, dass er heranfuhr – um Haaresbreite an mir vorbei, von hinten in die Menge rein“, sagt Brigitte I., die unter den 1400 Demonstranten ganz hinten lief. „Als nächstes hörte ich einen dumpfen Aufschlag.“ Der weiße Mini Cooper hatte Amel S. (37) und ihre Tochter Hafsa (2) getroffen. „Sie wurden in die Luft geschleudert.“ Szenen, die das Leben der Zeugin für immer prägen werden – weinend beschreibt sie, wie Körper das Attentäter-Auto abgebremst hätten. „Aber der Fahrer gab weiter Gas. Vor dem Mini bildete sich ein riesiges Menschenknäuel.“
Der demolierte Mini-Cooper von Attentäter Farhad N. (25) © Yannick Thedens
Ein zweiter Demonstrant berichtet, wie ein Schuss fiel, nachdem er mitgeholfen hatte, das Auto wieder aufzustellen. „Ich war auf Höhe des Hinterrades. Überall Verletzte. Ich dachte erst, der Attentäter sei erschossen worden“. Doch die Polizei holte Farhad N. mit der Pistole aus dem Mini. „Da wusste ich, es ist kein Unfall gewesen.“ Terror in München – das sei „unvorstellbar“ gewesen.
Terror in München: Polizist wird Anblicke der Verletzten „nie vergessen“
Der Anblick des Aufpralls, die Schreie der Verletzten: „Das werde ich nie vergessen“, sagt Polizist Fabian Z. (27). Er fuhr im letzten Einsatzwagen, an dem der Attentäter „mit Vollgas“ vorbeigerast war.
Der Angeklagte Farhad N. zeigte zum Prozessauftakt eine umstrittene Islamisten-Geste im Gerichtssaal. © Sigi JantzAufgebrachte Menge wollte den Attentäter an den Kragen
Polizist Leo H. (24) hatte Farhad N. aus dem Mini geholt: Die Menschen ringsum „wollten an ihn ran, haben ihn beleidigt“, sagt der Beamte. „Es fielen Schimpfworte.“ Dann habe er gehört: „Lasst ihn uns lynchen!“ Das verhinderte der Polizist – mit Kollegen trug er N. in einen Hinterhof, dann in eine Unterführung – ohne jeden Widerstand. „Ya Allah“, schreit der Afghane in einem Video, das vor Gericht gezeigt wird. Zu deutsch: „Oh Gott.“ Religiöse Motive unterstellt ihm die Anklage – und geht von gezieltem Mord aus. Am 11. Februar wird der Terror-Prozess fortgesetzt.