Linton Maina jubelt

Stand: 30.01.2026 22:34 Uhr

Dank eines abgefälschten Treffers von Linton Maina in der 29. Minute hat der 1. FC Köln einen ganz wichtigen 1:0 (0:0)-Sieg für das Punktekonto und eigene Gemüt gefeiert. Beides ist beim VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga äußerst angeschlagen.


Sebastian Hochrainer

„Das war auf jeden Fall ein gelungener Abend. Ich freue mich sehr, dass wir in der Phase, in der wir stecken, die drei Punkte hier behalten konnten. Wir können stolz darauf sein, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat. Das war in den letzten Wochen ja oft anders“, sagte Siegtorschütze Maina am Freitag nach dem Spiel im Sportschau-Interview.

Und Sportchef Thomas Kessler meinte: „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit leider hinten raus etwas schwer getan, Marvin Schwäbe hat da eine sehr gute Leistung gezeigt und wir sind froh, dass wir die drei Punkte in Köln lassen konnten. Man hat gemerkt, dass es um unheimlich viel geht und die Punkte für uns extrem wichtig sind, da hatten wir ein Stück weit schon etwas zu verlieren. Daran können wir in den nächsten Wochen schon arbeiten.“

Ache nach Mainz-Doppelpack ohne Zielwasser

Krise gegen Krise – unter dem Motto stand die Partie. Köln hatte zuvor nur eine der jüngsten zehn Ligapartien gewonnen und Wolfsburg aus den vergangenen fünf Spielen lediglich vier Punkte geholt, mit 19 Zählern nach 19 Spieltagen den schwächsten Bundesligastart der Klub-Historie im Oberhaus hingelegt. Doch einer Mannschaft war ihre Misere nicht anzumerken.

Köln spielte über weite Strecken der ersten Halbzeit so stark wie lange nicht – belohnte sich aber nicht genügend dafür. Ragnar Ache vergab in der 14. und 18. Minute zwei Topchancen. Erst schlug der Stürmer nach einer Kopfballvorlage sechs Meter vor dem Tor ein Luftloch, dann hielt Kamil Grabara seinen Kopfball aus kurzer Distanz. Mindestens eine dieser beiden Gelegenheiten hätte der Doppeltorschütze vom 2:1-Erfolg gegen Mainz 05 zwei Wochen zuvor machen müssen.

Maina schafft, was Ache nicht geschafft hat

Doch Köln fand jemanden, der den Job für Ache übernahm – und der das Glück hatte, das der 27-Jährige zuvor nicht gehabt hatte. Maina dribbelte von der rechten Seite in die Mitte, versuchte es aus 18 Metern und bekam entscheidende Unterstützung von Moritz Jenz, der den nicht besonders gefährlichen Schuss unhaltbar abfälschte (29.). Von Wolfsburg kam derweil sehr wenig, Patrick Wimmer vergab die einzige aussichtsreiche Gelegenheit, als er aus spitzem Winkel das Tor verpasste (37.).

Kölns Führung war verdient, sie hätte aber noch ein wenig höher ausfallen können. Nach einem Zweikampf, bei dem Yannick Gerhardt den Fuß von Tom Krauß berührte, forderten die Gastgeber Elfmeter (43.). Weder Schiedsrichter Martin Petersen noch seine Assistenten im Videokeller teilten jedoch diese Einschätzung, so blieb es beim knappen Ergebnis nach recht einseitigen ersten 45 Minuten.

Köln wird passiver, aber Pejcinovic bestraft das nicht

Die Einseitigkeit war nach der Pause nicht mehr da, Wolfsburg kam besser aus der Kabine – aber nicht wirklich gefährlicher. Das Spiel war ausgeglichen, es hatte zunächst auf beiden Seiten keine Höhepunkte. Es war offensichtlich, dass Köln mit der Führung und der Gewissheit, dass die Gäste mehr machen mussten, einen defensiveren Ansatz wählte und auf Konter setzte.

Diese Passivität rächte sich beinahe, als Dzenan Pejcinovic die große Möglichkeit auf den Ausgleich vergab. Der Wolfsburger Stürmer verfehlte freistehend das Kölner Gehäuse (59.). Zwar entschied das Schiedsrichterteam auf Abseits, der VAR hätte aber wahrscheinlich eine Korrektur vornehmen müssen, der Treffer hätte wohl gezählt.

Schwäbe rettet den FC-Sieg in den letzten Minuten

Es war eine Warnung an das Team von Trainer Lukas Kwasniok, dass es selbst wieder tätig werden musste. Maina wurde das, als er 70 Meter über das Feld lief und zum Abschluss kam, aber das Gehäuse verfehlte (68.). Noch gefährlicher wurde es aber auf der anderen Seite, als Adam Daghim den Ausgleich auf dem Fuß hatte, aber Eric Martel noch in seinen Schuss grätschte (73.).

Kwasniok brachte dann Said El Mala, der wieder für mehr offensive Momente sorgen und so den Wolfsburger Druck lösen sollte. Und der Linksaußen machte das auch. In der 80. Minute zeigte er seine Qualitäten im Dribbling, auch er verfehlte mit seinem Abschluss allerdings das Tor, die Partie war weiterhin offen. Doch Wolfsburg belohnte sich nicht für seine Leistungssteigerung, es blieb beim nächsten Rückschlag für die Mannschaft von Trainer Daniel Bauer – auch, weil FC-Torwar Marvin Schwäbe in der Nachspielzeit gegen Kento Shiogai (90.+2) und Daghim (90.+5) zum Kölner Helden wurde.

Wolfsburg ist in der Bundesliga weiter Zwölfter, dem Team droht aber im Laufe des Spieltags noch der Absturz auf Rang 15. Mit einem Erfolg gegen Borussia Dortmund können die „Wölfe“ nächste Woche Samstag (15.30 Uhr) den Sinkflug stoppen, während Köln (hätte in der 90.+6 Minute durch El Mala beinahe noch das 2:0 gemacht) einen Tag später gegen RB Leipzig (15.30 Uhr) mit dem dritten Heimsieg in Folge nachlegen kann. Dann wäre die Krise der vergangenen Wochen endgültig vergessen.