Wohl jeder Autofahrer hat es mindestens einmal erlebt: Ein kurzer Blitz, der Fuß geht reflexartig auf die Bremse, und der Ärger ist groß. Man wurde geblitzt. Auch in Braunschweig lässt sich dieses Szenario nicht immer vermeiden.
Im Jahr 2025 lösten die Messgeräte dort rund 45.212 Mal aus, wodurch wiederum etwa 2,78 Millionen Euro zusammenkamen. Eine beachtliche Summe. Das Interessante daran: Nach eigenen Angaben geht es der Stadt bei der Überwachung gar nicht ums Geld.
Braunschweig: Hier blitzt es am häufigsten
In der Löwenstadt gibt es derzeit zwei stationäre Blitzstationen: Eine in der Gifhorner Straße und eine in der Wolfenbütteler Straße. Ein Vergleich zeigt schnell einen klaren Spitzenreiter. Während in der Gifhorner Straße in beiden Fahrtrichtungen 822 Verstöße registriert wurden, waren es in der Wolfenbütteler Straße ganze 6.072 – also deutlich mehr. Hinzu kommen zwei mobile Messfahrzeuge, die laut Stadt im vergangenen Jahr 22.467 Verstöße meldeten. Der sogenannte Blitzanhänger, offiziell Semistation, kam zusätzlich auf 15.851 Messungen.
Auf Anfrage von News38 erklärt die Stadt, dass die Messstellen in Abstimmung mit der Polizei eingerichtet werden. Häufige Einsatzorte seien Gefahrenstellen wie Schulen, Kindergärten, Seniorenheime sowie Tempo-30-Zonen. Die höchste gemessene Geschwindigkeit wurde in der Gifhorner Straße festgestellt: Dort raste ein Fahrer mit 152 km/h durch den Bereich – erlaubt sind eigentlich nur 50 km/h.
„Ziel (..) ist nicht das Generieren von Einnahmen“
Solch eine Geschwindigkeitsübergrenzung kann schnell in einem schweren Unfall enden. Und genau deshalb sind die Kontrollen auch so wichtig – Geld spielt laut Stadt eher Nebensache. „Ziel der Kontrollen ist nicht das Generieren von Einnahmen“, schreibt ein Stadt-Sprecher. Es handele sich bei der Überwachung um einen „öffentlichen Auftrag zur Verkehrssicherheit“. Dieser gehe mit erheblichen Ausgaben einher, etwa für technische Geräte und Personalkosten. Dazu zählen Messpersonal, Bußgeldabteilung und die Vollstreckungsstelle der Stadtkasse. Allein um Geschwindigkeitskontrollen überhaupt durchführen zu können, entstehen bei der Stadt somit bereits hohe Kosten.
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Unterm Strich haben die Raser auf Braunschweigs Straßen der Stadt im vergangenen Jahr zwar eine ordentliche Summe eingebracht – für die Verwaltung scheint das Geld jedoch eher Nebensache zu sein. Die Verkehrssicherheit hat klar Vorrang.