Erst die Lehrer und die Landesbeschäftigten – nun auch der Nahverkehr. Die Gewerkschaften lassen nicht locker und planen weitere Aktionen, die das öffentliche Leben lahm legen.
Am Montag wird in ganz Deutschland im öffentlichen Personennahverkehr gestreikt. Heißt: Die meisten Busse und Bahnen stehen den ganzen Tag still. Dazu aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi. Die fordert bessere Arbeitsbedingungen und teilweise auch höhere Gehälter für die Zehntausenden Beschäftigten. Die Arbeitgeber lehnen das ab.
DVB rechnet mit erheblichen Einschränkungen
In Sachsen sind die Verkehrsunternehmen in Dresden, Leipzig, Chemnitz und Zwickau betroffen. Die Dresdner Verkehrsbetriebe rechnen mit massiven Ausfällen, beginnend mit Betriebsbeginn Montag 3 Uhr über den gesamten Tag. Nur Busse von Subunternehmen werden unterwegs sein, so zum Beispiel Taeter Tours. Das sind die Folgen des Streikaufrufs:
- Alle Straßenbahnlinien fahren nicht.
- Auch die Standseilbahn und Schwebebahn könnten stillstehen.
- Folgende Buslinien sind wahrscheinlich kaum bis gar nicht unterwegs: 61, 62, 63, 64, 70, 80, EV 3
- Alle anderen Buslinien (65, 66, 68, 72, 73, 74, 77, 78, 79, 81, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 98 A, 98 B, 98 C, EV 12) könnten teilweise bis komplett fahren. Das gilt vor allem für die Linien, wo Subunternehmer für uns unterwegs sind. Zu Abfahrten und Pünktlichkeit können wir jedoch keine Aussage treffen.
- Das Kundenzentrum und die DVB-Servicepunkte bleiben geschlossen.
- Ebenso sollen die Arbeitsplätze der DVB-Servicehotline sowie Social-Media-Kanäle bestreikt werden.
Aktuelle Infos zum Streik gibt es hier.
S-Bahnen fahren, RVSOE auch
Nicht betroffen sind die S-Bahnen, die von der Deutschen Bahn betrieben werden. Nicht bestreikt wird auch der RVSOE. Auf allenRVSOE-Stadt- und Regionalbuslinien, Fähren und der Kirnitzschtalbahn werden alle Fahrten planmäßig angeboten.
Gewerkschaft will endlich ein Angebot
„Statt eines lösungsorientierten Vorschlages hatten sich die sächsischen Arbeitgeber entschieden, von den Beschäftigten eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu fordern. So sollen unter anderem die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich verlängert, der Urlaubsanspruch und Zuschläge gekürzt sowie der Krankengeldzuschuss und das Leistungsentgelt ersatzlos gestrichen werden“, erläutert Paul Schmidt, ver.di-Fachbereichsleiter und Verhandlungsführer.
„Dieses Verhalten der Arbeitgeber ist mehr als eine Provokation: Es ist ein Frontalangriff auf die eigenen Beschäftigten“, so Schmidt weiter. „Von Beschäftigten, die bundesweit ihre Überlastung anzeigen, eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu verlangen, geht völlig an der Realität vorbei. Das, was jetzt auf dem Tisch liegt, bedeutet nicht nur eine deutliche Mehrbelastung, sondern faktisch auch eine Lohnkürzung.“